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Nutzer 1323
15.06.10 [18:07]
Hallo,
wie bei vielen hier ist mein Sohn 5 1/2 bisher noch nicht richtig trocken. Es gab fast trockene Abschnitte, derzeit aber wieder eine Phase mit im Durchschnitt drei nassen Hosen täglich. Er beweist uns dann aber wieder tageweise, teils eine ganze Woche lang, dass er "es kann". Nachts war er bisher noch gar nicht trocken, hat immer noch Windel an, was ihn aber nicht stört, ebensowenig wie die nassen Hosen.
Es geht nun so weit, dass er es abstreitet, wenn die Hose nass ist und sich die tollsten Ausreden einfallen lässt, woher die nasse Hose kommt.
Sonne/Wolken Kalender für den Tag hat nix gebracht, ich hab das Gefühl, er sah die Wolke dann als Freibrief für den restlichen Tag.
Werde mal versuchen, so weit wie möglich ein Blasentagebuch zu erstellen, damit ich was für den Kinderarzt hab. Der hat bei einem ersten Besuch organische Ursachen für tagsüber ausgeschlossen (Ultraschall), mein Sohn konnte seine Blase komplett entleeren. Infekt war keiner. Hat mir für die Nacht auch nur wieder Sonne/Wolken Kalender gegeben und hat dann die Hormontherapie angedacht, wenn sich die Situation nicht innerhalb eines halben Jahres ändert.
Da er vor allem in Situationen einnässt, wenn er seinen Willen nicht bekommt, vermute ich zumindest teilweise eine Trotzreaktion. Er lässt sich auch nur unter heftigem Protest aufs Klo schicken bzw. zieht sich auch nur unter Protest um, sowohl zuhause als auch im Kindergarten. Bei längeren Autofahrten muss er dann plötzlich alle fünf Minuten aufs Klo, wobei dann oft gar nix mehr kommt.
Hat jemand einen Tipp für mich, wie ich zumindest die Trotzphase in den Griff bekommen kann?
Habe diesen Trotz auch beim Essen (selber Brot streichen) oder anderen Situationen, wo man was von ihm verlangt, was die kleine Schwester (3 Jahre jünger) bereits selber macht oder zumindest versucht.
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pacal
15.06.10 [20:48]
Hallo Sylvester,
ein klein wenig kann ich deinen Sohn verstehen! Er hat eine kleine Schwester und bekommt mit, daß sie seiner Meinung nach mehr beactet wird, als er! Er möchte nicht zu kurz kommen! Aber daß dem nicht so ist, kann er noch nicht verstehen! Das kann man ihm noch so oft erklären! Die Balance halten, daß man beiden Kindern gleichermaßen gerecht wird, denke ich mir, wird schwer sein!
Aber zum eigentlichen Problem!
Ich denke nicht, daß dein Sohn aus Trotz in die Hose macht! Ich kenne es von meinem Sohn! Der hat anfangs auch immer gesagt, daß er es nicht merken würde, wenn er müsse! Er hatte am Tag zw. 4 und 8 Hosen naß!
AUf den ersten paar seiten hier, kannst du die Leidensgeschichte meines Sohnes nachlesen! Das würde jetzt sonst den Rahmen spängen, wenn ich nochmals alles aufschreibe!
Dein Sohn wird es leid sein, immer wieder sagen zu müssen, daß er es nicht merkt, wenn er wieder mal eine nasse Hose hat! So war es auch bei meinem Sohn! Warum sollte man immer wieder erklären, daß man es nicht spührt, wenn man immer wieder gefragt wird, warum man in die Hose macht, warum man nicht rechzeitig auf Toilette geht, wenn ein Sonnen-Wolkenkalender gefertigt wird und man mehr Wolken als Sonnen hat und kein Erfolgserlebnis, etc.!?
Ich hab mir es endlich ganz abgewöhnt, mein Sohn darauf aufmerksam zu machen, daß er doch auf Toieltte soll, aufgehört, ihn ständig zu löchern, ob er denn mal auf Toieltte muß! Nehme es hin, wenn die Hose mal wieder feucht ist und richt und sage nichts weiters dazu, weil ich ja um das Problem meines Sohnes bescheid weis und es ja schon so oft besprochen wurde.
