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countrylady
10.08.11 [21:49]
Hallo, hier bin ich wieder. Ich war schon länger nicht mehr hier. Hatte vor einiger Zeit von meinen drei Jungs berichtet. Der Große ist jetzt 13 - er war normal trocken. Der Mittlere ist 10 und bei ihm hat es sehr lange gedauert, bis ich zum richtigen Arzt gekommen bin und die Hilfe gefunden habe, die sein Problem gelöst hat. Der Kleine ist jetzt 8 und ist erst in diesem Jahr trocken geworden. Bei ihm gibt es aber noch hin und wieder Zwischen- bzw. Rückfälle.
Ich habe letzte Woche beim Arzt im Wartezimmer den Stern gelesen und bin fast aus dem Hemd gesprungen.
Da wird über Bettnässen berichtet, aber das Problem so sehr verharmlost, dass ich mich daran erinnert habe, wie ich mich vor Jahren gefühlt habe, als ich von Pontius nach Pilatus gelaufen war und bei den Ärzten Unterstützung gesucht habe.
Erst wurde mir gesagt "das wird schon von allein" - als es aber nicht wurde und mein Sohn weder auf Klassenfahrt wollte noch irgendwelche Freunde hier übernachten durften und er auch nicht woanders schlafen wollte - wurde ich ansatzweise ernst genommen. Hinzu kam, dass auch der Kleine nicht trocken werden konnte. Da hatte ich schließlich zwei Bettnässer und reisige Wäscheberge jeden Tag.
Die Kinder können doch nichts dafür und leiden tierisch.
In der Enuresis-Ambulanz fand ich dann schließlich Hilfe. Dort schaute man sich die Blasentagebücher, die wir führen mussten, sehr genau an und gab uns konkrete Tipps, was wir wie ändern können.
Schritt für Schritt haben wir bei beiden Kinden das Trinkverhalten geändert - den Kleinen immer wieder zur Toilette geschickt usw.
Das hat alles schon ziemlich geholfen und unser häusliche Lage deutlich verbessert.
Weil die Probleme zwar besser wurden, aber nicht ganz weggingen, haben wir für den älteren dann Medikamente verschrieben gekriegt. Schon nach den ersten beiden Tagen gab es deutliche Verbesserungen und nach insgesamt 4 Monaten war mein Sohn trocken und ist es immer noch
Der Kleine hat es mehr oder weniger ohne Medis geschafft.
Wenn ich heute lese, dass Eltern Angst haben die Kinder mit Hormonen "vollzustopfen" geht mir der Hut hoch. Es kann doch nicht gut sein, wenn sich die Jungs immer weiter zurückziehen und sich schämen. Da muss man doch was tun. In der Enuresis-Ambulanz hat man uns gesagt, dass die Medikamente ja nur für eine kurze Zeit gegeben werden müssen und dass sie nur den Stoff ersetzen, den die Kinder nicht selbst bilden können.
Also wie auch immer.
Ich wünsche mir, ich wäre früher zur Enuresis-Sprechstunde gekommen und man hätte uns nicht so lange nicht ernst genommen.
Ich kann allen Eltern nur dringend raten: Meldet euch. Laßt euch nicht vertrösten und vertraut eurem Bauchgefühl. Sucht solange nach einem Arzt, bis ihr ernst genommen werdet.
Je eher die Kinder trocken werden, umso entspannter ist die Situation zu Hause.
Ich muss sagen, ich habe nie geschimpft, aber die Wäscheberge und das Stinken war immer belastend und das traurige Kind am morgen zu sehen, war immer ein Jammer (und ist es beim Kleinen manchmal immer noch).
Bo, so'n langer Bericht.
Liebe Initiative: macht weiter so.
Usch
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Gabriele Grünebaum
16.08.11 [08:51]
Hallo countrylady, ich kenne den Artikel im Stern leider nicht. Habe ihn mir jetzt aber mal bestellt. Hat den Artikel denn sonst noch jemand gelesen?
Schön, dass Sie schließlich Hilfe gefunden haben. Ich drücke die Daumen, dass Ihr Jüngster es auch bald geschafft hat - und danke fürs Lob.
Alles Gute
G.Grünebaum
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