Initiative Trockene Nacht - Guter Tag - Rat und Hilfe für Bettnässer und Enuresis-Patienten

Kind zur Einschulung noch nicht trocken

Maikäfer 12.05.15 [12:12]

Hallo zusammen,

meine Tochter (6,5 J.) wird nun dieses Jahr eingeschult. Leider ist sie nachts noch nicht ein einziges Mal trocken geblieben. Die Untersuchungen beim Kinderurologen waren glücklicherweise ohne Befund. Der Urologe sprach die Empfehlung aus, nun vor Schulbeginn eine Therapie mit Desmotab zu beginnen und nicht länger mehr zuzuwarten. Diesbezüglich bin ich unsicher, denn sie erduldet nach wie vor das Tragen von Windelhöschen. Ich habe Sorge, dass durch die Gabe des Wirkstoffs zur nächtlichen Urinreduktion die körpereigene Produktion gänzlich gehemmt wird und sie demzufolge abhängig von Tabletten bleibt. Auf der anderen Seite ist meine Tochter immer unsicherer, was das Übernachten bei Freunden, anstehende Klassenfahrten etc. betrifft. Hier würden wir ihr gerne helfen.
Über Tipps oder Erfahrungen würde ich mich freuen.
Viele Grüße Maikäfer

Hsi86 15.05.15 [23:22]

Hallo,

mein Sohn (wird im Juni icon_cool.gif ist nun auf dem Weg nachts trocken zu werden. Wir haben es mit Desmotabs probiert, ohne Erfolg. Dann haben wir über ein halbes Jahr mit der Klingelhose versucht, man hat Fortschritte festgestellt, aber trocken war er noch lange nicht. Seit gute 4 Monate nimmt er nun Mictonetten und es wird. Die trockene Nächte überwiegen nun, er verwendet dennoch weiterhin die Klingelhose. Ich persönlich halte nichts von den Desmotabs und würde es mit etwas anderen probieren.

LG,
Hsi86

Maikäfer 19.05.15 [08:45]

Hallo,
seit nun 3 Tagen nimmt meine Tochter Desmotabs ein. Leider bisher ohne erkennbare Besserung. Wir werden uns also noch gedulden müssen und ggfls. den Arzt ansprechen, wenn sich nach 14 Tagen noch keinerlei Besserung einstellt. Eventuell sind es dann tatsächlich nicht die richtigen Tabletten bzw. die richtige Therapieform.

Ich ging allerdings davon aus, dass es sich bei allen Medikamenten um ein und denselben Wirkstoff handelt in unterschiedlicher Wirkstoffmenge, nur unter verschiedenen Hersteller- bzw. Produktnamen.
Nun steht die Übernachtung der Vorschulkinder im Kindergarten an....
Liebe Grüße

Hsi86 20.05.15 [19:34]

Hallo,

das Problem bei den Desmotabs ist, selbst wenn sie wirken, spätestens beim Absetzen kommt der Rückschritt. Wir haben es eine Weile versucht und es war teilweise schlimmer gewesen als ohne. Mit den Mictonetten kam recht schnell eine Besserung.

LG,
Hsi86

Gabriele Grünebaum 21.05.15 [11:22]

Hallo, Desmopressin wird unter verschiedenen Markennamen vertrieben. Mictonetten enthalten kein Desmopressin, sie enthalten einen anderen Wirkstoff.
Bitte lesen Sie mal die Texte auf dieser Seite zum Thema "Therapie".
Zuerst ist es wichtig, die Ursache des Einnässens herauszufinden. Dabei hilft ein Blasentagebuch.
Dann kann erst eine Therapie empfohlen werden.
Die Wahrscheinlichkeit eines Rückschritts bzw. Rückfalls bei der erfolgreichen Therapie mit Desmopressin kann deutlich vermindert werden, wenn das Medikament langsam nach einem bestimmten Schema ausgeschlichen wird.
Alles Gute
G.Grünebaum

YT11 21.05.15 [22:51]

Hallo!
Ich würde von Medikamenten nicht viel erwarten... Man setzt das Medikament mal ab und wird rückfällig... Das alte Problem hat man wieder... Dazu gibt es genug Untersuchungen... Was definitiv hilft - apparative Therapie ( Klingelhose) in Kombination mit Psychotherapie ( Verhaltenstherapie) es ist zwar auch ein langwieriger Prozess und man sollte sich auf einige Monate Therapie einstellen... Doch letztendlich ist diese Methode die wirkungsvollste! Die medikamentöse Therapie wird eingesetzt um kurzfristige Erfolge zu bekommen, z.B bei den Klassenfahrten, Übernachtungen außerhalb usw. ,
Alles Gute!

