Initiative Trockene Nacht - Guter Tag - Rat und Hilfe für Bettnässer und Enuresis-Patienten

Ich suche Rat für meine 6 jährige Tochter *bin neu*

Davina 18.02.16 [21:47]

Hallo zusammen,

vielleicht weiß einer von euch Rat.

Unsere Tochter Lara (6 Jahre) war mit 2,5 Jahren komplett trocken tags und nachts. Sie ist selbstständig zur Toilette und man brauchte sich da auch keine Sorgen drum machen, wenn wir weggefahren sind.

Mit ca. 3,5 Jahren fing es an, dass sie tagsüber in die Hose machte und sie sehr sehr oft auf Toilette musste, teilweise im Minutentakt. Wir sind dann zum Arzt und er meinte es wäre vielleicht eine minimale Blasenentzündung, aber es war so wenig im Urin zu entdecken dass keine Medikamente notwendig sind.
Wir sollten abwarten! Ich wurde aber von Woche zu Woche nervöser. Wir brauchten ca. 6 Hosen am Tag für Lara. Ständig mussten wir sie umziehen. Aus psychischer Sicht hatte sich nichts verändert. Auch nach langem Überlegen sind wir der Ansicht dass es keinen psychischer Grund gab.
Wir waren immer und immer wieder beim Arzt. Es wurde Tagebuch geführt, es wurde 24 Stunden Urin gesammelt und eingeschickt, Ultraschall gemacht. Es ist nichts festgestellt worden.
Der Arzt meinte wir sollten einfach abwarten. Nach langem Zögern sind wird dann wieder für nachts auf Pampers umgestiegen. Am Anfang hat Lara immer geweint wenn sie die Hose nass hatte. Irgendwann hat sie einfach resigniert und sich teilweise heimlich umgezogen. Wir hatten zwischenzeitlich auch das Gefühl dass sie einfach keine Lust mehr hatte auf Toilette zu gehen. Sie hat sich immer mehr geweigert. Hat sich dann in die Hocke gesetzt und alles zusammengekniffen und war immer noch der Meinung "Ich muss nicht auf Toilette".
Auf unserem Wunsch hin hat uns der Kinderarzt dann eine Überweisung ins Krankenhaus gegeben. Wir sind dann in die Kinderklinik nach Dortmund gefahren. Es wurde dort Urin kontrolliert, wir haben ein Tagebuch mitgebracht und es wurde Ultraschall gemacht. Ergebnis: NIX ! Alles gesund.
Dann haben wir es mit Belohnungssystem versucht, Sticker kleben, sogar die "Blasenfee" haben wir erfunden, die Geschenke bringt wenn sie es schafft trocken zu bleiben. Dann haben wir es einfach komplett ignoriert. Umziehen und fertig und es wurde auch nicht drüber geredet. Es hat alles nichts geholfen.
Dann waren wir beim Osteopathen, der hatte eine Blockade im Becken festgestellt. Wir waren voller Hoffnung aber es hatte nix gebracht.
Dann waren wir nochmal bei unserem Kinderarzt und haben eine "Blasenschulung" verschrieben bekommen => auch nix gebracht.
Nach Zuspruch einer Bekannten waren wir nochmal bei einem anderen Osteopathen und siehe da, er hatte auch eine Beckenblockade festgestellt und es war von einem zum anderen Tag gut.
Lara muss zwar immer noch zu oft auf Toilette (ca. 12x am Tag) aber sie ist zumindest tagsüber trocken.
Jedes Mal wenn sie ein paar Tage hintereinander in die Hose macht tagsüber hat sie wieder eine Beckenblockade und wir müssen wieder zum Osteopathen. Danach ist es wieder in Ordnung. Sie hat es im Griff aber es ist doch keine Dauerlösung. Wir können keine langen Ausflüge machen weil wir ständig mit der Angst leben, sie muss auf Toilette. Und wenn sie muss, dann müssen wir innerhalb von 1 Minute ein Klo finden, sonst geht es daneben. Teilweise liegen dann wirklich auch nur Minuten zwischen den Klogängen. Wir achten an solchen Tagen, dass sie wenig trinkt und dann auch nur Wasser. Und das tut mir natürlich total leid, ihr quasi das Trinken zu verbieten. icon_frown.gif
Wir wollten es jetzt mal austesten und haben ihr nachts keine Pampers mehr angezogen . Ich habe ihr erklärt dass wir es jetzt einfach mal üben und wir nachts dann einfach das Bett neu beziehen und sie es dann vielleicht lernt. Ich war die halbe Nacht wach und habe gewartet dass sie mich ruft, dass wir das Bett neu beziehen müssen, aber sie rief nicht. Am nächsten Morgen habe ich sie geweckt und sie hat die ganze Nacht in ihrem Urin gelegen, das schon angetrocknet war. icon_frown.gif 2 Tage später hatte sie eine dicke Blasenentzündung. Damit war der Versuch ohne Pampers zu schlafen gestorben. Wir haben es danach nicht wieder probiert
Jetzt hatte sie auch noch innerhalb von 3-4 Monaten 3 Blasenentzündungen gehabt.

