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Charty
12.01.12 [09:41]
Hallo, ich hoffe, dass ich hier ein paar Tipps bekomme, da ich - zumindest zu diesem Thema - nicht wirklich die Unterstützung unseres Kinderarztes habe.
Meine Tochter ist jetzt 8,5 Jahre alt und nässt JEDE Nacht ein. Mit 5 Jahren wollte sie keine Windel mehr in der Nacht und wir haben es versucht. In 2 Jahren waren vielleicht 3 Nächte dabei, die wirklich trocken waren. Beim evtl. Nachmittagsschlaf hält sie ca. 1 Stunde aus. Der KiA sagt immer, das gibt sich schon. Seine Tochter wäre erst mit 10 in der Nacht trocken geworden.
Ihr ist das Einnässen auch peinlich, vor allem im Urlaub, wenn dann die Unterlagen nass sind. So wollte sie dann mit 7 Jahren diese Underjams, die sie seither jede Nacht trägt.
Mit ihrer Psychotherapeutin - die Spieltherapie ging jetzt 1,5 Jahre und endet in Kürze - habe ich auch gesprochen und auch sie war der Meinung, ich sollte den KiA etwas unter Druck setzen. Das habe ich letzten Sommer auch getan und er war dann bereit eine Ultraschalluntersuchung zu machen, inkl. Test des Blasenvolumens. Herauskam, dass meine Tochter quasi eine Reizblase hat und sie schon bei den geringsten Mengen (60 ml) einen starken Harndrang verspürt, sie aber 200 - 300 ml halten müsste. Wir haben jetzt nun die letzten 6 Monate auf sein Anraten hin trainiert und sind jetzt bei durchschnittlich 300 ml.
Aber für die Nacht hat es so gut wie nichts gebracht. Sie schläft zu tief, wacht einfach nicht auf. Selbst wenn ich sie nochmal wecke, wenn ich ins Bett gehe, war das Bett (jetzt die Windel) nass und das gleiche am Morgen.
Wie gehe ich jetzt am besten vor? Braucht es ggf. noch länger bis das Blasentraining sich auch auf die Nacht auswirkt oder ist jetzt nicht wirklich Zeit - auch gegen den Willen des KiA - zum Urologen zu gehen? Wenn Urologe, gibt es eine Empfehlung für München?
Herzlichen Dank.
Vg Charty
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pacal
12.01.12 [12:06]
Hallo Charty,
einen Urologen, der sich damit auskennt (schau auf der Hompage des Urologen, ob er in seiner Ausbilung, Erfarhung mit/bei Kindern gesammelt hat. Sonst könnte es sein, dass dir dieser Urologe keine Hilfe ist), ist immer zu empfehlen. Er kann Rat geben und deiner Tochter auch helfen. Hier im Forum gibt es ein Blasentagebuch, welches du in nächster Zeit mal anwenden solltest und dieses beim ersten Urologenbesuch mit zum Arzt nehmen solltest. Darauß kann ein guter Urologe schon viel erkennen.
Wenn der Körper ein gewisses Hormon nicht bildet, kann der Mensch nachts nicht trocken werden. Erst, wenn es zu genüge gebildet wird, wird der Menshc nachts, bei Druck auf der Blase wach und er geht auf Toilette. Daher bin ich von einer Klingelhose oder Klingelmatte nicht überzeugt! Meist werden nur die Eltern davon wach. Nicht aber das Kind, welches davon wach werden sollte, um auf Toilette zu gehen. Auch wenn man mit den Geräten Erfolg verzeichnen kann, heißt es noch lange nicht, dass man bei weglassen des Geräts dann die gleichen Erfolge hat.
Gruß, pacal
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Gabriele Grünebaum
14.01.12 [12:47]
Hallo Charty, Sie sollten auf jeden Fall mal ein Blasentagebuch führen. Daran erkennen Sie zum einen das Blasenvolumen Ihrer Tochter und erkennen, wieviel Urin sie nachts und tagsbüber bildet. Das ist für eine Therapie sehr wichtig.
Eine Blasenkapazität von 300 ml für den Tag ist total OK. Es kommt vor, dass Kinder auch mit einer am Tag ausreichenden Blasenkapazität nachts einnässen, weil die Menge des Urins, der nachts gebildet wird, nicht in die Blase passt oder/und weil die nächtliche (!) Blasenkapazität von der am Tag abweicht.
Den Kinderarzt unter Druck zu setzen, nützt ja meist leider nichts. Wenn er nicht von sich aus eine ernsthafte Therapie bei einem 8-jährigen Kind vorschlägt, dann hat er - was die Therapie der Enuresis (Bettnässen) angeht - oft keine Ahnung.
Offensichtlich belastet das Einnässen das Kind und die Eltern - und da sollte man eine Therapie vorschlagen. Je später man übrigens damit beginnt, um so schwieriger wird eine Therapie.
Unser Tipp: Führen Sie mal ein Blasentagebuch und suchen Sie sich einen mit der Therapie des Bettnässens erfahrenen Arzt.
Prof. Maximilian Stehr vom Haunersches Kinderspital kennt sich recht gut mit dem Thema aus.
Alles Gute
G.Grünebaum
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Charty
16.01.12 [11:17]
Herzlichen Dank für die Information und das Feedback.
Mir unbekannt war bis dato, dass das Blasenvolumen in der Nacht von dem des Tages abweichen kann.
Wie lange sollte man denn das Blasentagebuch wirklich führen in so einem Fall? Da es unter der Woche mit Schule und Hort etwas problematisch ist, kommen ja eigentlich nur die Wochenenden in Frage. Mal sehen, ob ihr Vater da mitspielt, wenn sie alle 2 Wochen 1 Tag bei ihm ist.
In diesem Zusammenhang noch die Frage, wie Ihr das mit der Trinkmenge tagsüber macht, wenn das Kind den ganzen Tag in Schule, Hort, Nachmittagsunterricht etc. ist? Es ist bei uns wirklich problematisch die Tagestrinkmenge weitestgehend bis 17 Uhr zu schaffen, so dass sie am Abend meist zuviel trinkt. Wobei doch das eigentlich nicht das Problem wäre, wenn sie in der Nacht aufwachen würde, oder sehe ich das falsch?
Vg Charty
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Gabriele Grünebaum
16.01.12 [12:16]
Hallo Charty,
in der Tat kann es vorkommen, dass das Blasenvolumen in der Nacht von dem des Tages abweichen kann. Das findet man dann durch ein Blasentagebuch heraus.
Wenn Sie das Blasentagebuch an zwei Wochenenden führen (optimal wäre jeweils ab Freitag abend bis Montag früh), erhalten Sie schon gute Ergebnisse, mit denen ein erfahrener Arzt was anfangen kann.
Geben Sie Ihrer Tochter eine Trinkflasche mit und markieren Sie dort bis wann sie wieviel getrunken haben soll. Verabreden Sie dann mit ihr, dass sie sich daran hält.
z.B. in der 1. Pause 200 ml, in der 2. Pause noch mal 200ml, zum Mittag noch mal 200 ml. und dann am nachmittag, bevor sie den Heimweg antritt. Wenn sie sich daran hält, dann hättse sie ja schon mal 800ml intus - zusätzlich zu dem was sie zum Frühstück trinkt.
Das wäre schon mal ein guter Anfang.
Ziel einer jeden Therapie ist es, dass Kinder trocken durchschlafen - und nicht, dass sie aufwachen um auf die Toilette zu gehen.
Alles Gute
G.Grünebaum
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