Initiative Trockene Nacht - Guter Tag - Rat und Hilfe für Bettnässer und Enuresis-Patienten

Einnahmeschema und Ausschleichschema für Desmopressin


Wie wird Desmopressin eingenommen?
Direkt vor dem Schlafen nimmt das Kind den Wirkstoff Desmopressin ein. Der erste Erfolg setzt meistens schnell und nicht selten schon nach der ersten Dosis ein.

Grundsätzlich wird bei jedem Kind mit einer Start-Dosis unmittelbar vor dem Schlafengehen begonnen. Zeigt diese Menge nach zwei Wochen keine Besserung, kann sie erhöht werden. Nach der entsprechenden Therapiezeit und nach Erreichen des Therapieziels wird die Dosis Schritt für Schritt nach einem vorgegebenen Schema reduziert. Der langfristige Erfolg der Therapie ist allerdings in hohem Maße davon abhängig, wie lange das Medikament eingenommen, und auch davon, nach welchem Schema, also wann und wie das Medikament abgesetzt wird.

Richtig eingenommen, steigt die Erfolgsrate deutlich an
Gerade in den letzten Jahren hat es viele Untersuchungen zur Einnahme von Desmopressin gegeben. So hat man festgestellt, dass trotz eines zunächst sehr erfreulich hohen Erfolges nach Therapiebeginn die Rückfallrate recht hoch ist, wenn Desmopressin nach einigen Wochen plötzlich abgesetzt wird. Daraufhin wurde zunächst untersucht, wie hoch die Rückfallquote ist, wenn die Dosis langsam reduziert wird. Das brachte zwar eine Verbesserung des langfristigen Erfolges, aber war noch nicht so richtig zufriedenstellend.

Maximale Erfolge durch strukturiertes Ausschleichen mit dem Therapieschema Dr. Marschall-Kehrel
Dr. Arne-Daniella Marschall-Kehrel, Kinderurologin aus Frankfurt, hat eine große retrospektive multizentrische Studie "Was bringt das Ausschleichen der Therapie?" veröffentlicht, in der sie festgestellt hat, dass die besten Erfolge erzielt werden, wenn sich die Therapie in drei Phasen gliedert.

  • die Aufbauphase
  • die Erhaltungsphase und
  • die Auschleichphase

In der Ausschleichphase, also gegen Ende der Therapie, werden die Abstände zwischen den Medikamentengaben immer länger.

Wichtig

Desmopressin ist im Grunde genommen ein Wirkstoff mit einem geringen Nebenwirkungspotential und guten Wirkungsprofil.

Wie bei vielen Wirkstoffen kann es auch bei Desmopressin zu Nebenwirkungen kommen. In der Vergangenheit wurden in seltenen Fällen Wasserintoxikationen und Hyponatriämie (Beeinflussung des Natriumhaushaltes) beobachtet. Diese seltenen Nebenwirkungen können besonders dann auftreten, wenn Desmopressin falsch eingenommen wird. Ganz wichtig ist es, den Beipackzettel aufmerksam durchzulesen und auf folgende Punkte zu achten:

  • Die Haupttrinkmenge sollte vor 17 Uhr getrunken werden.
  • Desmopressin wird abends direkt vor dem Zubettgehen eingenommen (auf der Bettkante).
  • Nach der Einnahme von Desmopressin soll nicht mehr getrunken werden.

 


Das Einnahme- und Ausschleichschema-Desmopressin.pdf zum Download und Ausdrucken.