Initiative Trockene Nacht - Guter Tag - Rat und Hilfe für Bettnässer und Enuresis-Patienten
Homepage zertifiziert von der Stiftung Gesundheit

Zerti­fi­ziert
von der
Stif­tung
Ge­sund­heit

Wir befolgen die HONcode-Prinzipien der Health On the Net Foundation Wir befolgen
die HON­code-
Prin­zi­pien.
Hier über-
prüfen
.
 
ForenChatServiceArztsuchePresseÜber uns

Nächtliches Einnässen bei 8-jährigem

Schnecke 12.10.11 [12:43]

Hallo!

Ich bin hier neu und drei meiner Kinder haben Einnäss-Probleme...

Jetzt möchte ich zunächst "nur" zu dem 8-jährigen etwas fragen.
Wir sind seit einem Jahr in der Nierensprechstunde mit ihm. Zunächst wurde sein Tröpfeln tagsüber, der teilweise massive Harndrang behandelt. Er bekam Mictonetten, anfangs 2 x 1 tgl, dann 2 x 2 tgl., jetzt bekommt er Spasmolyt 5mg 2 x tgl. Einen wesentlichen Unterschied in der Wirkung kann ich allerdings nicht sehen. Tagsüber ist er aber mit den Medikamenten verlässlich trocken, keinerlei Tröpfeln mehr.

Letztes WE haben wir wieder einmal Pipiprotokoll geführt. Sohni trinkt zwischen 1000 und 1400 ml täglich (generell), war aber am Tag ca. 8 Mal auf Toilette und hat meistens zwischen 100 und 150 ml gepiescht; einen "Ausreißer" hatte er mit 190 ml; Harndrang war tw. trotzdem sehr stark. Also eine eher geringe Blasenkapazität.

Nachts hatte er noch keine einzige trockene Nacht, nässt große Mengen ein, wacht nicht auf durch den Harndrang.
Die drei gewogenen Windeln + erster Morgenurin ergaben Mengen zwischen 250 ml und 430 ml !!!
Wie würde in so einem Fall die übliche Therapie der Enuresis nocturna aussehen? Die erste Klassenfahrt steht auch bald an und Sohn möchte verständlicherweise endlich ohne Windel sein.

Danke für Eure Hilfe!

Andrea

Schnecke 12.10.11 [13:52]

Nachtrag aus dem Pipiprotokoll:

Im Vergleich zur Gesamttrinkmenge (bis 17 Uhr, danach nur noch gaaanz wenig) war die Gesamtharnmenge tagsüber um 250-300 ml geringer.
Unmittelbar vor dem Schlafengehen - gegen 20/20.30 Uhr hat er nur noch 20 ml Wasser lassen können.

Gabriele Grünebaum 12.10.11 [22:07]

Hallo Schnecke, das mit dem Trinken sieht ja gut aus. Die Blasenkapazität sieht allerdings möglicherweise noch zu gering aus - mit durchschnittlich 100-150ml und einem Ausreisser von 190ml liegt sie deutlich niedriger als die erwartete Blasenkapaziät bei 8Jährigen, deren Blase etwa 270ml fassen sollte.
Bei den Tagessymptomen mit dem Harndrang am Tage entspricht die Therapie schon dem, was empfohlen wird. Wird denn der Erfolg der Therapie kontrolliert? Wie ist der Verlauf? Wie groß war die größte Urinportion am Tag bevor er mit der Therapie begonnen hat? Wächst die Blase? Sind Fortschritte erkennbar?
Normalerweise behandelt man erst die Blasensymptome und dann widmet man sich dem Nachtproblem.
Bei einem 8Jährigen mit den genannten Symptomen und der anstehenden Klassenfahrt kann man ggf. auch eine Kombinationstherapie (ggf. mit Desmopressin) beginnen. Das müssen Sie mit dem behandelnden Arzt besprechen.
Wichtig bei einer Desmopressintherapie ist es, dass nach der Einnahme des Medikamentes NICHTS mehr getrunken wird. Können Sie sich da auf Ihren Sohn verlassen? Auch wenn man in der Jugendherberg nachts mal Party macht?
Mit den besten Grüßen
G.Grünebaum

Schnecke 12.10.11 [23:11]

Hallo Frau Grünebaum,

wir sind regelmäßig alle paar Monate in der Klinik zur Kontrolle. Immer mit aktuellem Miktionsprotokoll. Es wurde immer wieder auch geschallt und Uroflow gemacht - reicht das aus?
Ich habe die genauen Werte von vor einem Jahr nicht mehr zur Hand, hatte sie leider nicht kopiert (jetzt ist man schlauer), aber da hatte mein Sohn noch Urinportionen unter 100 ml; insofern scheint eine kleine Besserung da zu sein. Offensichtlich reichte diese der Ärztin beim letzten Termin (war so um Pfingsten rum) aber nicht aus, so dass sie das Spasmolyt verordnete. Sie hatte eine wesentlich stärkere Wirkung erwartet, sogar dass sich das nächtliche Problem damit lösen würde.... wie gesagt, wir sehen keinen Unterschied zu den Mictonetten.
Tja... wir werden uns beim nächsten Besuch sämtliche Unterlagen aushändigen lassen, da wir künftig direkt in unsere Kinderarztpraxis gehen können - in diese ist ein Kinder-Nephrologe mit eingetreten, wie praktisch!

Ist denn die Urinmenge von sagen wir mal 200-400 ml pro Nacht in Ordnung oder müsste das auch weniger sein? Es ist ja immer noch ein Fünftel der Tagesmenge?
Grüße
Andrea

Gabriele Grünebaum 12.10.11 [23:21]

Hallo Schnecke,
hört sich doch so an, als seien die Ärzte in der Klinik sehr umsichtig. Ein 8-Jähriger sollte eine durchschnittliche Blasenkapazität von etwa 270 ml haben. Daher ist alles, was er nachts mehr als Urin produziert schon möglicherweise ein Problem für ihn. Das einfachste ist zunächst zu versuchen, ggf vorhandenes Trinkfehlverhalten zu korrigieren - aber das scheinen Sie ja schon begonnen zu haben.
Jeweils aktuelle Miktionsprotokolle sind zur Kontrolle i.d.Regel sehr erhellend und meist auch ausreichend.
Sprechend Sie mit dem behandelnden Arzt, ob bei Ihrem Kind eine Kombinationstherapie sinnvoll ist.
Viel Glück
G.Grünebaum

Schnecke 14.10.11 [19:42]

Hallo Frau Grünebaum,
Sohni war heute in der Nierensprechstunde - er soll jetzt das Spasmolyt nur noch am Abend nehmen, also statt je 5 mg morgens und abends einmalig 10 mg am Abend um die Blasenspannung für die Nacht zu reduzieren... ich habe ja ehrlich gesagt etwas Sorge, dass dann die Probleme am Tage wieder auftreten, aber wir werden sehen (noch eine Woche Ferien um es auszutesten).

Wissen Sie, wie lange die Wirkungsdauer von Spasmolyt ist? Hat er dann tagsüber noch einen Rest Wirkstoff im Körper?

LG Andrea