Lara leidet sehr unter dem Problem. Es dreht sich viel um ihre Blase, immer wieder und es wird einfach nicht besser. Und das alles obwohl sie mit 2,5 Jahren komplett trocken war!!!!! Da stimmt doch irgendwas nicht. Ich habe auch einfach das Gefühl dass unser Kinderarzt uns einfach nicht ernst nimmt.
Wir haben es übrigens auch schon mit homöopathischen Mitteln vom Heilpraktiker probiert und sie bekommt zur Zeit Physiotherapie um die Beckenmuskulatur zu stärken.

Lara kommt diesen Sommer zur Schule und ich möchte nicht dass sie da gehänselt wird. Es kommt im Kindergarten ja jetzt auch zwischendurch noch vor, dass sie dort tagsüber in die Hose macht. Nicht mehr oft, aber es kommt vor. Gar nicht auszudenken wenn das in der Schule passiert icon_frown.gif
Übrigens ist die Pampers jede Nacht nass, also sie macht wirklich von 7 Tagen 7 mal in die Pampers.

So jetzt habe ich einen halben Roman geschrieben. Und vielleicht weiß einer von euch Rat oder hat Tipps.

Ach eins noch, wir sollten jetzt vor ein paar Wochen nochmal ein Tagesprotokoll machen für die Physiotherapeutin und mir ist aufgefallen, dass Lara immer nur höchstens 80 ml Urin ausgeschieden hat.
Es war auch oft bedeutend weniger. Da ist doch auch nicht normal für ein 6 jähriges Mädchen oder? Es wurde aber damals die Blasengröße etc. überprüft. Da war alles in Ordnung.

So jetzt war's aber.

vielen Dank schon mal fürs Lesen icon_wink.gif

LinaMama83 21.02.16 [10:11]

Hallo Davina,
da macht ihr ja wirklich was durch. Aber das ganze kommt mir sehr bekannt vor. Bei meiner Tochter ist es ähnlich gelaufen, nur das sie 9 9 war als es wieder anfing. Bei ihr wurde nach unzähligen Untersuchungen festgestellt, das Ihre Nieren mehr Urin produzieren als die Blase aufnehmen kann, wodurch sie kurz gesagt überläuft. Bei haben wir auch das Problem, dass sie tagsüber und nachts einnässt. würde mich freuen, wenn wir uns mal austauschen würden.

LG
Lina

Gabriele Grünebaum 21.02.16 [12:54]

Hallo Davina, zunächst einmal möchte ich sagen, dass ich es bewundernswert finde, dass Sie an dem Thema dranbleiben. Es ist sicherlich für die ganze Familie sehr belastend. Das Trinken zu reduzieren ist aber wahrscheinlich nicht so sinnvoll, weil die Nieren genug Flüssigkeit brauchen, um ihren Job zu erledigen.
In Frankfurt gibt es Dr. Marschall-Kehrel, die sich auf das Ein- und Bettnässen bei Kindern spezialisiert hat (Kinderurologin).
Vielleicht ist es einen Versuch wert, es noch mal bei ihr zu versuchen ...?
Aufgeben ist sicherlich keine gute Lösung.
Ich wünsche Ihnen viel Kraft.
G.Grünebaum

Ricky 29.02.16 [11:31]

Hallo Davina,

unser Sohn wird bald 7 Jahre alt und ich habe mir die gleichen Sorgen (auch bzgl. Schule) gemacht, wie du sie dir über deine Tochter machst.
Auch er nässt gelegentlich immer noch tagsüber ein, in der Schule hatte er bislang zweimal eine so nasse Hose, dass er sich umziehen musste - er tat das dann in der Schultoilette. Eine Wechselhose hat er immer dabei. Auch von einem andere Jungen in der Klasse weiß ich, dass er in der Schule schon eingenässt hat - das ist offenbar gar nicht so selten und ich würde ziemlich zu Anfang gleich mit der Lehrerin über ihr Problem sprechen. Unsere Lehrerin hat übrigens gar nicht mitbekommen, dass er sich umgezogen hat und war sehr überrascht, als ich ihr das gesagt hatte. Ich gehe davon aus, dass es auch die anderen Kinder noch nie bemerkt haben.
Aber ein Blasenvolumen von 80 ml ist nicht altersentsprechen, bei uns sind es ähnliche Mengen (nachts war mein Sohn auch noch nie trocken) und auch wir werden demnächst wieder beim Arzt sein, bisher hieß es immer, man könne noch abwarten.