Initiative Trockene Nacht - Guter Tag - Rat und Hilfe für Bettnässer und Enuresis-Patienten

Manchmal habe ich Angst, dass es nie aufhört

Hope 19.05.08 [18:58]

Hallo,

mein Sohn ist inzwischen schon 12 Jahre alt und nässt immer noch fast jede Nacht ein. Er hat allerdings auch ADS und nach allem was ich so lese, scheint das häufig im Zusammenhang zu stehen.
Wir haben natürlich auch schon alles mögliche probiert, Wecken, Medikamente und Co. Organisch ist alles ok. Vor kurzem hatten wir gerade einen neuen Anlauf mit einer neuen Klingelhose. Aber auch das neue Modell, ganz schick kabellos, alles über Funk, hat nicht den Durchbruch gebracht. Wir versuchen uns, und natürlich ihm wenig Stress damit zu machen. Manchmal kommt bei allen Beteiligten dann doch die Verzweifelung hoch. Ich merke dann, wie sehr auch mein Sohn leidet. Bevor wir unseren neuesten Versuch starteten, (Enuresisambulanz der Uniklinik Köln) habe ich ihn gefragt, ob er denn noch einmal einen Versuch starten möchte. Er sagte, dass er alles tut, wenn die Pieselei nur endlich aufhört. Der Therapeut meinte, wir sollten nach dem Misserfolg mit dem "Piesel Piepser" nun erst mal abwarten, Lukas soll regelmäßig trinken und er soll tagsüber ca alle 2 Stunden zur Toilette gehen. Uns wurde erklärt, dass die Blasenwand bei Kindern die zu selten zur Toilette gehen verdickt ist und dadurch weniger empfindsam ist.
Ich hoffe sehr auf die hormonelle Umstellung in der Pubertät. Mein Bruder wurde mit ca 14 Jahren von einem auf den anderen Tag trocken. Bis dahin müsen wir die Nerven bewahren.
Mein Sohn geht recht selbstbewusst damit um (zumindestens nach außen). Er übernachtet mit Pampers (bzw. inzwischen Tena Pants) bei Freunden, fährt jedes Jahr auf Klassenfahrt und schafft das inzwischen selbständig und relativ diskret.

Liebe Grüße Hope

petra64 20.05.08 [12:46]

Hallo Hope,

ich kann Deine Angst sehr gut verstehen. Insbesondere so kurz vor der Pupertaet will man ja auch einfach nicht, dass das eigene Kind mit so einem Problem belastet ist. ABer ihr habt ja auch wirklich alles versucht und euch auch Unterstuetzung bei einem Psychologen geholt, das finde ich sehr gut. Und somit unterstuetzt ihr euren Sohn ja auch mit allen Mitteln und ich denke, das ist dabei eh das wichtigste, dass die Seele des Kindes keinen Schaden nimmt. Er hat ja auch gelernt, das Problem zu verbergen und kommt damit ganz gut klar. Wenn Dein Bruder das Problem auch hatte, dann ist das halt einfach erblich. Vielleicht solltest Du ihm einfach wirklich noch etwas Ruhe goennen nach dem Fehlschlag, bevor ihr in die Uniklinik geht, sonst steht er einfach zu sehr unter Erfolgsdruck. Vielleicht ist es hilfreich, erst mal das Problem als normal anzusehen und ihm nicht zu viel Beachtung zukommen lassen, denn Deine Aengste, die natuerlich sehr verstaendlich sind, uebertragen sich auch auf ihn. Wer weiss, vielleicht gibt es sich ja wirklich auch einfach von selbst und wenn nicht, dann habt ihr immer noch die Uniklinik als weitere Hoffnung. Ich wuensche Euch auf alle Faelle viel Glueck.

Petra

Hope 20.05.08 [18:07]

Hallo Petra,

vielen Dank für deine nette Antwort. Du hast sicherlich recht, dass mein Sohn meine Ängste und Sorgen spürt, obwohl wir schon versuchen, dem Thema Enuresis nicht zu große Bedeutung zu geben. Manchmal merke ich jedoch seine Verzweifelung und das tut mir als Mutter natürlich sehr weh. Ich mache ihm dann Mut, erzähle von unseren Erfahrungen mit meinem Bruder und bestärke ihn darin, dass er die Hoffnung nicht aufgibt. Dann geht es für die nächste Zeit wieder.

L.G. Hope

nitewish 28.05.08 [10:11]

Hallo Hope,
auch an alle die sich hier im Forum austauschen,bin heute das erste mal im chat und wir können auch ein Lied davon singen.Mein Sohn Pascal wird im November 9jahre und wir haben das Bettnässen auch noch nicht lebewohl sagen könnenicon_frown.gif Großes Problem liegt in der Nacht.
Haben schon viele Möglichkeiten (Urologen aufges.,Klingelhose,Mictonetten,etc.)hinter uns,Höhen und Tiefen.....was erzähle ich ...ihr wisst was ich meine.Es gibt trockene dann wieder nasse Nächte,Tränen und Verzweiflung..icon_frown.gif
An was kann es liegen??Organisch und ärztlich ist alles in Ordnung.Man macht sich große Gedanken und hat um sein Kind Angst!!
Momentan kann ich sagen hat sich alles eingespielt,man lebt damit nach langer Zeit...es gibt aúch mal eine Woche lang ein trockenes Bett und dann wieder kommen 2,3Tage ein nasses.
Wichtig für uns ist,ich stehe immer zu meinem Kind und er weiss das auch,somit nehme ich ihm seine Angst und seine Scham!!

Liebe Grüße Rosi