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C.E.
15.07.11 [12:18]
Hallo!
Mein Sohn ist jetzt 6,5 Jahre alt. Seit seinem dritten Lebensjahr macht er, mit Ausnahme von ein paar Phasen, die sich aber relativ kurz gehalten haben, tagsüber verlässlich nicht mehr in die Hose.
Als er mit 5 Jahren einen kleinen Bruder bekommen hat, meinte er von einem Tag auf den anderen, dass er nun nachts keine Windel mehr bräuchte. Und das war dann auch wirklich schlagartig so. Das Bett war ab da verlässlich trocken.
Es hielt mehrere Wochen an und dann war fast so schnell wie es gekommen war auch alles wieder vorbei. Einen Grund dafür gab es meiner Meinung nicht.
Er wünscht sich aber sehr, wieder trocken zu sein.
Die Kinderärztin meint, dass das gerade bei Jungs vorkommen könnte und wir sollen keinen Druck ausüben. Das tun wir auch nicht. Lediglich die Oma hat dies eine weile sehr massiv getan, seither meidet er es aber, bei ihr zu übernchten, wir zwingen ihn nicht.
Als nächsten Schritt würde die Kinderärzitin uns zu einer Klingelhose raten, ich selber halte davon nicht unbedingt viel, bin mir aber auch nicht sicher.
Die Blase+ zugehörigen Organe wurden bereits im Kinderkrankenhaus durch Ultraschall angesehen, hier gibt es keine Auffälligkeiten. Ansonsten gab es aber noch keine Untersuchungen obwohl ich es mehrmals angesprochen habe. Wie gesagt, wir könnten uns halt eine Klingelhose verschreiben lassen.
Zur psychischen Situation meines Sohnes:
Er ist ein sehr glückliches Kind, hat sehr viele Freunde und ist in zwei Sportvereinen sehr erfolgreich. Die familiäre Situation ist sehr gut, es gibt kaum Streit und er muss auf nichts verzichten. Die Mutter ist immer da, wenn etwas ist, setzt sich auch bei Problemen im Kindergarten ein. Man hat für ihn Zeit und beschäftigt sich mit ihm. Auch zur restlichen Familie (Großeltern, Tanten usw.) besteht ein gutes Verhältnis. Es gab keine besonders tragischen Vorfälle in der letzten Zeit.
Er ist sehr schlau. Kann bereits lesen, schreiben und +/- im Bereich bis 100 rechnen obwohl er noch nicht in der Schule ist. Auch hierzu wurde er aber nie gedrängt, nur bei Fragen unterstützt.
Nun meine Frage:
Kann man aus diesen Daten etwas erkennen, was auf eine mögliche Ursache des Problems hindeutet? Könnte ich dem Arzt vielleicht etwas vorschlagen, was man als nächstes tun könnte oder ist eine Klingelhose doch gut. Wir sind privat versichert, ich wäre aber auch bereit, erfolgreiche Maßnahmen selbst zu bezahlen, falls diese von der Krankenkasse nicht übernommen werden.
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Gabriele Grünebaum
17.07.11 [20:51]
Hallo, aus Ihren Fragen und der Beschreibung lese ich, dass Sie sich ein klein wenig schuldig fühlen, weil Ihr Sohn noch einnässt. Die wenigsten Kinder in diesem Altern tun dies aufgrund von psychischen Problemen oder einem problematischen Umfeld.
Es kann verschiedene Ursachen für das Einnässen geben. Da der Sohn schon mal einige Zeit trocken war, darf man davon ausgehen, dass die Blase altersgerecht entwickelt ist und die Menge Urin speichern kann, die nachts normalerweise produziert werden sollte. Falls dies so ist, ist eine Klingelhose keine Hilfe
Sinnvoll ist es, wenn Sie mal ein Blasentagebuch führen. Hier können Sie feststellen,wie der Sohn trinkt (Ist es genug? Ist es zuviel? Trinkt er über den Tag verteilt usw.), wie er Pipi macht (Anzahl), und wieviel Urin er tags und wieviel er nachts produziert.
