Initiative Trockene Nacht - Guter Tag - Rat und Hilfe für Bettnässer und Enuresis-Patienten

Neu hier. Habt ihr Rat?

5FachMama 11.06.16 [21:56]

Hallo
Ich habe bisher 2 Kinder die Probleme mit der nächtlichen Trockenheit haben. Mein Sohn hatte bis vor kurzem Probleme. Es gab trockene und nasse Nächte. Er bekam die Klingelhose verschrieben, nachdem der Kinderarut ein Ultraschall von der Blase gemacht hatte. Es klappte super. Dauerte ein paar Wochen. Jetzt ist er komplett trocken. Er ist 10.
Meine Tochter ist 7. Bei ihr ist es anders. JEDE Nacht ist ihre Windelunterhose nass. Wirklich IMMER. Auch mit ihr waren wir zum Ultraschall. Sah alles ok aus. Klingelhose. Zuerst wusste ich nicht, dass man die Hose nir einmal nachts auslösen öassen soll. Also sahen unsere Nächte so aus.. ca. 23/0Uhr klingeln. 3/4Uhr klingeln. Und dann die Windelhose, die dann morgens nass ist. Trotz abends wenig trinken, nochmal zur Toilette usw.
Wenn sie die Windelhose trägt, ist die immer sehr voll!
Das ist doch so nicht normal, oder? Sooo viel Urin in der Nacht?
Sie macht am Abend schon Theater, weil sie die Klingelhosen nicht anziehen will.
Die ersten Nächte wurde sie nicht wach. Mitlerweile schon.
Am Tage haben wir auch Probleme. Sie nässt zwar nie richtig ein. Aber es landen immer ein paar Tropfen in der Hose. Ob es da Faulheit/ zu spät hingehen ist, ich weiss es nicht. Jedenfalls macht es mich wahnsinnig, dass sie immer nach Urin riecht.
HILFE!

Gabriele Grünebaum 15.06.16 [23:27]

Hallo 5FachMama, Ziel der Therapie mit einem Alarmgerät ist es, dass ein Kind trocken durchschläft. Ziel soll nicht das trockene Bett sein, welches erreicht wird, indem ein Kind regelmäßig ein- oder mehrmals in der Nacht geweckt wird.
Sehr viele Kinder, die Nachts noch einnässen, haben auch ein "Tagesproblem" - und zwar genau das, was und wie Sie es von Ihrer Tochter beschreiben.

Sinnvoll ist es dann zunächst die Tagesprobleme zu lösen - und wenn dies geschehen ist, ist sehr häufig auch das Problem in der Nacht beseitigt.
Wurde schon einmal ein Blasentagebuch geführt? Es ist interessant zu wissen, wie häufig Ihre Tochter tagsüber auf die Toilette geht und welche Mengen Urin sie dann jedesmal läßt. Dies gibt ein Hinweis auf die Blasenkapazität des Kindes.
Wenn z.B. nie mehr als 150ml Pipi gemacht wird, geht man davon aus, das die Blase auch nicht mehr Urin speichern kann.
Die altersgerechte Blasenkapazität errechnet man so: (Alter des Kindes +1)*30=Blasenkapazität in ml
Beispiel: beim 7-jährigen Kind ==> 7+1=8 8*30=240ml
Ein 7-jähriges Kind hat normalerweise eine durchschnittliche Blasenkapazität von 240ml.

Und es ist wichtig zu wissen, wie groß die Menge Urin ist, die des Nachts gebildet wird. Hierzu addiert man die nächtliche Urinmenge, die in die Windel geht (diese muss dann gewogen werden) zu der ersten Menge, die morgens nach dem Aufstehen gelassen wird.
Normalerweise wird Nachts ein Drittel des 24-Stundenurins gebildet.
Wenn ein Kind z.B. in 24 Stunden 600ml Pipi macht, würden Nachts normalerweise etwa 200ml gebildet.
Wird nachts deutlich mehr Urin gebildet und zwar so viel, dass dies gar nicht in die Blase passen würde, werden die Kinder entweder nachts wach, um auf die Toilette zu gehen, oder machen unbemerkt ins Bett. Diesen Kindern würde man eher keine Alarmtherapie verordnen, sondern ggf. dabei medikamentös unterstützen, dass nachts weniger Urin gebildet wird.

Ist denn bei Ihrer Tochter ein Blasentagebuch angefertigt worden?
Mit besten Grüßen
G-Grünebaum

5FachMama 25.06.16 [12:07]

Hallo

Wir haben nun einen Termin im KH um alles organische und hornonelle abzuklären.
Hierfür haben wir auch grade Unterlagen bekommen, wo wir genau das machen sollen. Protokoll führen.
Ich hoffe wir bekommen das überhaupt hin.
Ich bin ja nicht 24h bei meinem Kind. Sie ist 7. Spielt bei Freunden und geht auch alleine auf die Toilette.
Aber was muss.. das muss wohl..

5FachMama 25.06.16 [12:09]

Vor der medikamentösen Behandlung schrecke ich etwas zurück.
Soweit ich weiss, wird dadurch die Nierenfunktion runter gefahren und die Kinder dürfen auf keinen Fall etwas trinken danach. Der Arzt sagte, die Kinder würden sich sonst vergiften, weil nichts ausgespült würde.
Meine Tochter ist 7 und ich hätte zu viel Angst, dass sie nachts trotzdem heimlich etwas trinkt.

Gabriele Grünebaum 25.06.16 [19:35]

Hallo 5FachMama, das Protokoll können Sie vielleicht ja mal an einem Wochenende machen, wo das Kind zu Hause bleibt oder wo die Erwachsenen, wo das Kind dann ist, miteinbezogen werden.
Es ist sehr sinnvoll, dieses mal aufmerksam zu führen, weil sich hieraus wesentliche Informationen für eine Therapie ergibt.
Je nachdem, was das Ergebnis der Auswertung des Blasentagbuches ist, kann man u. U. zwei völlig verschiedene Medikamente einsetzen - eines, das helfen soll, die Blase zu beruhigen, damit sie wächst (wenn sie zu klein ist) und eines, das beiträgt, dass die nächtliche Urinmenge reduziert wird.
Dieses kann allerdings durchaus, wenn es falsch angewendet wird, zu Wassereinlagerungen und in seltenen Fällen auch zu Kreislaufproblemen führen. Es soll aber abends "auf der Bettkante" eingenommen werden. Danach sollten die Kinder dann auch schlafen.
Steht Ihre Tochter nachts denn auf, um zu trinken? Hat sie dann noch wesentlichen Durst? Wenn das so ist, sollten Sie dies auch Ihrem Arzt mitteilen.
Alles Gute.
G.Grünebaum