Initiative Trockene Nacht - Guter Tag - Rat und Hilfe für Bettnässer und Enuresis-Patienten

Mein Sohn, 11 Jahre, war nachts noch nie trocken!

melafefon 22.08.08 [10:34]

Hallo, ich bin neu hier und habe das Problem, dass mein Sohn NACHTS noch nie trocken war. Tagsüber gar kein Problem, mit spätestens 3 jahren war das Windelthema tagsüber erledigt.
Er hatte aber immer einen sehr sehr tiefen Schlaf. Seit er etwa 5 jahre alt ist, weigert er sich Windeln anzuziehen, deswegen seitdem das Problem, ihn nachts wecken zu müssen.
In der ersten Zeit weckte ich ihn, wenn ich selbst schlafen ging, also so etwa gegen 22-23 Uhr. Oft war es dann schon passiert. Dann noch mal um 2-3 Uhr, und schließlch wenn ich selbst wieder aufstand, so zwischen 5-6 Uhr. In dieser Kleinkindphase konnte passieren, dass jedes Mal alles nass war.
Natürlich habe ich kein großes Geschimpfe darum gemacht. Mitr war doch klar, dass er das nicht absichtlich machte, ich merkte doch, wie schwer er zu wecken war und dass er auch nicht aufwachte, als das Bett bereits nass war.
Zum Trinkverhalten: absolut normal, eher zu wenig. Er trinkt selbst von sich aus ab Nachmittags kaum mehr was, obwohl ich das, bei heißem Wetter insbesondere, nicht gut heiße.
Mittlerweise, mit 11 Jahren ist es soweit, dass es durchaus Nächte gibt, wo nichts passiert, aber nur wenn ich ihn wecke. Allerdings kann ich keinen festen Zeitrhytmus einhalten (wir führen darüber Buch, nicht so intensiv wie in dem hier dargestellten Tagebuch, aber wir erfassen die Zeiten (nur nachts, bzw. evtl.besondere Vorfälle tagsüber (für eine etwaige psychische Komponente) oder wenn er aus irgendeinem Grund mehr getrunken haben könnte (z.B. Kindergeburtstag oder wegen einer Feier Abends länger aufgeblieben)

So stelle ich z.B. fest, dass wenn ich ihn gegen 23 Uhr wecke, dass es oft noch trocken ist, auf dem Klo aber kaum zu hören ist, dass etwas kommt, gegen 3 Uhr kann das Bett dann nass sein
Derzeit wecke ich ihn deswegen erst so gegen 3 Uhr, meist ist es dann noch trocken, ich höre vom Klo, dass es ordentlich gluckert, dann geht es meist bis zum nächsten morgen. Das kann dann so ein paar Tage gehen, und dann kann es aber wieder passieren, dass er um 3 Uhr wieder nass ist.
Das alles ist unabhängig von seinem psychischen Zustand (also er kann trocken sein, wenn es ihm psychisch eigentlich nicht gut gehen müsste (ich habe mich vom Vater getrennt) und ein anderes mal, wenn es ihm richtig gut geht, passiert es.
Genauso verhät es sich mit dem Trinkverhalten: Er kann mal viel getrunken haben und bleibt trocken. das andere Mal hat er sehr wenig getrunken und es ist so nass, dass man sich fragt, woher das kommt.
Also: Die Regel ist, dass es keine Regel (-mässigkeit) gibt.
Das Wecken mache ich eigentlich nur, um ihn nicht jede Nacht nass zu haben und die Wäsche wechseln zu müssen (Natürlich habe ich - wie auch hier auf der Site beschrieben- da Vereinfachungen vorbereitet, um nachts nicht stundenlang beschäftigt zu sein).
Aber das Wecken schlaucht mich auch ganz schön. Seit ich mich von meinem Mann getrennt habe, schlafe ich wieder sehr viel besser und hole viel Schlaf nach, aber genau deswegen fällt es mir auch schwerer Nachts aufzustehen.
Ich habe mich schon in der Vergangenheit zum Thema kundig gemacht und mich informiert und mir natürlich auch Gedanken gemacht.
z:b. halte ich von der Klingelmatte nicht viel. Denn was nützt mir etwas, was alarmiert, wenn es bereits passiert ist???? Und von dem Klingeln wird Michael eh nicht wach, der schläft so tief, dass ich ihn kaum ach kriege und schaffe das eigentlich nur, weil ich ihn aus dem Bett ziehe.
Wir waren schon einmal- vor 4 jahren beim Arzt- der hat erst einmal (bei der erstuntersuchung ) nichts auffälliges festgestellt. Er verschrieb ein Nasenspray, was allerdings keine auffälligen Verbesserungen brachte.
Was kann ich denn nur tun???
Wer kan mir im Raum Berlin (ich wohne in Bernau, in Norden von Berlin) einen Arzt empfehlen, der auf dem Gebiet Ahnung hat?

