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Stefanie
17.10.11 [13:01]
Hallo zusammen,
ich hatte bereits im September einmal Rat auf dieser Seite gesucht. Mein Sohn nimmt seit einigen Wochen 240mg Minirin Schmelztabletten zur Nacht. Nun brauchten wir ein Folgerezept für die Tabletten und mußten dieses von einer Vertretungsärztin holen, da unser Kinderarzt im Urlaub war und das war uns vorher nicht bekannt. Die Vertretungsärztin hat nach langen Diskussionen das Medikament verschrieben, hat uns allerdings mit auf den Weg gegeben, dass sie selbst dieses Medikament nie verschreiben würde, da es dadurch bereits Todesfälle gab. Weiter sagte sie, dass das Medikament keine Therapie ist. Nach Absetzen der Tabletten wäre alles wie vorher. Aufgrund der Aussagen dieser Ärztin sind wir sehr verunsichert. Wie stark sind die Nebenwirkungen und Risiken dieses Medikamentes wirklich ?? Wer kann uns hierzu weiterhelfen ? Vielen Dank !
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Gabriele Grünebaum
17.10.11 [13:54]
Hallo, wenn Desmopressin falsch angewendet wird, d.h. wenn ein Kind nach Einnahme von Desmopressin abends noch (viel) trinkt, dann kann es zu einer so genannten Wasserintoxination kommen, die für das Kind gefährlich ist. Daher sollten Eltern und (ältere) Kinder auch sehr genau darüber informiert werden, was sie im Zusammenhange mit der Einnahme von Desmopressin notwendig beachten sollten.
Bei der regelgerechten Einnahme (!) der Tabletten bzw. Schmelztabletten sind meines Wissens (und ich habe mit vielen, vielen Ärzten darüber gesprochen) keine Probleme bekannt. Die gab es übrigens damals in ganz seltenen Fällen, als Desmopressin noch als Nasenspray eingenommen worden ist und Eltern bzw. Kinder nicht wussten, wie viel Wirkstoff sie nun schon eingenommen hatten und dann eher mal einen Hub mehr genommen haben als sie sollten.
Desmopressin wird übrigens bei der chronischen Erkrankung Diabetes Insipitus ein Leben lang gegeben und bei diesen Patienten, die genau wissen, wie das Medikament eingenommen wird, kommt es bei der regelgerechten Einnahme auch nicht zu den beschriebenen Problemen.
Und wenn die Ärztin sagt, dass nach der Einnahme alles so ist wie vorher, dann kennt sie die neuen Studien und Therapieleitlinien nicht.
Die aktuellen Leitlinen finden Sie hier:
www.initiative-trockene-nacht.de/bettnaessen/therapie.html
Richtig eingenommen ist die Heilungschance mit Desmopressin bei >85%.
Hierbei ist es wichtig, dass wenn das Medikament eingenommen wird und wirkt, dass es richtig langsam ausgeschlichen wird. Der Arzt sollte Ihnen ein solches Ausschleichprotokoll mitgeben, damit Sie wissen, wie man es langsam absetzt.
Auf unserer Seite finden Sie unter Service und dann unter Literatur und Quellen den Link zur Studie "Marschall-Kehrel et al.: Treatment Enuresis Algorithm Marschall 2007"
Hier die Erläuterungen dazu:
www.medizin-telegramm.com/mediapool/45/451382/data/2009/09-2009/09.21.09_Primaere_Enuresis_nocturna.pdf
Ich kann gut verstehen, dass Sie verunsichert sind - die Ärztin sollte sich allerdings besser informieren, bevor Sie solche Sorgen schürt.
Wenn Sie noch Fragen haben, melden Sie sich doch noch mal.
Alles Gute
G.Grünebaum
zunächst einmal haben wir die Infos zur Minirin-Schmelztablette hier
www.initiative-trockene-nacht.de/bettnaessen/therapie/medikamente/desmopressin-schmelztablette.html
zusammegefasst.
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