Initiative Trockene Nacht - Guter Tag - Rat und Hilfe für Bettnässer und Enuresis-Patienten

Vorstellung

Nane 21.05.15 [19:02]

Hallo, ich wollte unsere Situation kurz vorstellen:
Aus Verzweiflung habe ich im Internet Infos zu nächtlichem Einnässen gesucht...
Unser Sohn ist 9,5, seit er etwa 3 Jahre als ist auch tagsüber trocken. Nachts war das nie so, so dass er bis verg. Sommer in der Nacht Windelt trug. Der Leidensdruck wurde immer größer, gerade weil die Windeln die Urinmenge oftmals nicht fassen konnten und das Bett dennoch nass war.
Organische Ursachen sind ausgeschlossen (Urintest, Ultraschall). Zu Beginn der Sommerferien begannen wir mit der Klingelhose. Insgesamt trug er diese vier Monate lang und wie mussten fast jede Nacht das Kind stellvertretend wecken, was kaum zu machen war. Er hat einen so tiefen Schlaf, unglaublich. Für uns als Eltern war diese Zeit aber sehr belastend, da wir tagsüber arbeiten gehen mussten.
Mittlerweile wecken wir ihn zwischen 23h und 24h und dann morgens gegen 6h. Wenn wir großes Glück haben, ist er jedes Mal trocken, lässt sich irgendwie aus dem Bett schleppen und geht auf die Toilette. Wenn wir kein so großes Glück haben, ist einmal schon das Bett nass. Wenn wir kein Glück haben, ist das Bett jedes Mal nass. In aller Regel auch die Stofftiere und die Bettdecke.
Ohne Trockner eine logistische Herausforderung...
Ich bin am überlegen, ob wir die Klingelhose wieder herausholen sollte, aber mein Mann ist eher dagegen, weil diese vier Monate so schrecklich waren. Unser Sohn nimmt auch das nasse Bett nicht als unangenehm war. So bittet er morgens dennoch darum, noch fünf Minuten liegen bleiben zu dürfen.
Medikamente, hm, darüber haben wir uns noch nicht informiert, sehen wir aber als skeptisch an.
Vielleicht erhalte ich ja in diesem Forum umsetzbare Tipps?
Viele Grüße Nane

Gabriele Grünebaum 23.05.15 [21:21]

Hallo, haben Sie eine Idee, was die Ursache des nächtlichen Einnässens ist? Haben Sie schon einmal ein Blasentagebuch geführt, um herauszufinden, wie die Menge des Urins ist, der am Tag produziert ist zu der, die nachts produziert wird? Oder um herauszufinden, wieviel die Blase Ihres Sohnes fassen kann?
Erst wenn man u.a. diese Fragen beantwortet hat, kann entschieden werden, welche der Therapien sinnvoll ist.
Wenn das Kind fast jede Nacht trotz Alarmtherapie geweckt werden muss, dann ist das die falsche Therapie fürs Kind. Ziel einer Therapie ist nicht das trockene Bett am Morgen, sondern das Kind, das trocken durch schläft.
Wenn Ihr Sohn von Ihnen zweimal in der Nacht geweckt wird, hat er maximal 6 Stunden am Stück geschlafen. Das kann dazu führen, dass er morgens nicht ausgeschlafen ist und sich schlechter konzentrieren kann.
Wenn Sie schon mal ein Blasentagebuch geführt haben: was hat es gebracht? Wenn nicht, empfehlen wir dringend dies nun zu tun.
Alles Gute
G.Grünebaum

Nane 24.05.15 [07:11]