Anna N. 22.08.08 [12:44]

Hallo melafefon, herzlich willkommen hier. Was du schreibst kann ich sooo gut nachvollziehen.
Das ganze Gedöhns mit dem Wecken usw. Ich habe das mit dem Wecken aufgehört, nachdem ich gelesen haben (und letztlich hat der Text nur das bestätigt, was ich irgendwie vom Bauchgefühl auch kannte) dass es uns allen nicht so gut tut, wenn das Kind aus dem Tiefschlaf geweckt wird.
Ich kenne auch das Problem, dass es so scheint, als gebe es keine Regel.
Wir hatten auch Buch geführt usw.
Dann aber (nach dem 3.Versuch) sind wir an einen Spezialisten geraten, der doch eine Regel erkannt hat (irgenwofür haben die Kerls ja auch studiert ...). Für meine Tochter ist es seit her total hilfreich, wenn wir sie regelmässig ans trinken und pippimachen erinnern. Ohne uns würde sie tagsüber nicht so viel trinken und auch viel seltener aufs Klo gehen.
Diese Regelmässigkeit hat aber mitlerweile dazu geführt, dass es kaum noch nasse Nächte gibt.
Ich habe eine Freundin, deren Sohn auch betroffen ist. Bei ihm hat letztlich Desmopressin (gabs früher als Nasenspray) geholfen, aber erst nach dem 2. Anlauf, als sie nämlich einen Arzt gefunden hatten, der sich echt um die Familie gekümmert hat und nach dem Verschreiben im engen Kontakt mit ihr das Medikament richtig eingestellt hat (erst mehr, dann wieder weniger - oder so). Nach ein paar erfolgreichen Monaten mirt dem Medikament sind sie grad dabei es abzusetzen. Schaun wir mal, wie es dann wird.
Ich kann nur aus Erfahrung den Tipp geben: sucht euch einen Spezialisten. Vielleicht findest du hier jemanden in der "Arztsuche".
Viel Glück.
Anna.

garnsch 27.08.08 [22:46]

Hallo,
so problematisch und traurig das Thema gerade für unsere Kinder ist, um so mehr Mut macht mir diese Seite mit allen Beiträgen. Sie sind alle so ähnlich. Mein Sohn ist auch 11 Jahre alt und war auch noch nie nachts trocken. Ich kann genau wie Du keinerlei Regelmäßigkeit feststellen. Am schlimmsten ist der Lauf der Zeit mit keinerlei Erfolg. Dann kommt bei mir solche Zukunftsangst für meinen Sohn auf. Wie lange muß der arme Kerl damit leben? Je älter er wird umso größer werden ja die Probleme mit Schlafbesuch, Freundin Schulgeschichten etc.
Hier findet man wenigstens Fachwissen und liest über andere Betroffene.
Alles Gute Garnsch

Drachenjäger 05.09.08 [14:33]

Hallo Anna,
es gibt in der Kinderchirurgie Berlin Buch eine Enuresis-Sprechstunde. Dort werden eventuelle organische Probleme abgeklärt. (zu kleine Blase, Harnröhrenklappen etc.) Der Oberarzt hält allerdings nichts von MINIRIN....., sondern setzt ausschließlich auf Verhaltenstraining, wenn die organische Seite abgeklärt ist. Die Wartezeit für eine Erstvorsprache beträgt allerdings drei Monate. Wenn Du mehr erfahren möchtest, dann kann ich Dir gerne noch ausführlicher schreiben. Ich habe jetzt auch 11 Jahre Betten gewaschen. Seit zwei Wochen setzen wir nach intensivem Gespräch mit unserem Kind Windeln ein. Es ist eine Erlösung für alle. Unser Sohn fühlt sich wesentlich besser.
Ich habe eine Regelmäßigkeit festgestellt: Wenn unser Sohn am Vormittag kaum etwas trinkt (und nachmittag auch wenig)ist die Nacht nass. Trinkt er am Vormittag viel, ist die Chance auf eine trockene Nacht sehr hoch, egal wieviel er am Nachmittag trinkt.
Ich habe immer regelrecht gegen das Einnässen "gekämpft". Seit ein paar Wochen habe ich die Einstellung gewonnen, dass wir damit leben müssen (daher auch das Windelthema) , und ich merke wie es uns allen besser geht. Natürlich resigniere ich nicht, sondern achte weiter auf das Verhalten, aber diese "drucklosere" Einstellung zum Thema hat unser Leben verschönert.