Initiative Trockene Nacht - Guter Tag - Rat und Hilfe für Bettnässer und Enuresis-Patienten

Therapie abbrechen?

Melontango 08.05.18 [10:26]

Hallo zusammen,

ich habe mich heute hier angemeldet, da uns das Thema Bettnässen schon seit einigen Jahre begleitet. Meine Tochter ist 8,5 Jahre alt, und war nachts noch nie wirklich trocken. tagsüber ist sie seit ihrem 3. Lebensjahr trocken. Langsam verzweifle ich. Unsere Kinderärztin hatte immer eine abwartende Einstellung. Sie sagte, bis 8 Jahre sei alles normal. Als ich aber merkte, dass unsere Tochter selbst ein Problem damit bekommt (bei Freunden übernachten etc.) bin ich aktiv geworden. Wir gehen zu einer Urologin, speziell für Kinder und Jugendliche. nach Trink- und Pipiprotokoll und mehreren Untersuchungen kam heraus, dass sie die Blase bei urinieren nicht vollständig leert. Seit Oktober nimmt sie Mictonetten 2-1-2 und geht zur Physiotherapie. Allerdings sehe ich die Physio als überhaupt nicht zielführend. Sie bekommt dort den Rücken massiert, soll aber eigentlich den Beckenboden trainieren. Eine leichte Verbesserung stellte sich ein, aber von trocken sein sind wir noch weit entfernt. Sie trägt nachts die Höschenwindeln für Kinder bis 15 Jahre (sie ist sehr groß, 150 cm und 35kg). Heute haben wir wieder einen Termin bei der Urologin, und ich möchte eigentlich die Therapie abbrechen. Ich sehe keinen eindeutigen Erfolg, und wenn ich bedenke, wie viele Tabletten sie schon genommen hat, möchte ich ihr das gerne ersparen. Sie selbst sagt, dass es wahrscheinlich irgendwann von alleine besser wird icon_smile.gif Ich habe nun einfach Angst, einen Fehler zu machen, wenn wir die Therapie abbrechen. Meine Tochter hat schon richtig angst vor dem Termin, weil ihr die Messungen so unangenehm und peinlich sind. Vielleicht weiß jemand einen Rat.
Ach so, ich selbst (Mutter) habe bis ca 7 Jahre nachts eingenässt, irgendwann hörte es halt auf.

LG Melontango

Melontango 09.05.18 [08:52]

Hallo, hier ein kurzes Update vom gestrigen Termin:

Wir haben die Therapie nicht abgebrochen. Das Blasenvolumen hat sich von 250ml auf 350ml gesteigert, was wohl den Mictonetten zu verdanken ist. Die Dosierung ist geblieben. Zusätzlich sollen wir mit der Physio weiter machen, da der Beckenboden beim Urinieren noch nicht ausreichend entspannt ist. Allerdings wechseln wir die Physio Praxis, da die Ärztin gestern selbst sagte, dass das massieren der Schultern keine Auswirkung auf den Beckenboden hat. Zum Glück ist die neue Praxis in unserer Nähe. Also kämpfen wir weiter....

Die Gabe eines Hormons (habe den Namen vergessen) welches die Urinproduktion in der Nacht hemmt habe ich abgelehnt. Eine Klingelhose lehnt meine Tochter vehement ab. Wobei ich der Klingelhose auch skeptisch gegenüber stehe, da unsere Tochter eine Etage über uns schläft (mit Toilette auf der Etage), und ich befürchte, dass es für die gesamte Familie zu erheblichen nächtlichen Problemen führt.

Gabriele Grünebaum 24.05.18 [09:53]

Hallo Melontango, Ihr Urologe scheint sich ja doch intensiv mit dem Problem zu beschäftigen. Dass das Blasenvolumen nun zugenommen hat, ist doch schon mal sehr gut. Bei einem 8-jährigen Kind sollte es durchschnittlich etwa (8+1)=9*30=270 ml betragen (beim 9-jährigen = 300ml). Somit scheint das zur Zeit ja im Normbereich zu liegen.
Fragen Sie doch mal, warum die Mictonetten weiter gegeben werden sollen.
Das "Hormon" wird wahrscheinlich Desmopressin sein. Es wird gegeben, wenn die Urinproduktion in der Nacht nicht wie üblich reduziert ist. Der Körper stößt normalerweise abends und nachts dieses Antidiuretische Hormon aus, damit der Urin nachts konzentriert wird und mengenmässig auch in die Blase passt. Bei einigen Kindern funktioniert das noch nicht und bei diesen Kindern hilft die vorübergehende Gabe des Antidiuretischen Hormons.
Haben Sie denn mal ein Blasentagebuch geführt, um zu sehen, wie die Urinproduktion des Nachts ist?
Alles Gute
G.Grünebaum