Gabriele Grünebaum 23.05.15 [21:32]

Hallo YT11, Sie haben nicht Recht, wenn Sie schreiben, dass das Problem des Einnässens nach dem Absetzen von Desmopressin wieder auftaucht. Es gibt gute Untersuchungen, die belegen, dass die langfristige Wirksamkeit signifikant verbessert wird, in Abhängigkeit davon, ob und wie das Medikament ausgeschlichen wird.
Außerdem geben verantwortungsvolle Ärzte immer seltener ein hochwirksames Mittel wie Desmopressin als "Stand-By"-Medikation für z.B. Klassenfahrten und setzen es dann wieder ab.
Was sollen denn die Kinder denken, wenn sie sehen, dass es da was gibt, was Ihnen hilft und ihnen die Hilfe dann aber verweigert wird? Darüber hinaus ist bei der Einnahme von Desmopressin besonders darauf zu achten, dass nach der Einnahme nichts (oder kaum mehr etwas) getrunken wird. Das muss mit Eltern und Kind sehr gut besprochen sein und auf die Gefahren hingewiesen werden, wenn dies nicht beachtet wird. Auch schon deshalb sollte das Medikament nicht mal eben so zwischendurch für "Notfälle" verordnet werden.
Psychotherapie ist bei einer primären Enuresis, die in den meisten Fällen vorkommt, fast nie eine Therapieoption, denn das Einnässen hat in den allermeisten Fällen keine seelischen Ursachen. Lt. Therapieleitlinien ist daher die Psychotherapie auch nicht empfohlen.
Alles Liebe
G.Grünebaum

Maikäfer 03.06.15 [11:19]

Hallo zusammen, ich möchte mich für die Beiträge bedanken und nun ein kleines Update unserer Situation abgeben. Unsere Tochter nimmt nun seit rd. 2 Wochen Desmotabs ein. Heute war erstmalig ein Erfolg zu verzeichnen, die Windel war trocken, Kind und Eltern überglücklich.

Auch wir führten bereits ein Blasentagebuch, sämtliche Untersuchungen waren glücklicherweise ohne Befund. Der Arzt kam also zu der Erkenntnis, dass es ein Mangel an ADH sein muss. Darum die Verschreibung der Desmotabs.

Was für unsere Tochter immer noch sehr schwierig ist, ist die Umstellung des Trinkverhaltens. Sie ist es gewohnt, zum Abendbrot 1-2 Gläser Saftschorle (200-400ml)zu trinken. Ca. eine Stunde später geht sie zu Bett und schläft i.d.R. 10-11 Stunden tief und fest....

Eine Reduzierung der abendlichen Trinkmenge ist äußerst schwierig, da sie leider tagsüber viel zu wenig trinkt. Wir haben nun die Vereinbarung mit ihr, dass wir sie ans Trinken erinnern und sie dann auch ohne Protest etwas trinkt. Momentan funktioniert das, da sie unbedingt von den Windelhöschen weg möchte. Es belastet sie immer mehr, scheinbar die Einzige zu sein, die dieses "Problem" im Kindergarten hat.

Wir hoffen nun, dass die heutige Nacht ebenfalls trocken bleibt.

Zudem sind wir gespannt, was der Urologe beim nächsten Termin vorschlagen wird bzgl. der weiteren Vorgehensweise.

Viele Grüße Maikäfer

Maikäfer 10.06.15 [20:43]

Hallo nochmal, hat jemand Erfahrung mit Desmopressin von Teva? Diese wurden nun verordnet. Viele Grüße Maikäfer

YT11 12.06.15 [01:06]

Hallo Frau Grünebaum,
was ich mir der Psychotherapie meinte war die apparative Verhaltenstherapie (= Klingelhose/Klingelmatratze) in Kombination mit Verstärkersystemen, Becken-Boden Training.... und wie Sie sicherlich wissen, ist diese Therapie laut Therapieleitlinien absolut zu empfehlen. Viele verstehen unter Psychotherapie gleich Gesprächstherapie , Psychoanalyse oder Spieltherapie icon_smile.gif diese sind tatsächlich gar nicht zu enpfehlen... nicht zu verwechseln mit der Verhaltenstherapie für welche Enuresis ( sowohl primär als auch sekundär)in der Regel eine " klassische" Störung, zu welcher es zahlreuche Wirksamkeitsbelege geben,
liebe Grüße!!!

Maikäfer 12.06.15 [10:13]

Hallo zusammen,
unsere Tochter nimmt nun seit 4 Wochen Desmopressin 0,2 mg ein. Es ist leider noch kein Erfolg zu verbuchen, lediglich 3 trockene Nächte waren bisher zu verzeichnen.

Muss man einfach mehr Geduld haben oder sollte die Dosis in Absprache mit dem Arzt erhöht werden? Dieser möchte mit der bisherigen Dosis weiter fortfahren und unsere Tochter im September erneut sehen. Er ist der Ansicht, man solle die Therapie erst mal 3 Monate durchführen.