Das ales und die Arztbesuche haben es soweit gebracht, daß jetzt nur noch alle paar Tage die Hose feucht ist und riecht!
Nochmals zur Trotzphase:
Wie meinst du das, mit dem Brot selber streichen? Macht das dein Sohn nicht selbständig? Das hat mein Sohn mit fast 3 Jahren selbst gemacht! Und wehe ich wollte ihm helfen! 
Allgemein soll man seine Kinder viel selbst machen lassen! Auch Dinge, wo man als Mutter lieber selbst machen möchte, als dass man es das Kind machen läst, weil man doch besorgt ist, daß was passierenkann!
Das Kind unterstützen und nicht maßregeln! Keine Verbote erteilen, sondern eher erklären, warum man dies und jenes nicht möchte(nicht möchte, daß es dies oder jenes macht! Grenzen setzten, aber keine Verbote! Je mehr man etwas verbietet, um so rezvoller ist es für ein Kind, es doch/erst recht zu machen!
Ich werde mir demnächst das Buch "Was Familien trägt: werte in Erziehung und Partnerschaft" von Jesper Juul kaufen und lesen! Ich habe von ihm einen kleinen Ausschnitt gelesen und mußte schmunzeln, weil man sich in vielen Situationen wiedererkennt.
Gruß, knusper
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Gabriele Grünebaum
15.06.10 [23:49]
Hallo Sylvester, ein Blasentagebuch ist ganz sicher ein erster, richtiger und wichtiger Schritt in die richtige Richtung.
Zuerst muss man mal herausbekommen, wo das Problem liegt - wieviel Ihr Sohn wann trinkt. wann und wieviel Pipi er macht usw.
Es gibt im Internet ein interaktives Blasentagebuch
www.blasentagebuch.de
das hilft zu verstehen, was man als Eltern ggf. besser machen kann.
Sie können das Blasentagebuch auch an zwei Wochenenden führen, wenn Ihr Sohn in der Woche im Kindergarten (oder so) ist.
Und was den heftigen Protest angeht- beim aufs Klo schicken - da kann ich nur empfehlen, dass Sie sich kompromisslos durchsetzen müssen und dass Ihr Sohn begreifen lernen sollte, dass er dabei mitwirken muss, wenn er trocken werden will.
Viel Glück
G.Grünebaum
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Nutzer 1323
16.06.10 [10:53]
Vielen Dank für die Tipps,
zuerst zur Trotzphase. Ja, er weigert sich teilweise strikt, z.B. sein Brot selber zu streichen und will es partout von mir oder meinem Mann gestrichen haben. Genauso beim Schuhe anziehen, usw. Eifersucht gegenüber der kleinen Schwester - die ja noch ganz normal die Windeln anhat - ist mit Sicherheit mit dabei. Die Schwester ist noch dazu sehr selbstbewusst und durchsetzungsstark - wir müssen ihn oft vor ihr beschützen, weil sie ihn z.B. einfach von der Couch runterschubst.
Auf seine Trotzigkeit wurde ich auch schon vom Kindergarten angesprochen, und da nicht nur im Bezug auf sein Einnässen und dem Weigern, sich umzuziehen.
Ein aktuelles Beispiel, warum ich Trotz als Grund fürs Hosenbieseln mit vermute: er und seine Schwester waren am Freitag nachmittag zu Besuch bei einem Geschwisterpaar, die sie aus dem Kindergarten kennen. Bis wir zum ABholen gekommen waren, war die Hose trocken - als mein Sohn merkte, dass alles Bitten und Flehen um länger dableiben zu dürfen nix bringt, hat er eingenässt.
Im Gegenzug dazu hat er bei einer bei uns stattfindenden Kinderparty, bei der sechs Kinder bei uns zu Besuch waren, kein einziges Mal eingenässt.
Vielleicht gibts ja noch den ein oder anderen Tipp, wie man (zumindest) den Trotz in den Griff bekommen kann? Ich hab echt keine Lust auf ewig lange Diskussionen, bis er sich umzieht.
