Initiative Trockene Nacht - Guter Tag - Rat und Hilfe für Bettnässer und Enuresis-Patienten
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Wie soll man eine 6-jährige von einer Windel überzeugen?

Chantelle78 19.12.11 [23:25]

Hallo,
meine Tochter Lisa ist im September 6 Jahre alt geworden und war eigentlich noch nie wirklich nachts trocken. Lt. Kinderarzt ist das Blasenvolumen noch nicht richtig altersgerecht entwickelt. Von einer medikamentösen Behandlung wird uns abgeraten, solange sie noch nicht in die Schule geht (Kann-Kind, sie geht erst kommendes Jahr in die erste Klasse). Lisa ist aufgeweckt und fröhlich und hat zwei kleine Geschwister, Leon (20 Monate) und Lara (wird im Februar 4). Leider macht sich Lisa fast jede Nacht nass (5x die Woche). Auch im KiGa gibt es ab und an nasse Schlüpfer während des Mittagsschlafes. Das passiert aber nur, wenn sie wirklich einschläft, meistens ruht sie nur, dann bleibt das Höschen auch trocken. Anfang des Jahres haben wir es mit der Klingelhose probiert, nach 18 Tagen aber abgebrochen.
In der letzten Woche gab es 6 nasse Nöchte, kein einziges Mal ist sie augewacht. Aktuell hat sie die Betteinlagen von Pampers (Bedmats) im Bett. Am Wochenende haben wir mit Lisa vereinbart, dass es besser wäre, wenn sie eine Windel anziehen würde. Am Samstag haben wir mir Ihr zusammen Windelhosen gekauft, mit Disney-Prinzessinen drauf. Das war für sie auch OK. Am Samstag Abend hat sie aber auf dem Wickeltisch kalte Füße bekommen und sich geweigert, eine Windel anzuziehen. Heute haben wir mehrmals angesprochen, dass sie für die Nacht aber eine Pampers anziehen muss. Bis kurz vorm zubettgehen war das auch OK, dann aber kam die absolute Verweigerungshaltung. Ich kann ja verstehen, dass Lisa sich nicht wohlfühlt wieder eine Windel anzuziehen, aber fast jede Nacht ein nasses Bett und einen nassen Schlafanzug ist doch auch keie Lösung. Ich würde mich über Tipps freuen!
Chantelle

Gabriele Grünebaum 20.12.11 [10:31]

Hallo, haben Sie schon einmal ein Blasentagebuch geführt, um festzustellen, was die Blase Ihrer Tochter maximal fassen kann und wieviel Pipi sie nachts ins Bett macht? Ein Abwarten über das 5. Lebensjahr hinaus ist, wenn die Eltern und das Kind gestresst sind (so hört es sich bei Ihnen verständlicherweise an) nicht unbedingt sinnvoll.
Zunächst muss tagsüber eine sichere Trockenheit erreicht werden, dann geht man die Probleme der Nacht an.
Das Blasentagebuch hilft auch ggf. Trinkfehlverhalten aufzudecken.
Daher ist es sehr sinnvoll, wenn Sie mal für 3-4 Tage aufschreiben, was und wann und wieviel das Kind trinkt und wann und wieviel Pipi es macht und ob und wann es tagsüber mal zu Auffälligkeiten kommt.
Sie können das Blasentagebuch auch interaktiv im Internet führen und erhalten dann eine erste Auswertung, die Sie auch zum Arzt mitnehmen können.
Alles Gute
G.Grünebaum

Chantelle78 20.12.11 [14:26]

Hallo,
das Blasentagebuch haben wir im Sommer für eine Woche geführt,
Lisa hat im Schnitt alle 3-4h 40-50 mL Pipi gemacht. Um 20:00h geht es ins Bett, da waren es meistens weniger (10 bis 20). In der Bettunterlage waren morgens 50-60g drin, da kommt aber noch dazu, was im Pyjama und im Bettlaken ist. Getrunken wird normal, da achten wir drauf, ab 18:00h gibt es aber nur noch stilles Wasser, das wird naturgemäß nicht mehr so viel getrunken.
Heute morgen war Lisa trocken, als ich um 13:30h in den KiGa kam hatte Sie allerdings Ihre Wechselkleidung an...
Chantelle

