Initiative Trockene Nacht - Guter Tag - Rat und Hilfe für Bettnässer und Enuresis-Patienten

Sohn 7 nachts trocken, tags oft nass

klabauta 16.07.14 [11:39]

Hallo,

Unser Sohn ist 7 und war noch nie wirklich trocken.
zusammengefasst: es ist ihm äußerlich egal und er hat dazu wohl eine sehr kleine Blase.

vom Typ her:
körperfern:
sein Kopf merkt nicht deutlich, wenn er auf Klo muss, (sein Körper schon, er hampelt dann herum)
aber er merkt auch nicht wenn er Hunger oder Durst hat, friert etc.
Er ist sehr versunken in die Dinge, die er macht.

mit starkem Kopf:
er findet das nicht soo schlimmm mit dem einpullern, er läuft auch mit nasser Hose durch die SChule,
wenn ihn jemand aufzieht, wechselt er das Thema so, dass keiner drüber redet.
Er zieht auch Pullover verkehrt herum an, is ihm egal.
sensibel in Vielem, aber emotional eher verschlossen. Kummer muss man ihm aus der Nase ziehen.

körperlich:
er hat wohl eine kleine Blase, der 4 jahre jüngere Bruder pullert etwa die doppelte Menge, Freunde auch (wenn man mal unterwegs an einen Baum muss, werden die gar nicht fertig...)
einpullern:
etwa 2-6 Mal in der Woche ist die Hose wirklich nass, aber an allen Tagen ein paar Tropfen nass (riechend)
Er will halt nichts verpassen.er geht halt immer erst, wenn es gar nicht mehr geht, und dann klappts oft nicht, paar Tropfen im Schlüpfer, Pfütze vorm Klo. Meistens hält er sich den Penis zu, um den letzten Meter zu schaffen, aber das nützt nichts (und sieht für uns fies aus: drüber reden will er nicht.)
Wenn wir sein hüpfen sehen und ihn schicken, geht er nur, wenn wir wirklich enormen Druck machen.
Er glaubt uns das nicht, erst beim Anblick des Klos merkt er, dass er muss. Auch darüber will er nicht reden, und lernt auch nicht draus.
Nachts ist er trocken, Bett nass ist nur alle 6 Wochen oder so, wenn er sehr müde ist oder erkältet.
er muss meist 2mal auf KLo jede Nacht, wacht aber halb auf und geht.


und dann plötzlich: einkoten:
seit 2 Monaten immer mal ein SChmierstreifen im Schlüpfer, (ist ihm egal)
und etwa einmal in der Woche wirklich einkoten. (das ist ihm unangenehm)
"Hab ich vorher nciht gemerkt"
auch in der SChule, zu hause, egal.
mehrmals haben wir ihn hoppeln sehen und ihn gefragt ob er pullern muss, ist er sehr vehement verneinend gewesen, plötzlich war die Hose voll. "ihr hab nicht gefragt, ob ich AA muss"
Grad weil es ihm peinlich ist, ist es schwer, mit ihm drüber zu reden.

Ansätze:
Trockene Tage zählen und belohnen hilft immer mal, da geht es zwei Wochen gut, aber dann läßt die Wirkung nach.
Wenn es drauf ankommt, Klassenfahrten oder so, dann geht es recht gut.
mit ihm reden haben wir versucht, auf alle Arten, freundlich/ ernst, liebevoll/ streng, drumherum/direkt.
Sehr selten auch wütend. meistens sachlich. Wir versuchen zu fragen.
er versteht gar nciht, ("glaubt uns nicht") dass schlecht riechen peinlich ist.
traut sich oft auch nicht, zu fragen, wo das Klo ist etc..
Oft verweigert er ein offenes Gespäch, aber das tut er oft bei emotionalen Themen.

versuchen jetzt ein Dialogtagebuch,
( wir stellen täglich in einem Heftchen Fragen, er antwortet schriftlich, oft fragen wir ein-, zweimal nach )
spielen Situationen durch. Du bist auf einem Kindergeburtstag. Am Anfang werden die Geschenke ausgepackt. Trotzdem als Erstes sich das Klo zeigen lassen.
seitdem ist das Einkoten viel besser.
täglicher Kalendereintrag und Belohnung hat vorher 2 Monate lang nicht geholfen.
Puhh!

