Initiative Trockene Nacht - Guter Tag - Rat und Hilfe für Bettnässer und Enuresis-Patienten

Was tun? Behandlung mit Imipramin?

soma 17.02.15 [21:29]

Hallo Ihr Lieben.
Ich habe Zwillingsjungs mit gut 13 Jahren, die Beide nachts einnässen. Seit der 1. Klasse *kämpfen* wir mit allen möglichen Therapieformen gegen das Einnässen. Wir haben bisher schon sehr viel versucht (schulmedizinisch und naturmedizinisch) und in jeder erdenklichen Form zeigte sich aus unerklärlichen Gründen immer ein kurzer Erfolg und dann immer ein Rückfall.
Zuletzt wurde mit der Klingelhose gearbeitet. Hier war es so, dass einer meiner Söhne 4 Monate Trocken war und mein zweiter Sohn 7 Monate. Danach kam bei beiden der Rückfall. Ganz schleichend. Anfangs nässten sie ganz selten ein und innerhalb von 2 Monaten war wieder alles beim Alten. Nun nässten Beide wieder jede Nacht ein. Nach Rücksprache mit unserem Arzt starteten wir nach 3 Monatiger Pause (= Schlupfhosen über Nacht;wir waren alle sehr demotiviert und antriebslos) wieder mit dem Trainieren in Form der Klingelhose.
Seit mehreren Monaten zeigt sich kaum bis gar kein Erfolg.
Deshalb hat jetzt der Arzt vorgeschlagen, die Klingelhose-Therapie zu unterstützen, durch Einnahme des Antidepressivums *Imipramin*.
Hat jemand Erfahrung damit? Ich steh dem Ganzen sehr kritisch gegenüber. Aber ich/wir wissen nicht mehr weiter. Die verschiedenen Therapieformen sind ausgeschöpft. Und das Einnässen Annehmen und Akzeptieren ist noch nicht vorstellbar. Ich bin um Jede Eurer Meinung und Anregungen sehr dankbar.
Hoffnungsvolle Grüße
*Soma*

Gabriele Grünebaum 18.02.15 [07:46]

Hallo soma, ich kann mir gut vorstellen, wie anstrengend und demotivierend es ist, wenn nach scheinbar erfolgreichen Therapien immer wieder Rückschläge folgen.
Ob aber in diesem Fall die Antidepressiva sinnvoll sind, ist die Frage.
Auf der Seite
http://www.initiative-trockene-nacht.de/bettnaessen/therapie/medikamente/trizyklische-antidepressiva.html
haben wir einige Informationen hierzu veröffentlicht.
Wir haben die Erfahrung gemacht, dass es sehr häufig erfolgreich ist, wenn Sie auf das Trinkverhalten schauen und dies verbessern. Sehr häufig trinken die Kinder "falsch". D.h. Kinder sollten etwa 50mg/kg Körpergwicht am Tag trinken. 75% der Tagesmenge sollte VOR 17 Uhr getrunken werden. Abends sollten keine Cola oder Milchgetränke getrunken werden.
Haben Ihre Söhne denn ein aktuellen Blasentagebuch vorliegen? Wie sieht es denn da mit dem Trinken aus?
Alles Gute
G.Grünebaum

soma 18.02.15 [15:41]

Liebe Frau Grünebaum.
Vielen Dank für Ihre schnelle Antwort.
Die Informationen über das Antidepressivum auf dieser Seite hatte ich schon gelesen. Leider fehlen für MICH aber mehr und konkretere Informationen und hatte gehofft, dass hier vielleicht einige Betroffene mir ihre Erfahrung mitteilen können.
Und in Ihrer Antwort glaube ich "rauszulesen", dass Sie persönlich die Einnahme mit Imipramin auch nicht für sinnvoll finden. (?) Was sich mit MEINER/UNSERER Meinung deckt.
Ein Blasentagebuch hatte wir ganz zu Beginn unter ärztlicher Unterstützung mehrerer Wochen geführt. Ein zweites Mal auch ganz konkret in den ersten Wochen mit der Klingelhose.
Momentan führen wir ein "Klingelhose-Tagebuch, welches beinhaltet:
Ob es geklingelt, wenn ja wann; selbstständiger Toilettengang, ja, dann wann; und Sonstiges!
Auf das Trinkverhalten während des Tages achten wir, ohne uns Notizen dazu zu machen, d.h. wir Messen nicht mehr die Trink- und die Urinmenge, achten aber darauf, dass untertags bis 17 Uhr genügend getrunken wird und danach höchstens ein halbes Glas (= max. 150ml; beide gehen zwischen 21:00 und 22:00 Uhr zu Bett); Cola oder andere Limonaden gibt es sowieso nicht.
Unser Arzt hat noch eine Art "Externer Kuraufenthalt" in hierfür spezialisierten Kliniken vorgeschlagen. Die Jungs/evtl auch nur einer; Zeitlicher Rahmen: Mindestens 4 Wochen + x ; je nach Verlauf des Aufenthaltes. Ist Ihnen darüber etwas bekannt?
Diese Form der "Therapie" können wir uns ALLE aus verschiedenen Gründen am Wenigsten und kaum vorstellen. Was meinen Sie dazu?
Ich kann nur nochmal "Danke" sagen und bin sehr gespannt auf Ihre Antwort!
Liebe Grüße
Soma

Gabriele Grünebaum 18.02.15 [17:43]

Hallo soma, es dürfte schwierig sein heutzutage noch jemanden zu finden, der vom Arzt Antidepressivea verordnet bekommen hat und darüber berichten kann. Die internationalen Therapierichtlinien sehen die Antidepressiva als Therapie bei der Enuresis nicht vor.
[http://www.initiative-trockene-nacht.de/bettnaessen/therapie.html]
Wenn Sie darauf achten, dass Ihre Söhne richtig trinken, ist schon viel getan.
Ein aktuelles Trink- und Pipiprotokoll über 3-4 Tage und Nächte könnte noch mal aufzeigen, ob Sie am Verhalten der Kinder bez. des Trinkens und der Toilettengänge noch etwas verbessern können.
Der Tipp bez. der Antidepressiva und Kur scheint mir eher hilflos zu sein, als gut begründet.
Möglicherweise meint der Arzt eine so genannte Mutter-Kind-Kur?
So was gibt es in der Tat in einer Mutter-Kind-Kurklinik, die sich auf die Enuresis spezialisiert hat (z.B. http://www.drk-vorsorgeklinik-norderney.de/norderney150.php)
So eine Kur dauert i.d. Regel 3 Wochen und kann in den Familien viel Stress rausnehmen und dabei unterstützen, wenn das Verhalten umgestellt werden sollte (z.B. besser trinken, regelmäßig aufs Klo gehen usw.).
Bei der Kurklinik können Sie auch einfach mal anrufen und sich beraten lassen.
Ich wünsche alles Gute.
G.Grünebaum

soma 21.02.15 [20:29]

Hallo Frau Grünebaum.
Ich werde mich genauer über derartige Mutter-Kind-Kuren informieren.
Von dem Antidepressivum bin ich auch nicht überzeugt. Da würde eine Kur doch eher in Frage kommen, wenn ich als Mutter meine Jungs dabei begleiten kann.
Wir werden den Kopf nicht hängen lassen, auch wenn s manchmal hoffnungslos erscheinen mag.
Vielen Dank für Ihre weitere Antwort.
Es tut doch gut, sich mit jemanden auszutauschen und Informationen einzuholen, der sich mit dieser Materie auskennt.
Herzliche Grüße
Soma