Unsere Tochter hat nun wieder einen leichten bis mittelschweren Durchhänger, da das Medikament nicht "sofort" anschlägt. Sie (und auch wir) hat sich sehr viel davon versprochen und die Enttäuschung ist entsprechend groß.

Ratlose Grüße Maikäfer

Gabriele Grünebaum 13.06.15 [10:44]

Hallo Maikäfer, wenn Desmopressin richtig eingesetzt wird - u.a. bei einer so genannten Polyurie - wirkt es i.d.R. schon nach wenigen Tagen. Wenn es 4 Wochen nicht wirkt, sollten Sie Ihren Arzt fragen, ob sie es weitergeben sollten, denn dann ist fraglich, ob es überhaupt das richtige Medikament ist.
Üblich ist, dass wenn die Dosis von 0,2mg nicht greift, diese nach ca. 2 Wochen verdoppelt wird, und wenn auch das nicht hilft, setzt man das Medikament wieder ab und muss über eine andere Therapie nachdenken.
Ist denn mal eine ausführliche Diagnose gemacht worden - mit Blasentagebuch usw.?
Wie alt ist Ihre Tochter?
In jedem Fall scheint ein baldiges Gespräch mit dem Arzt angesagt.
Alles Gute.
G.Grünebaum

Maikäfer 19.06.15 [10:55]

Hallo Fr. Grünebaum,

lieben Dank für Ihre Rückmeldung.
Meine Tochter wird bald 7 Jahre alt. Wir haben vor dem ersten Arztbesuch 14 Tage lang ein Blasentagebuch geführt und dem Arzt vorgelegt.

Es gab seit der ersten Gabe mit 0,2 mg Desmopressin vor 5 Wochen bisher 4 trockene Nächte. Zur Zeit arbeiten wir daran, das Trinkverhalten umzustellen. Sie verzichtet nur ungern auf ihre 2 Gläser (300-400ml) Saftschorle abends, ca. 1 Stunde vor dem Schlafengehen.
Die Rücksprache mit dem Arzt ergab, dass erst das Trinkverhalten umgestellt werden müsse bevor er eine Erhöhung der Dosis in Betracht ziehen würde.
Viele Grüße Maikäfer

Gabriele Grünebaum 21.06.15 [12:12]

Hallo Maikäfer, wenn das Trinkverhalten des Kindes nicht optimal ist, kann dies dazu führen, dass es nachts einnässt. Daher macht es absolut Sinn, zunächst einmal das Trinkverhalten zu verbessern. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass Kinder, die tagsüber reichlich trinken, abends (automatisch) weniger Durst haben. Bieten Sie Ihrer Tochter doch tagsüber mehr zu trinken an und sorgen dafür, dass sie etwa 3/4 der gesamten Tagesmenge (ca. 50ml/kg Körpergewicht) VOR 17 Uhr getrunken hat. Das könnte ihren Durst am Abend deutlich reduzieren.
Geben Sie ihr eine schöne Trinkflasche (Thermoskanne) mit einem für sie leckeren Getränk (Früchtetee, Saftschorle mit viel Wasser o.ä.) und verabreden Sie, dass die Flasche um 16 Uhr leer ist. Gegebenenfalls hilft hier eine Alarmarmbanduhr. Die gibt es für Kinder, die regelmäßig ihre Medikamente einnehmen sollen. Hier kann man verschiedene Zeiten einprogrammieren, wann die Uhr einen akustischen Alarm gibt oder vibriert (das merkt dann sonst kein anderer). Und die Verabredung mit dem Kind sollte dann sein, dass bei JEDEM Alarm ein Glas trinkt UND auf die Toilette geht (egal ob es Durst hat oder Pipi machen muss).
Häufig hilft das sehr gut.
Alles Gute
G.Grünebaum

Maikäfer 26.06.15 [09:49]

Hallo Fr. Grünebaum,
Danke für die Tipps.
Der Einsatz der Trinkflasche klappt derzeit ganz gut. Vielleicht führt das letztendlich zum Erfolg, die abendliche Trinkmenge zu reduzieren. Heute ist sie erstmalig nachts wach geworden und rechtzeitig zur Toilette gegangen. Die Windel war zudem morgens trocken. Welch große Freude auf allen Seiten.
Viele Grüße und Danke, dass Sie dieses informative Forum betreiben. Maikäfer

Maikäfer 22.09.15 [10:34]

Hallo zusammen, hier ein kleines Update zu unserer Situation.

Die Therapie mittels Desmopressin wurde abgebrochen, da sich keinerlei Erfolg trotz Erhöhung der Dosis einstellen wollte. Es waren nur eine Handvoll Nächte trocken. Nun soll es die Klingelhose richten. Erneute Spannung....
Viele Grüße
Maikäfer