Arzt:
Beim ersten Arzt (vor drei jahren) sollten wir mit voller Blase zum Ultraschall.
Schrecklich langes Warten, zwischendurch verließ der Arzt für 2 Stunden die Praxis ohne Entschuldigung ans volle Wartezimmer.
Als wir dann endlich dran waren, hat sich Sohnemann vollends verweigert.
Der Arzt hat dann wild herumgedroht, das hat es nicht besser gemacht.

etwa ein jahr später bei einem netteren Arzt,
der uns wieder ein Pipitagebuch empfahl,
(wir hatten vorher eine Woche eines gemacht, aber da war das Kind erkältet)
und einfach Geduld bei uns ELtern anmahnte.
Dass seine Wahrnehmung einfach eine andere ist, und Eltern einfach ruhig bleiben muessen.
Dass man Ultraschall oder andere Untersuchungen machen kann, dass die aber sehr unangenehm fürs Kind sind und letztlich doch nur ein Abwarten bleibt.
War nicht schlecht, hilft aber erstmal nicht. vielleicht kann man das ja mal wieder versuchen.

Pipiprotokoll
die Pipimengen sind klein, oft 30 ml (da war er 6 Jahre)
Manchmal, z.B. morgens vielleicht das doppelte.
er pullert manchmal in 20 min Takt, aber auch mal 3 h nicht.
auch bei häufigen Pullerngehen ist es oft zu spät.

regelmäßiger Klogang:
ging mal eine Zeit gut, im Kindergarten wars ja auch so.
ein Wecker, der klingelt, ist bei ihm besser als mahnende Eltern.
technisches ist ja immer super.
hatten dann eine Vibrations-Uhr, die ihn zu festgelegten Zeiten (Schulpausen etc.) ermahnt -
hat er aber nach zehn Tagen verloren.


Irgendwann war er mal drei Wochen trocken, da hat er aber hinterher gesagt,
wenn er immer geht, wenn er "ganz schwach" merkt, das er muss, ist das nervig und anstrengend.
Dass sein "ganz schwach" für alle anderen normal ist, sieht er nicht ein.
Dass sein "normal" bei anderen allerhöchste Eisenbahn ist, und bei ihm meist nicht sicher bis aufs Klo reicht,
das ist ihm ziemlich egal.

unsere Haltung ihm gegenüber:
wir versuchen weiter freundlich aber ernst, unterstützend, sehr selten wütend, ihm klar zu machen, dass man aufs Klo gehen muss.
Und warten ab, dass sich das Problem von selbnst erledigt.

Der kleine Bruder (knapp 4) war einfach so trocken seit einem Jahr.
aber jetzt fängt er auch an, lieber weiterzuspielen als aufs Klo zu gehen...

unsere Fragen:
sollen wir ihn darauf hinweisen, dass er aufs Klo muss, wenn er hüpft? und Druck machen, dass er aufs Klo geht? oder lieber einpullern lassen?
ihn seine Wäsche waschen lassen? (unpraktisch, das machen wir meist, wenn die Kinder im Bett sind. Wenn wir mal tags waschen, hilft er willig mit aufhängen)
Lohnt ein weiterer Arztbesuch?
Sollten wir einen Kinderpsychologen suchen, wenn ja, wie findet man einen guten?
sollte man nochmal ein Pipiprotokoll machen?
Gibt es etwas worauf wir achten können?

ist ein ziemlich langes posting geworden...
aber wir haben schon so viel versucht.
vielen dank schonmal!

jana13 17.07.14 [16:44]

habt ihr es mal tags über mit windel hosen aus probiert

klabauta 17.07.14 [23:11]

Hallo, Jana,

nein, wir hatten Windelhosen nachts für Klassenfahrten.
tags wüsste ich nicht, warum ich sie nehmen sollte.
Sie machen ja das auf Klo gehen nicht grad einfacher.


