Initiative Trockene Nacht - Guter Tag - Rat und Hilfe für Bettnässer und Enuresis-Patienten
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Minirin ausschleichen

paulina 30.10.11 [17:29]

Hallo, unsere tochter ist 7,5 Jahre alt und war noch nie nachts trocken. Nachdem eine Klingeltherapie nicht erfolgreich war, haben wir Ende Juli zunächst mit 120mg Minirin begonnen, es gab 2 Wochen lang keine Veränderung. Dann habe ich von der Schmelztablette gelesen und mit dem Kinderarzt zusammen dann auf 240mg Minirin Schmelztablette umgestellt. Dann war unsere Tochter ca 5 Wochen komplett trocken begann aber vor 2 Wochen wieder häufiger nass zu sein (ca. 3x die Woche). Nun wäre es ja langsam an der Zeit die Tablette ausschleichen zu lassen, sollen wir das wirklich machen, obwohl sie nicht mehr zuverlässig trocken ist? Wie lange kann man die Schmelztablette denn ohne Bedenken weitergeben? Oder soll man abbrechen? Kann im Zusammenhang mit der Tablette auch so eineArt Gewöhnung eintreten, dass der Körper denkt, er braucht das ADH nicht mehr selber zu bilden?
Ich würde mich sehr über Antworten freuen und bin sehr froh, auf diese Seite gestossen zu sein.
Mit freundlichen Grüßen
C. König

Gabriele Grünebaum 30.10.11 [18:13]

Hallo Paulina, sehr schön, dass die Minirin Schmelztabletten gut angeschlagen haben. Wichtig hierbei ist aber auch, dass das Trinkverhalten des Kindes OK ist. Oftmals achten Eltern und Kind am Anfang einer Therapie auf das richtige Trinken und nach einiger Zeit schleicht sich dann das früherere Fehlverhalten wieder ein.
Hier lohnt es sich, noch mal ein Blasentagebuch anzufertigen.
Man geht normalerweise davon aus, dass Minirin nach einer etwa 3 monatigen erfolgreichen Einnahme langsam ausgeschlichen wird.
Wenn zwischendurch mal ein Rückfall stattfinden sollte, wird die Therapie entsprechend verlängert bzw. wenn man mit den Ausschleichen schon einige Schritte gegangen ist, geht man dann einen Schritt auf das Niveau zurück, an dem das Kind trocken gewesen ist.
Minirin wird (in einer anderen Dosierung) bei der Erkrankung Diabetes Insipidus lebenslänglich gegeben. Daher besteht viel Erfahrung mit einer Langzeiteinnahme.
Durch das neue Ausschleichschema (wo nicht die Dosis reduziert, sondern die Einnahmeabstände verlängert werden) soll die Hirnanhangdrüse lernen, das Antidiuretische Hormon selbst zu bilden. Bei mehr als 85% der Kinder, die das Medikament nehmen und so ausschleichen, klappt das zuverlässig und langfristig.
Machen Sie doch jetzt noch mal ein Blasentagebuch und schauen Sie, ob Sie am Trink-Verhalten des Kindes noch sinnvoll was verbessern können.
Mit den besten Grüßen
G.Grünebaum