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Gabriele Grünebaum
16.06.10 [11:03]
Hallo Sylvester, Sie sollten sich fragen, ob es überhaupt sinnvoll ist, mit einem 5 jährigen über Dinge zu diskutieren, die Sie als Mutter allein zu entscheiden haben.
Wenn die Hose nass ist und Sie sagen, dass die Hose gewechselt werden muss, dann muss sie eben gewechselt werden. Wenn das Kind sich weigert und beginnt zu argumentieren, dann wird es freundlich aber bestimmt an die Hand genommen - die nasse Hose wird ausgezogen und die trockene angezogen. Ich würde mich da gar nicht auf Diskussionen einlassen.
Wehren tut er sich dann höchstens ein bis zweimal. Das hört schnell auf, wenn er merkt, dass er da gar nichts zu entscheiden hat. Ihre Sicherheit, mit dem Wäschewechsel genau das Richtige zu tun, gibt auch dem Kind Sicherheit und letztlich Zufriedenheit!
Wehren tut er sich dann, wenn er merkt, dass Sie sich nicht ganz sicher sicher sind - das macht dann auch das Kind unsicher.
Ich drücke die Daumen.
G.Grünebaum
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Iris
17.06.10 [16:10]
Hallo Sylvester,
ich kann Dich gut verstehen, meine beiden Jungs sind schon ein bißchen größer.
Beide haben sich im Alter zwischen 3 und 4 an der Trotzphase versucht und bei beiden hatte sie relativ schnell ein Ende. So hart es klingt und wie schwer das als Mama ist (man liebt sie ja, die Frösche): nur harte Konsequenz hilft. Klare Regeln. Die werden eingehalten ohne Kompromisse. Punkt. Bei uns waren das: "Es wird nicht getrotzt. Wenn Du mit mir vernünftig redest, kannst Du alles haben, bei trotz erst recht nicht." "Was ich sage, gilt, bis Du 18 bist."
Erst Regeln aufstellen und erklären, danach durchsetzen.
Bei Euch vielleicht: Wenn etwas naß ist, wird umgezogen. Stell Dir mal vor, er holt sich im Winter eine Blasenentzündung. Das wird wohl am Anfang schon so gehen, daß Du ihn mit Gewalt umziehen mußt. Aber wenn er merkt, daß er mit seinem Trotz nicht dagegen ankommt, wird's besser.
Wer ein Brot will, schmiert es sich. Sonst läßt Du ihn eben sitzen, und notfalls wird er mal ohne Essen in's Bett gebracht. Das klingt grausam, aber kein Kind hungert freiwillig. Und es muß nur einmal sein (wenn überhaupt), am nächsten Abend wird bestimmt schon reichen "willst du wieder wie gestern....".
Bei uns hat's je 2 Wochen gedauert und dann waren die Jungs geheilt vom Trotz - bis heute...
Wie gesagt, keine Diskussionen, kein Geschrei, keine Gewalt, sondern klare Regeln aufstellen und ruhig bleiben beim Durchsetzen. Das ist hart für Dich, aber danach kannst Du aus dem Zimmer gehen und durchatmen.
Vielleicht kann Dich Dein Partner da auch unterstützen, soweit er da ist. Wenn er auch sagt, daß Mamas Regeln ab sofort gelten, wird es Dein Sohn schon einsehen (müssen).
Wenn es geht, bitte nicht die kleine Schwester als Beispiel nehmen. Jedes Kind ist anders. Erst recht jungs und Mädels. Und jedes Kind muß sich in seiner eigenen Art und Weise - und Tempo - entwickeln.
Das andere Thema mit den nassen Sachen würde ich erst mal hintan stellen. Eines nach dem anderen. Wenn Du den Trotz überwunden hast und Ihr damit gut klar kommt, kannst Du das andere thema dann nochmal mit einem guten Arzt zusammen angehen...
Ich wünsche Dir viel Kraft und Geduld und alles Gute und viel Erfolg !
Viele Grüße, Iris
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