Wenn ich hier lese, frage ich mich, ob Mictonetten meinem Kind wohl helfen würden. klingt ja alles nach kleiner Blase mit plötzlichem Drang.
Vielleicht versuche ich, den Arzt nochmal zu erreichen.
Ich hatte ihn verstanden, dass man eh nichts machen könne außer abwarten.

Gruß, klabauta

Ricky 18.07.14 [08:43]

Hallo,

es kommt mir vor, als würdest du (weitestgehend) von meinem Sohn reden. Er ist zwar erst 5, aber ganz ganz viele Symtome und Verhaltensweisen zeigt er auch.

Ich finde jedenfalls auch, Windelhosen tagsüber sind in dem Alter keine Lösung mehr (mein Sohn würde, wenn er welche anhätte, nur da rein pullern)

Du schreibst: körperfern:
sein Kopf merkt nicht deutlich, wenn er auf Klo muss, (sein Körper schon, er hampelt dann herum)

-> Mein Sohn hat auch ein sehr schlechtes Körpergefühl, kann sich schlecht selbst an und ausiehen, kann schlecht schaukeln, merkt die volle Blase nicht gut. Wir waren bei einem Osteopathen vor einem halben Jahr, der hat eine Blokade im Schädelbereich gefunden und behoben, etwas Verbesserung hat das meiner Meinung nach gebracht. Außerdem bekommt er bald auch Ergotherapie. Sowas kann ja z. B. auch eine Wahrnehmungsstörung sein.

Es ist ja toll, dass er es schafft, nachts trocken zu sein. Das würde hier nieee klappen.
Eingekotet hat mein Sohn auch phasenweise ab und zu. Meiner hatte wohl eine leichte Verstopfung und da war der Darm einfach voll, glaube ich (und er will in bestimmten Situationen möglichst nicht "Groß" aufs Klo gehen, aber er konnte es wohl dann auch nicht mehr einhalten).
Hat dein Sohn Probleme mit Verstopfung? (Ich glaube, das würde auch das Kotschmieren erklären).

Ist ja blöd, dass ihr so negative Erfahrungen mit Ärzten gemacht habt. Ich glaub, da muss von Seiten deines Sohnes erst mal wieder Vertrauen aufgebaut werden.
Die meisten Untersuchungen, die wir schon hinter uns haben, tun nicht weh. Ultraschall sowieso nicht. Man kann ein Uroflow machen, da müssen die Kinder in ein spezielles Klo pinkeln, das dann die Menge und die Fließgeschwindigkeit des Urins misst.
Natürlich kann auch eine Blasenspiegelung nötig sein (war bei uns unter Narkose) oder eine Harndruckmessung sollten wir auch schon machen, das wäre für meinen Sohn sehr unangenehm gewesen, aber war laut einem anderen Arzt doch nicht nötig.

Zu euren Urinmengen:
30 ml mit 6 Jahren ist schon sehr sehr wenig. Wir haben meistens 50-60 ml, normal wären ja um die 200 ml in dem Alter. Trinkt denn dein Sohn ausreichend? Das ist ja auch wichtig für eine gesunde Blasenentwicklung.
Und ich denke, Medikamente könnten ihm auf jeden fall helfen. Wir hatten unseren ersten Versuch mit Propiverin (=Miconetten) mit 4 Jahren, aber das hat nichts gebracht, er war da einfach noch zu jung. Aber es gibt auch noch einen anderen Wirkstoff (Oxybuthinin), der ähnlich wirkt, das muss der Arzt entscheiden, welcher für euch richtig ist.