Hallo Frau Grünebaum,
eine Art Tagebuch, in welches wir die Pipi-Menge, die Trinkmenge und das Gewicht der Windel damals eintrugen, hatten wir geführt. Das war aber sehr schwer, da es nur in den Ferien geschehen konnte, unser Sohn auch nicht immer kooperativ war und zur Windel oftmals auch das Bett nass war, so dass die konkrete Urinmenge meist nicht konkret zu ermitteln war.
Ich habe mich mit Ihrer Homepage nun intensiv beschäftig. Daher habe ich mich nun bei den Großeltern unserer Kinder erkundigt, ob denn Bettnässen in der Familie bereits vorkam. Dabei kam heraus, dass mein Mann bis zum Alter von etwa 14 Jahren nachts eingenässt hat. Er habe dagegen Tabletten und sogar Spritzen bekommen. Auch seine Mutter habe noch als Jugendliche damit Probleme gehabt. Von meiner Seite kamen solche Berichte nicht.
Dies ist für mich nun eine mögliche Erklärung.
Weiter ist es so, dass wir zwar das abendliche Trinken deutlich eingeschränkt haben. So bekommt er keine Milch mehr und ansich sollte er nur noch ein halbes Glas Sprudel ohne Saft zu sich nehmen. Wenn wir nicht genau aufpassen, trinkt er aber doch Schorle oder Saft, weils besser schmeckt. Tagsüber trinkt er m. E. grundsätzlich zu wenig, jedenfalls für seine Bewegungsfreudigkeit. Beispiel: der Fussballtrainer macht in regelmäßigen Abständen eine Trinkpause. Unser Sohn kickt in diesen fünf Minuten lieber den Ball anstatt zu trinken. Nach dem Training reicht ihm dann oft die Flasche nicht aus, so groß ist der Durst.
Daher halte ich diesen Faktor für durchaus relevant und gerade sind wir dabei, mit ihm zu vereinbaren, dass er die Menge Flüssigkeit, die er mit zur Schule und zum Hort mitnimmt, bis 17h auszutrinken ist. Dafür braucht er aber die Unterstützung von Erwachsenen. Im Hort ist es nun mit den Erzieherinnen besprochen, dass sie ihn ermuntern zu trinken. In der Schule..hm...wie es da abläuft entzieht sich meiner Kenntnis. Einmal erklärte er, er trinke deshalb nichts, weil er zum einen ungern dort auf die Toilette gehe und zum anderen, die Lehrerin die Kinder nur in den Pausen aufs Klo lasse.
Sie fragen nach der Blasenkapazität: Es wurd vor etwa einem Jahr eine spezielle Ultraschall-Untersuchung durchgeführt, die ohne Befund blieb. Ich bin davon ausgegangen, dass hier auch die Größe der Blase überprüft wird.
Was raten Sie: Sollte wir jetzt über die Pfingstferien die Pipi-Menge nochmals messen? Falls ja, wie viele Tage reichen hier aus? In der Ferienbetreuung des Horts kann ich nicht verlangen, dass er bzw. die Erzieher dies übernehmen.
Tatsache ist, dass die Mengen, die in der Nacht ins Bett fließen unglaublich sind.
Ich werde mich aber parallel hierzu nochmals mit der Kinderärztin in Verbindung setzen um anzufragen, wie seinerzeit die Ergebnisse des Blasentagebuches im Detail waren.
Da ich bzw, wir als Familie schon sehr belastet sind, würde ich mich sehr freuen, über Sie bzw. diese Seite Tipps zu bekommen, wie wir am besten vorgehen können, so dass unsere Maßnahmen letztlich auch mal erfolgbringend sind.
Vielen Dank und freundliche Grüße von Nane

Gabriele Grünebaum 24.05.15 [22:47]

Hallo Nane, gut, dass Sie schon mal ein Blasentagebuch geführt haben. Wenn dies schon länger her ist, macht es Sinne das nun noch mal zu wiederholen. 2-3 Tage und Nächte reichen. Versuchen Sie Ihren Sohn zu motivieren, daran aktiv mitzuarbeiten, dann wird es einfacher für alle Beteiligten.
Sehr häufig tritt das nächtliche Einnässen, wenn es so lange anhält, familiär gehäuft auf. Das passt zu Ihrer Familiengeschichte. Dennoch ist es sinnvoll frühzeitig zu therapieren, denn je früher man beginnt, umso einfacher ist eine Therapie.
Möglicherweise ist es für Ihren Sohn hilfreich, wenn ihn eine Armbanduhr mit Alarmfunktion beim regelmäßigen Trinken unterstützt. Hierfür sollte er mit Ihnen eine Verabredung treffen: Es werden verschiedene Alarmzeiten eingestellt, zu der die Uhr piept oder diskret vibriert (dann bekommt es außer Ihrem Sohn niemand mit). Dann muss er aber einen Becher aus der mitgenommen Flasche trinken UND auf die Toilette gehen. Die Uhrzeiten kann man nach den Pausenzeiten in der Schule richten.
So schafft er es vielleicht einfacher, die gewünschte Menge zu trinken. Sie können ihm auch sagen, dass es häufig auch so ist, dass man, wenn man wenig trinkt häufiger auf die Toilette muss. Menschen, die regelmäßig trinken, müssen oft nicht so häufig gehen, weil er Urin die Blase nicht so reizt.
Das Toiletten-Thema in der Schule ist aber unabhängig davon auch mal beim Elternabend anzusprechen. Das Problem Ihres Sohnes haben sicher viele andere Kinder auch. Zu diesem Thema gehört auch die Aussage, dass die Kinder nur in den Pausen aufs Klo dürfen. Das geht gar nicht! Nur wenn die Lehrerin mal ausnahmsweise annimmt, dass der Wunsch, auf die Toilette zu gehen, nicht echt ist, sollte sie sich das Kind vornehmen und ggf. mit den Eltern und dem Kinderarzt darüber sprechen. Als Regel geht das gar nicht.
Das Ihre Familie vom Bettnässen sehr belastet ist, kann ich mir gut vorstellen. Auch das kommt sehr häufig vor. Sie sind aber auf dem richtigen Weg, indem Sie nach Lösungen und Therapien suchen. Ich kann Sie nur weithin bestärken nicht aufzugeben.
Alles Gute
G.Grünebaum

