Initiative Trockene Nacht - Guter Tag - Rat und Hilfe für Bettnässer und Enuresis-Patienten

MINIRIN bei Erwachsenen mit geistiger Behinderung

Reiner 13.07.14 [09:33]

Guten Tag,

hat jemand Erfahrungen in der Anwendung von MINIRIN bei Erwachsenen?

Es handelt sich um meinen 27 jährigen Sohn, bei dem seit Geburt eine geistige Behinderung (Angelman-Syndrom) besteht. Aufgrund einer Epilepsie bekommt er etwa seit dem 5. Lebensjahr Orfiril (Valproinsäure).

Leider nässt mein Sohn so gut wie jede Nacht ein, obwohl er tagsüber den Urin sehr gut kontrollieren kann.

Ich war im Jahr 2006 mit ihm schon mal bei einer Urologin in Oberursel. Damals ist nocutil als Nasenspray verordnet worden. Danach war unser Sohn eine einzige Nacht trocken. Nach wenigen Wochen wurde das Mittel abgesetzt, da die erhoffte Wirkung ausblieb.

Aufgrund eines noch im Jahr 2006 erfolgten Umzuges unseres Sohnes in eine betreute Wohneinrichtung und aufgrund eines Wechsels in der Person des Praxisinhaber der Urologischen Praxis habe ich das Problem nicht weiter verfolgt.

Inzwischen habe ich erfahren, dass der Wirkstoff in Tablettenform seit wenigen Jahren auch in Deutschland zugelassen ist.

Damals wurde die Vermutung geäußert, dass die Behandlung meines Sohnes mit Orfiril in dem frühen Lebensalter von etwa 5 Jahren einen hirnorganischen Prozess verhindert hat, der die Produktion und die Ausschüttung von ADH/Vasopressin steuert. Untersuchungen dazu kenne ich bisher nicht.

Vielen Dank für Eure Rückmeldungen!


Gabriele Grünebaum 13.07.14 [17:36]

Hallo Reiner, Frau Dr. Marschall-Kehrel, Urologin in Frankfurt kennt sich sehr gut mit Desmopressin aus. Ich kann Ihnen da leider nicht weiterhelfen, aber vielleicht melden Sie sich mal mit Ihrer Frage in der Praxis.
Alles Gute.
G.Grünebaum

Reiner 13.07.14 [19:19]

Guten Tag Frau Grünebaum,

vielen Dank für Ihre prombte Antwort.

Ich war mit meinem Sohn im Jahr 2006 schon bei Frau Dr. Arne-Daniela Marschall-Kehrel, als sie ihre Praxis noch in Oberursel hatte. Sie wurde mir damals von Dr. Ingolf Dürr (Autor der Broschüre "Bettnässen - Ursachen und Behandlung" des Deutschen Grünen Kreuzes, 1997 erschienen) empfohlen. Nach dem ersten Urinprotokoll im Rahmen der Behandlung mit Nocutil und der Begleichung ihrer Honorarrechnung (IGL) von ca. 150 € hörten wir von Frau Dr. Marschall-Kehrel lange Zeit nichts mehr. Eine schriftliche Anfrage blieb unbeantwortet. Erst ein Jahr später teilte sie uns in einem Rundschreiben mit, das die Praxis in Oberursel (mit Kassenzulassung) aufgegeben wurde und nur noch eine Privatpraxis in Frankfurt weitergeführt wurde.

Inzwischen haben wir Kontakt mit der Urologie in der Uniklinik Lübeck und dort auch bald einen Termin. Ich glaube, daß das Problem besser in einer Klinik gelöst werden kann wegen der Einbeziehung verschiedener Spezialkompetenzen (Urologie und Neurologie). Wegen der Gefahr von Hirnödemen bin ich sehr um eine enge Begleitung durch Spezialisten bemüht.

Trotzdem hoffe ich noch auf Erfahrungsberichte von Eltern von erwachsenen Menschen mit einer Behinderung, bei denen auch Antikonvulsiva eingesetzt werden.

Reiner