Versucht doch nochmal, einen kompetenten Kinderurologen zu finden (oft haben die großen Krankenhäuser gute Kinderurologische Stationen und Ärzte - in welcher Gegend Deutschlands wohnt ihr denn?)
Und dann unbedingt ein aktuelles Trink- und Pipiprotokoll mitbringen (ich glaube, 2-3 Tage würden auch reichen, wir machen das immer über ein Wochenende und ich schreibe dann auch die Trinkmengen und den Stuhlgang bzw. nasse oder schmutzige Hosen mit auf)

Ich wünsche euch und deinem Sohn alles gute (und es wäre auch für mich interessant zu lesen, wie es bei euch weitergeht)
Ricky


klabauta 18.07.14 [09:36]

Hallo, Jana,
denkst du, dass Windeln helfen würden?
Habt Ihr positive Erfahrungen damit?

ich denke, mein Kind würde sie als Rückschritt empfinden
für Windeln würde er wahrscheinlich gehänselt (bei den paar Tropfen bislang und 1x wöchentlich richtig nass in der SChule/Hort schafft er mjit Pullover umwickeln und Selbstbewusstsein, dass kein Hänseln aufkommt - aber bei Sport etc ist ja die Windel nicht zu verstecken.)
und ich fürchte auch, er würde faul werden.

Vorteil wär ja "nur" dass es weniger Wäsche ist,
und oft weniger auffällt, aber wenn die Windel auffällt, ist es oberblöd,
oder siehst Du andere Vorteile?
(sorry meine Antwort gestern klang ruppiger als sie gemeint war, war schon spät...)

in der Hortzeit ist das Problem nicht so groß,
aber es ist ja auch schlimmer, wenn was passiert als zu hause.
In der Zeit zwischen Hort und Abendessen - vor allem auf dem Speilplatz oder so- geht es öfter schief.

klabauta

klabauta 18.07.14 [10:10]

Hallo, Ricky,

Danke für Deine lange Antwort.
tut gut nicht allein zu sein icon_smile.gif

Schaukeln tut unser Kind auch nicht gut, grobmotorik überhaupt...
anziehen - eine Motivationsfrage.
Aber Konventionen wie: Pullover haben eine Vorderseite und die trägt man dann auch vorn und außen - haben für ihn wenig Wert icon_smile.gif


ich hab beim Lesen dieser Seite verstanden, dass er wegen der kleinen Blase nciht nur öfter muss, sondern vielleicht auch plötzlicher?
wobei - sein Gehampele ist sooo deutlich für uns zu merken, warum nimmt sein Kopf das nciht wahr?
Er ist oft sehr intensiv im Spiel und will das nicht unterbrechen, vielleicht ist auch so etwas wie "ich hab das im Griff" .
Nachts wacht er auf und geht aufs Klo. Da verpasst er ja nichts.
er schläft schon immer unkompliziert ein, auch nachts nach einem Klogang...

die Einkotephase hatte teilweise mit Durchfall zu tun, eher als Verstopfung.
und dann vielleicht ein "heut war ich ja schon, kann ja wohl nicht sine, dass ich schon wieder muss" bis es zu spät ist?

Im Kindergarten gabs mal einen Tag, der war ganz schlimm.
Er ging eigentlich immer morgens "groß" auf Klo.
so wussten wir nicht, dass er im Kindergarten nicht AA macht.
Da hat er dreimal nacheinander eine volle Hose gehabt!
hat halt immer gedacht, er kriegts zurückgehalten, und das ging dann nicht.
dann aber den Darm nicht entleert und ne halbe Stunde später von Neuem.
Seine Kindergärtnerin-Vertreterin hat geschimpft, hatte nicht so viel Erfahrung.
Seine sehr liebe Kindergärtnerin war nciht da gewesen, wir hatten mal mit ihr geredet,
sie sagte, das Problem tritt öfter auf.
Sie hat auch mit ihm geredet, dass sie mitkommt und aufpasst, wenn er mal gehen muss, und dann war es nie wieder ein Problem.
(aber es ist erschreckend, dass es Kindergärtnerinnen gibt, die darüber noch nie nachgedacht haben)

Im Kindergarten hat ihn halt auch immer jemand geschickt,
da erschien uns das Problem nicht sooo groß.
die Situation wurde uns erst mit SChulbeginn bewusst.
Dort waren phasenweise sogar die Klos zugeschlossen.
Die kinder mussten erst einen SChlüssel besorgen im Sekretariat.
hat sich aber als nicht praxistauglich erwiesen...