Nane 28.05.15 [19:30]

Hallo Frau Grünebaum,
kürzlich erhielten wir das Ergebnis der Test bei der Kinder- und Jugendpsychiaterin. Es hat sich offenbar bestätigt, dass eine isolierte Rechtschreibschwäche vorliegt. Hinzu kommt, dass unser Sohn zudem schon seit dem 2. Lebensjahr wg. einer damaligen Sprach-Entwicklungsverzögerung, Logopädie bekommt. Das ist aktuell auch noch so, da sein Sprachschatz zu gering ist. Ende des Jahres wird außerdem abgeklärt, ob eine auditive Wahrnehmungsstörung vorliegt. Nun wollte uns die Kinderärztin wg. des nächtlichen Einnässens in die Kinderchirurgie überweisen um weiter mögliche Ursachen abzuklären. Unser Sohn ist alt genug um mit zu bekommen, dass "etwas mit ihm nicht stimmt" und fühlt sich zunehmend "pathologisch" wahrgenommen. Das merken wir dadurch, dass ihn diese Themen verstärkt beschäftigen, er sich eher zurückzieht und sein Selbstbewusstsein durch die Gesamtsituation leidet. Daher haben wir beschlossen, weitere Schritte bzw. erneute Schritte wie Blasentagebuch, dauerhaftes kontrollieren der Trinkmenge etc. für unbestimmte Zeit bei Seite zu legen und mehr Gelassenheit hineinzubringen. Das Thema Bettnässen steht - im Wechsel zu den anderen Themen - schon so lange und immer wieder im Fokus unseres Zusammenlebens, was uns als Eltern das Gefühl der dauerhaften und ermahnenden Kontrollinstanz gab.
Ich bin um Ihre Internetseite wirklich froh und habe viele Infos für mich mitgenommen.
Ich hoffe, Sie können unsere Entscheidung nachvollziehen. Vielleicht finden wir eines Tages einen anderen Weg oder vielleicht ergibt sich eine Besserung des Einnässens auch dann, wenn nicht mehr so viele "problembeladene" Themen im Alltag präsent sind.
Viele Grüße von Nane

Frosch77 07.06.15 [21:30]

Hallo, das mit dem noch darin liegen bleiben kenn ich. nachts wird es einfach nicht wahrgenommen und morgens dennoch zeitweise getrödelt. das ist ein punkt den ich so gar nicht verstehen kann. Ich bringe wirklich unmegen an verständnis auf, schimpfe nicht, mache mut, beziehe das bett sozusagen nebenbei ab. aber das morgens liegenbleiben kann einen shon mal wütend machen ....

Sönke 25.06.15 [21:58]

Guten Abend Nane,
welche Windeln hattet ihr denn?
Habt oder möchtet ihr es um den Druck raus zu nehmen noch mal mit größeren Windeln versuchen.
Wir haben auch keine Lösung gefunden und haben seit dem auch wieder Windeln,
wenn man es richtig verkauft ist es eine gute Lösung bis sich das Problem legt.
Es gibt verschiedene Firmen die Windeln anbieten welche sehr Saugstark sind, man kann diese auch über die Krankenkasse beziehen dann werden sie oftmals bis nach Hause diskret geliefert oder man holt sie aus der Apotheke oder dem Sanitätshaus.
Gerne können sie einfach nach fragen sollte es noch welche geben.
Lieben Gruß
Sönke