Chantelle78 22.12.11 [20:36]

Geschafft! Seit einer halben Stunde ist Lisa im Bett und hat eine Windel an! Fast ganz ohne Diskussion. Jetzt habe ich zwar wieder zwei Wickelkinder im Haus, dafür wird es die Strom-und Wasserrechnung danken, wenn die Waschmaschine jetzt nicht mehr jeden Tag läuft. Verstehen konnte ich Lisa ja, ich muss zugeben, dass ich schon ein bisschen schmunzeln musste (hat sie aber nicht gesehen!) als mein großes Mädchen einen nicht zu übersehenden Windelpo unter dem Schlafanzug hatte. Jetzt werden wir mal bis Ostern weitersehen.
LG Chantelle

Gabriele Grünebaum 23.12.11 [14:08]

Hallo Chantelle, im Alter von 6 Jahren ist die durchschnittliche Blasenkapazität etwa 210 ml (6+1 mal 30).
Waren die 40-50 ml der Durchschnitt? Um der Blasenkapazität auf die Spur zu kommen, schaut man sich die in 24 oder 48 Stunden gemachte MAXIMALE Urinmenge an, also die Menge, die das Kind bei einem Toilettengang maximal gemacht hat.
Wären dies bei Ihrer Tochter nur 50 ml wäre dies deutlich zu wenig. Da würde es schon Sinn machen, bald mit einer Therapie zu beginnen.
Gut, dass Ihre Tochter bereit ist, um weiteren Stress zu vermeiden, eine Windelhose anzuziehen. Wenn dies die häusliche Situation entschärft, ist das doch schon mal gut.
Schöne Feiertage wünscht
G.Grünebaum

Chantelle78 27.12.11 [16:50]

Hallo Frau Grünebaum,
die 40-50mL ergeben sich aus der Tatsache, dass Lisa quasi ständig auf dem Topf saß, ob sie musste oder nicht. Allein die Tatsache, dass sie in einen Messbecher machen sollte, hat m.E. das Ergebnis schon verfälscht, da das Pipimachen stark in den Vordergrund geriet. Ich habe bereits überlegt, ob ich jetzt nochmal ein Blasenprotokoll mit Lisa anfertige. Allerdings möchte ich das Einnässen jetzt aktuell nicht stärker thematisieren als notwendig. Die letzten Morgen waren so entspannend für uns alle. Morgens aufstehen, Leon wickeln und Lisa von der Windel befreien, das wars- keine nassen Schlafanzüge, Bettlaken und Bettdecken. Heute hat Lisa zum ersten Mal für den Mittagsschlaf eine EasyUp angezogen , die wir noch in Laras Kleiderschrank"gefunden" haben. Ganz von alleine. Ich denke, dass Lisa auch ganz dankbar ist, nicht mehr in nassen Sachen aufzuwachen.
An Silvester sind wir bei den Großeltern, da haben wir auch schon mal eine Sorge weniger, jetzt wo Lisa freiwillig mit einer Windel schläft icon_wink.gif
Liebe Grüße, Chantelle

Gabriele Grünebaum 27.12.11 [20:23]

Hallo Chantelle, prima, dass der Druck jetzt erst mal raus ist. Das ist ganz wichtig für das Kind und für die ganze Familie icon_wink.gif
Sie sollten aber dennoch nicht vergessen, das Problem zunächst mal diagnostisch und dann ggf. auch therapeutisch anzugehen.
Suchen Sie sich doch mal ein Wochenende aus, an dem zu Hause wenig Stress ist und versuchen Sie dann Ihre Tochter beim Führen des Blasentagebuches mit einzubeziehen - ohne dass das Protokollieren allzusehr in den Mittelpunkt gerät.
Ich drücke die Daumen und wünsche ein gutes und gesundes neues Jahr und schöne Tage bei den Großeltern.
G.Grünebaum