Ja, wir muessen nochmal die Ärztefrage angehen.
Der zweite Arzt war ja sehr nett, vielleicht wollte er auch erstmal Vertrauen aufbauen.
das wäre ja nciht verkehrt.
Für mich hatte es sich nach dem letzten Arztbesuch angefühlt wie:
das wird von allein gut, bis dahin Geduld...

und es wird ja acuh etappenweise besser.
Ich rufe mal bei der Praxisklinik an und frag, ob er eine weitere Untersuchung und eine Medikation für sinnvoll hält...
Sonst gibt es noch an der Uniklinik eine Kinderurologie.
(wir leben in Leipzig)

Viele Grüße,
Klabauta






Ricky 18.07.14 [21:42]

Ich hab in meinen laienhaften "Recherchen" zu der Diagnose, die mein Sohn hat (überaktive, kleinkapazitäre Blase) gelesen, dass sich der Blasenmuskel unkontrolliert zusammenzieht und das passiert dann so plötzlich für die Kinder, dass sie in einem Moment noch ganz entspannt sind und im nächsten Moment sofort und gleich auf die Toilette müssen und dabei gehen (jedenfalls bei uns) immer ein paar Tropfen in die Hose. Dieser plötzliche Harndrang wird bei meinem Sohn dann auch nach einigen Sekunden auch wieder weniger, auch ohne dass er auf die Toilette gegangen ist - ob das gut ist, dass er nicht immer geht wenn er muss, weiß ich nicht, aber ich versuche mittlerweile, ihn nicht mehr ständig zu schicken (und ich finde, es ist für ein Kind auch nicht machbar, im 10-20 Minutentakt pullern zu gehen (drum haben wir phasenweise Töpfe in den Zimmern stehen bzw. er macht auch manchmal in einen von mir dafür vorgesehenen Becher um nicht ständig rennen du müssen. Und so machen wir das auch unterwegs, denn in der Stad, Tierpark, Spielplatz usw. ist wildpinkeln oft nicht gern gesehen, aber wenn mein Kind in einen Becher pullert, kann niemand was sagen, finde ich).
Jedenfalls sollen die Medikamente diesen Blasenmuskel soweit entspannen, dass er sich dehnen kann und auch der plötzliche Harndrang weniger wird. Nachteil war bei uns dabei, dass mein Sohn dann Restharn hatte, also die Blase nicht mehr ganz entleeren konnte, deswegen mussten wir mit der Behandlung wieder aufhören.
Das Einkoten hört sich ähnlich an wie bei uns - ich hab auch immer das Gefühl, dass er im Kindergarten nicht gehen will, aber dann auch nicht einhalten konnte. Mittlerweile geht er dort zum Glück auch fürs große Geschäft auf die Toilette, aber er achtet sehr stark darauf, dass es keiner mitbekommt und braucht dort immer seine Ruhe, auch zum pullern, sonst entleert er sich nicht ganz.
Ich finde es auch schön, dass man sich mit Eltern austauschen kann, deren Kinder ähnliche Probleme haben. icon_smile.gif
Wir kommen übrigens aus Nordbayern.
Viele Grüße
Ricky

klabauta 23.07.14 [08:55]

Hallo, Ricky,

eine Flasche als Mobilklo hatten wir auch, im Urlaub in Venedig.
Da ist es überall voll, und auf den Kanälen kommen immerzu diese Gondeln icon_wink.gif
alos nuscht zum reinpzullern.
Aber eine unauffällige Ecke zwischen Häusern gibt es überall
und Flasche ausleeren ist ja unauffällig.

