Initiative Trockene Nacht - Guter Tag - Rat und Hilfe für Bettnässer und Enuresis-Patienten

Hilfe beim täglichen Einnässen und Einkoten tagsüber!

Pia Wykpis 05.06.08 [15:41]

Hallo,
mein Sohn wird diesen Monat 6 Jahre alt und näßt und kotet noch täglich ein. Nachts ist er seit ca. 2 Jahren zuverlässig trocken. Wir sind mit unserem Wissen und auch mit den Nerven am Ende. Wir waren schon beim Urologen, beim Gastroenterologen, beim Psychiater, bei einer Psychologin, bei der Erziehungsberatung und sind nun aktuell bei einem Ergotherapeuten. Keiner hat Hilfe. Wir haben mit allen Mitteln versucht zu motivieren und ihn niemals bestraft, aber natürlich sind unsere Nerven endlich und nicht jeder Tag gelingt uns gleichermaßen ausgeglichen, so dass mittlerweile natürlich auch Stress für unseren Sohn entstanden ist. Hinzu kommt, dass er im August eingeschult werden wird und wir uns gut vorstellen können, was in der Klasse und auf dem Schulhof passieren wird. Das würde ich im gerne ersparen. Wenn also jemand irgendeinen Tip hat, wäre ich unendlich dankbar. Schön wäre auch, wenn mal jemand sagt, dass er das Problem kennt, dann fühlen wir uns nicht mehr so alleine.
Danke für die Unterstützung
Pia

Gabriele Grünebaum 05.06.08 [16:28]

Hallo Pia,
möglicherweise handelt es sich um einen Fall von chronischer Obstipation (Verstopfung) mit Überlaufphänomen, was verhaltensbedingt auftreten kann. Allerdings muß ein neurologisches Geschehen sicher ausgeschlossen sein. Daher ist eine sehr gute Diagnostik absolut notwendig.
Wie verlässlich waren die Aussagen des Gastoenterologen und des Urologen und wieviel Ahnung haben diese Ärzte von der sehr speziellen Materie? Nicht alle Ärzte kennen sich optimal mit dem Thema aus.
Falls es sich in der Tat um eine chronische Obstipation handelt, gibt Hilfen, die z.B. den Stuhl aufweichen ohne in der Darmwand zu wirken wie ein Abführmittel und daher keine Gewöhnung machen. Gegebenenfalls scheint auch ein konsequentes morgendliches Toilettentraining von 15-30 Minuten sinnvoll, unterstützt evt. durch Vorlesen, Kassette hören oder Koordinationsspiele (Kugel durch Labyrinth o.ä.). Möglicherweise hilft es auch, wenn das Kind alle 2-2,5 Std ausreichend trinkt (in dem Alter ca. 1 Liter) und auf die Toilette geht.
In jedem Fall sollten sich Kinder ausreichend bewegen, da sonst der Darm träge ist.
Ist das Kind üpbergewichtig? Wird das Kind vernünftig ernährt??
Normale Darmpassagezeit in diesem Alter = 12-16 Std, d.h. mindestens 1xtgl breiiger Stuhl je nach Nahrung.
Sie sehen, es gibt viele Fragen aber auch viele Ansätze für eine Behandlung des Problems und es gibt Ärzte, die sich auf das Problem spezialisiert haben, und die Ihnen wahrscheinlich weiterhelfen können. Schaun Sie doch mal hier in unsere Arztsuche, ob Sie jemanden finden, der bei Ihnen in der Nähe ist. Ein baldiger Arztbesuch scheint dringend angeraten.
Viel Glück und alles Gute wünscht
Gabriele Grünebaum

Dadi 08.06.08 [00:09]

Hallo Pia ,
ich wollte nur mal kurz einen Gruß dalassen und Moralisch unterstützend Wirken .....uns geht es ähnlich wie euch nur das unser Kind schon fast 10 Jahre ist ....wir sind grade in guten Händen - und das wirckt sich super positiv auf unseren Jungen aus ....
Mein Tipp ist , viel drüber reden - man glaubt nicht wer auf einmal die selben Probleme hat oder jemanden kennt ..... oder usw.
Und der zweite Tipp ist , egal wie lange es noch dauert ,
zeigt eurem Kind wie sehr ihr es liebt - immer und immer wieder ....
Lg Ela

Rita 09.06.08 [21:13]

Hallo Pia,
ich habe aufmerksam deinen Bericht gelesen und hätte erventuell einen Tipp wo dir geholfen werden kann. Mein Sohn nässt auch noch tagsüber ein wird im Sommer eingeschult und ist 6 1/2 jahre alt. Die Diagnose bei uns lautet "kindliche Harninkontinenz, eine überaktive Blase und sein Körper produziert nachts nicht selbstständig dieses notwendige ADH Hormon.
Auch wie du war ich sogar in einer Spezialabmbulanz in Mannheim, Erziehungsberatung.... Ich möchte weg von den Tabletten.
Von Frau Grünebaum habe ich, weil ich einen Verhaltenstherapeut gesucht habe den Tipp eines Arztes in Homburg/Saar bekommen.
Ich habe mich mit der Klinik in Verbindung gesetzt und bin schon am Telefon super beraten und aufgenommen worden. Das nennt sich dort "Ausscheidungsambulanz". Zuerst wird alles organische abgeklärt, dann wird auf der verhaltenstherapeutischen Ebene weitergearbeitet. Denn ich denke auch ein wenig mit Grausen an die Schule. Ich bin mir sicher wenn du dort anruftst wirst du die passende Hilfe, Rat und Tat bekommen die du suchst. Wenn du die Telefonnummer brauchst oder eine gute Internetadresse benötigst dann besorge ich dir das gerne.
Wir haben Anfang Juli unseren Termin dort. Und ich bin recht zuversichtlich. Ich denke unsere Kinder brauchen da auch etwas mehr Selbstbewustsein als Andere.
Lieben Gruß Rita