Bei einigen Kindern ist die Produktion des ADH (Antidiuretisches Hormon) in diesem Alter instabil - d.h. es wird nachts zuwenig ADH ausgeschüttet und daher zuviel Urin gebildet. Das wird ein Blasentagebuch aber zeigen.
Dann könnte man ggf. medikamentös eingreifen, um die ADH-Produktion zu stabilisieren.
Also: Ein Blasentagebuch wird Sie wahrscheinlich weiterbringen und Ihnen bei der Entscheidung für eine Therapie helfen.
Unter www.blasentagebuch.de
können Sie ein solches Blasentagebuch interaktiv führen.
Es sollte eigenlich in jedem Fall IMMER auch Bestandteil einer Diagnostik sein - BEVOR eine Therapie (wie die Klingelhose) empfohlen wird.
Alles Gute
G.Grünebaum
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Iris
18.07.11 [09:52]
Hallo,
was Du über Deinen Sohn erzählst, ähnelt der Situation, die ich mit meinem Sohn hatte. Er ist inzwischen fast 11.
Sehr intelligent, selbstbewußt und mit seiner Welt zufrieden. Gerade die sehr lebhaften, intelligenten Kinder haben manchmal kleinere körperliche Problemchen (bei meinem Sohn wars neben der Enuresis noch Probleme mit der Händigkeit), weil - wie mir die Kinderärztin sagte - die Kinder oft, wenn sich der Geist sehr schnell entwickelt, der Körper Pausen macht. Es "wächst" immer abwechselnd - Körper und Geist... BESTIMMT hat die Enuresis Deines Sohnes keine psychischen Ursachen !!!
Da Dein Sohn schon komplett trocken war, würde ich denken, daß seine Blase und alles, was dazu gehört, gesund sind.
Es wäre also wirklich gut, mal ein Blasentagebuch zu führen und hier auszuwerten - und mit dem Kinderurologen zu besprechen.
Es kann sein, daß Dein Sohn es im Moment einfach nicht schafft, auf die Signale seiner Blase zu hören und das Unterbewußtsein diese einfach verschläft. Hier kann eine Alarm-Therapie helfen, evtl. sogar ganz schnell.
WENN Ihr Euch dafür entscheidet, verwendet aber bitte die KlingelMATTE und nicht die HOSE. Kostet bei 120,-- Euro. Du kannst weiter unten im Forum unter meinem Namen nachlesen, warum ich dies empfehle (langer Beitrag). Mit Medikamenten wäre ich eher vorsichtig. Ein guter Kinderurologe mit aktuellen Kenntnissen zu Euresis wäre hilfreich. Aber ohne Streß, sein Sohn ist noch jung - meiner war schon 10.....
Wünsche Euch alles Gute, Iris
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C.E.
22.07.11 [19:37]
vielen Dank für die Antworten. Das mit dem schlechten Gewissen stimmt bestimmt in gewisser Hinsicht. Dies beruht zwar nicht auf der Tatsache, dass mein Sohn noch nachts ins Bett macht (gemacht hat), sondern eher, dass ich manchmal das Gefühl habe, nicht genug für ihn gemacht zu haben, um ihm zu helfen.
Das Forum hat mir sehr gut weitergeholfen, ich habe auch die Fallbeispiele durchgelesen.
Ich habe ihm erzählt, dass auch viel älteren Jungs das noch oft passiert, nur keiner darüber spricht. Ich habe ihn ohne Windel schlafen lassen und vor allem stark darauf geachtet, dass er gegen abend weniger trinkt und vor allem keine Saftschorle.
Der Erfolg ist unglaublich, das Bett ist jetzt seit vielen Tagen immer trocken und er konnte sogar bei der Übernachtung im Kindergarten teilnehmen, etwas dass ihn lange Zeit sehr belastet hatte, da er unbedingt wollte aber auf keinen Fall mit Windel.
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