Das mit dem plötzlichen Zusammenkrampfen der Blase erklärt einiges.
Aber anderes auch nciht:
mien Kind fängt total deutlich an zu hampeln.
Das was wir im Biounterricht als Appetenzverhalten gelernt haben.
Also ein plötzliches ungerichtetes Bewegen,
das bei anblick eines sinnviellen Zieles eine Richtung bekommt.
(Wenn er das Klo sieht, merkt auch er, dass er muss)

das meine ich, wenn ich sage
sein Körper merkt, dass er auf Klo muss,
aber sein Kopf glaubt nicht seinem Körper und auch nciht uns
Er geht dann nciht einfach sondern nur bei hohem Druck unsererseits.
(läßt sich nicht überzeugen sondern nur zwingen)

hilft da Zwingen oder soll man es laufen lassen?
Zumal diese Zwingsituation für den kleinen Bruder kontraproduktiv sind?


Vor allem würde ich gern verstehen, warum er auf die Signale nicht reagiert...
kein Kind pullert gern ein, das ist mir klar.
Aber wenn er es sich selber nicht glaubt, warum dann nicht wenigstens uns?
Und er hat ja auch mal nach einer 2wöchigen Trockenphase gesagt, dass ihm das zu anstrengend ist, immer auf Klo zu gehen. und so sind wir wieder bei Tröpchen im SChlüppi und immer mal eine nasse Hose.



immerhin:
die Abstände werden größer, besser.
Wenn es ihm wichtig ist, kann er trocken sein.


und ich hab für den September einen Arzttermin ausgemacht.



Viele Grüße,
klabauta

Papa3Jungs 01.08.14 [13:46]

Hallo Klabauta,
bei dem, was du hier schilderst, muss ich unweigerlich an den mittlerweile 12jährigen Sohn unserer Freunde denken. Sein Verhalten ist dem deines Sohnes ganz ähnlich und er nässt und kotet - mehr oder weniger - unkontrolliert ein - Tag und Nacht.
Auch er ist oft "abwesend" und introvertiert, zieht sich zurück und ist sehr still. Als er mit 4 noch keinerlei Ansatz zeigte, trocken oder sauber zu werden, ließen die Eltern ihn SE_HR eingehend untersuchen (inkl. EEG, CT, MR, Ultraschall,...) und es wurde nach zahlreichen Tests und Untersuchungen eine leichte Form von Autismus festgestellt.
Bitte lass auch deinen Sohn mal in dieser Richtung testen. Kinder leiden fürchterlich unter dem Einnässen und - tausend Mal mehr - dem Einkoten!!
Vielleicht kannst du uns ja hier über Ergebnis und/oder Fortschritte auf dem Laufenden halten! icon_smile.gif
Liebe Grüße

klabauta 22.10.14 [21:19]

Hallo, papa3jungs,

Bei meinem Großen in der Kita waren auch Autisten, unserer ist sicher keiner icon_smile.gif
Hatte auffällig frühe und gute Sprachentwicklung.
er redet schon immer viel und gern und ist nicht introvertiert.

Aber diese Körperferne tritt nicht nur bei Autismus auf sondern auch bei anderern psychischen Zuständen, hab hier im Forum auch schon mal von Hochbegabung / Körperferne gelesen.
Das ist bei ihm wohl auch eher Thema.

Gruß,
Klabauta

Fred 14.12.15 [09:30]

Hallo Klabauta,

darf ich fragen wie es bei euch mittlerweile funktioniert ?
Würde mich sehr interessieren, da es bei uns ähnlich ist und wir noch nicht s gefunden haben was uns helfen könnte.

Gruß

klabauta 14.12.15 [11:17]

Hallo, Fred


Wir hatten jetzt zwei Jahre Mictonetten / Mictonorm,
damit wurde es besser.
Es war einfach etwas mehr Zeit zum Auf Klo gehen.

Kind ist jetzt neun,
geht seit Jahren, schon vor den Tabletten, nachts verlässlich aufs Klo: wacht auf und geht und schläft binnen Sekunden wieder ein
Seit den Tabletten (bzw 6 Wochen nach Beginn der Einnahme) ist es anchts gleich geblieben,
tags gehn halt nur noch mal paar Tröpfchen in die Hose.
Also nicht mehr außen ein nasser Fleck.

Belohnung für ein paar Tage "Sonne" nacheinander hat immer kurzzeitig geholfen, aber nicht langfristig.
Er sagt immer noch, dass es ihm nicht wichtig genug ist, fürs auf Klo zu gehen seine Tätigkeit zu unterbrechen. Bei stark Reize setzenden Aktivitäten, Filmkucken oder Computerspielen, ist es kritisch. es stört ihn wenig.
Wenn wir Sonnen malen, ärgert er sich schon, wenn er seine Belohnung vermasselt
(und gibt dem Computer die SChuld icon_smile.gif )


Der Arzt nannte das Phänomen unreife Blase - seine Blase entspricht nicht seinem übrigen Alter.
Das hat als BEschreibung gepasst.
Er sagte, wir sollen die dann irgendwann absetzen, wenn wir denken, wir brauchen sie nciht mehr, bis dahin verschreibt er alle drei Monate neu.



Er ist jetzt neun, es hat wohl ein gewisser Reifeprozess stattgefunden

jedenfalls wollte er jetzt versuchen, die Tabletten abszusetzen.
Obwohl wir grad wieder Sonnen sammeln, für drei Tage ohne Pipigeruch gibts ne neue Weiche für die Eisenbahn.

Bis jetzt merken wir noch keinen Unterschied ohne die Tabletten.

Gruß, klabauta

PS: wenn Du konkretere Fragen hast, melde Dich


Fred 14.12.15 [11:46]

Hallo Klabauta,

unserer ist 7, Mictonetten seit einem Jahr.
Die helfen zu gefühlten 50%. Hatten schon 2 mal versucht wieder anbzusetzen , wurde dann aber wieder schlimmer.
Belohnungen motivieren nur kurze Zeit, er sagt selbst er können es nicht kontrollieren.
Hose wird meißt Nachmittags nass.
Er fühlt sich kaum gestört durch die nasse Hose.
Seit 2 Wochen haben wir eine Klingelmatte für die Nacht, aber leider noch ohne Erfolg.
Auch Ergo probieren wir gerade aus.

Wahrscheinlich heißt es wirklich abwarten und der Blase Zeit geben.

Ich drück die Daumen,
Gruß

klabauta 14.12.15 [12:18]

immerhin, Euer Kind kommt trocken durch die Schule...
das ist ja schon viel wert.

Ich bin gespannt, wie es sich bei uns jetzt entwickelt ohne die Tabletten.

Und versuche mal, seine Initiative zum Absetzen als gutes Zeichen zu werten.

Alles Gute Euch,
klabauta

sarah@ 22.01.16 [13:35]

Hallo mein sohn ist fast 8 und kommt von der schule voll mit ne nase hose nachhause

Fred 22.01.16 [15:23]

Update : eine Woche nach meinem Artikel --> trocken
zumindest Nachts, tagsüber zu 95%
Ich denke die Klingelmatte hat es gebracht.
Toilettentraining hat sicherlich auch seinen Beitrag geleistet.
Hält auch bis heute an, Tagsüber fehlt die Sicherheit aber noch ein wenig.

Sollte es einen Rückfall geben muss die Klingelmatte wieder benutzt werden.
Konsequenz ist hier das A und O. Der Arzt meinte auch in seinen Augen ist die Klingelmatte das effektivste Mittel und scheitert meist nur an der inkonsquenz der Eltern.

Hab die 3 Wochen Klingelmatte neben meinem Sohn geschlafen, weil er gerade am Anfang gerne auch mal das Klingeln überhört hat, trotz der Lautstärke, da war ich dann der Verstärker icon_smile.gif