Initiative Trockene Nacht - Guter Tag - Rat und Hilfe für Bettnässer und Enuresis-Patienten
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Ich möchte meinem Sohn unbedingt helfen

Mondenkind 06.07.11 [22:59]

Hallo, wahrscheinlich klingt der Beitrag so, wie viele andere auch und doch hoffe ich auf einen entscheidenden Tipp. Mein Sohn (10) nässt seit seinem dritten Lebensjahr ein. Tagsüber, wie nachts. Mal mehr mal weniger, aber regelmäßig. Seit 6 Jahren lebe ich getrennt, habe aber noch ein sehr gutes Verhältnis zu meinem Exmann, also zu seinem Vater. Wenn er dort ist, was jede Woche ist, näßt er kaum ein. Das gibt mir sehr zu denken. Es muss also an mir liegen. Ich halte mich für eine tolerante, einfühlsame und liebende Mutter, die für Ihren Sohn da ist, die aber auch Regeln und Grenzen durchsetzt. Was aber mache ich falsch?
Es muss doch ein psychologisches Problem sein, oder? Zweimal im Abstand von 3 Jahren habe ich Ihn untersuchen lassen. Lt. Dr. Riedel in Skt. Augustin, der auf Enuresis spezialisiert ist, ist körperlich alles in Ordnung. Auch nach Einnahme von Tabletten hat sich keine Änderung ergeben (wobei ich dabei kein gutes Gefühl hatte..) Alle genannten Methoden haben wir ausprobiert. Mein Sohn ist sehr frustriert. Sein Selbstbewußtsein leidet ungemein. Er legt daher auch ein sehr kindliches Verhalten an den Tag und damit meine ich, dass er sich z.T. wie ein 5-7jähriger benimmt. Er ist sehr unausgeglichen, steht ständig unter Strom und wenn er nachts einnässt, habe ich das Gefühl, er läßt den ganzen Druck des Tages raus. Auch ich höre desöfteren: "Irgendwann hört das von alleine auf." Daran glaube ich nicht mehr. Es muss doch etwas geben, das ihm hilft!? Andere sagen wiederum: Er ist zu nah an Dir dran. Er ist unbewußt dein Partnerersatz und daran trägt er zu schwer. Er hat derzeit auch ständig Verlustängste. Er hat Angst sein Vater oder ich könnten sterben und er wäre ganz alleine. Furchtbar! Er hat Ärger mit seinen Mitschülern, da er durch sein kindliches Verhalten nervt. Er verliert Freunde, steht im öfter im Abseits. Das ist schwer zu ertragen. Ein Teufelskreislauf. Er hält sich selbt für minderwertig, dabei steckt unglaublich viel in ihm. Er ist 3 Jahre (!) zu einer Kindertherapeutin gegangen. Er hat sich sehr wohl gefühlt...geholfen hat es nichts. Wir brauchen dringend Unterstützung, so dass wir einen neuen Blick auf die Dinge werfen können und mein Sohn endlich frei von diesem Druck ist und sich frei entfalten kann. Ich mache mir große Sorgen um ihn. Können Sie uns helfen? Danke im Voraus!

Pfanny 08.07.11 [09:52]

Hallo Mondenkind,

ich denke für euch ist es vielleicht ganz hilfreich wenn ihr mal versucht eine Zeitlang gar nichts zu tun und die einnässfrei und die damit verbundenen Probleme so gut es eben geht zu ignorieren, das nimmt euch den Druck und nach ein paar Wochen eventuell Monaten seit ihr wieder ruhig und „nüchtern“ genug das Problem wieder ganz befreit nochmals anzugehen, aber ich glaube sogar das wen sich bei euch, vor allem bei deinem Sohnemann, der Druck löst er ganz von allein trocken wird. Bei dem einen sind es nur kleine schritte und bei den anderen geht es ganz „plötzlich“ von heute auf Morgen aber ohne Druck wird es gehen !!! 
Ich habe bei meinen Kindern die Erfahrung gemacht das wen mehr Druck da war wurde es mit dem trocken und oder sauber bleiben immer schlimmer und sobald der Druck nachgelassen hatte wurde es wieder besser, wir haben es einfach so gemacht das wenn die Windel eben nass bzw., voll war wurde eben kommentarlos gewechselt und frisch „gewickelt“ so als wenn es das normalste von der Welt ist und siehe da die vollen und nassen Windeln wurden immer wenige . Ihr schafft das auch macht euch nur selber keine Panik oder Stress deswegen dann geht’s nach einiger zeit wie von selbst vorbei !! icon_wink.gif

Gruß Pfanny

Iris 08.07.11 [14:52]

Hallo Mondenkind,
Du klingst, als ob die Enuresis nicht das Hauptproblem Deines Sohnes wäre. Allerdings hast Du darin recht, daß es für sein Selbstbewußtsein gut wäre, so einen "Meilenstein" zu überwinden.
Von Tabletten halte ich in dem Falle aber auch nix...
Beim Lesen Deines Textes mußte ich spontan daran denken, ob nicht eine Mutter-Kind-Kur in Norderney (gibt's auch was drüber ein ganzes Stück weiter unten hier im Forum) etwas für Euch wäre. Einerseits kann man sich da gut mit der Enuresis beschäftigen, andererseits findest Du dort psychologische Betreuung - und zwar für Deinen Sohn und auch für Dich selbst. Mir selbst hat mal sehr geholfen, daß mir ein Psychologe einfach mal den Rücken gestärkt hat, daß ich auf dem richtigen Weg bin - das hat nix mit "Klapsmühle" oder so zu tun...
UND: drei Wochen Urlaub zwischen Seehunden und Muscheln usw.......
Bis zum 12. Lebensjahr könnt ihr noch zur Mutter-Kind-Kur.....
Wünsch Euch alles Gute, Iris

pacal 14.07.11 [14:12]

Hallo Mondenkind,

erst mal möchte ich dich ganz doll drücken! Du bist nicht allein auf dieser weil, mit "diesem Problem", dass dein Kind einnässt! Und lass dir sagen, du trägst keinerlei Schuld und es liegt auch nihct an dir!
Seit ich vor ein paar Jahren auf diese Seite gestoßen bin, habe ich, was das Thema einnässen angeht, vieles gelernt und kann sagen, dass ich inszwischen, ich schreib es jetzt einfach mal so, lockerer angehe! Lockerer ist zwar nicht das richtige Wort, aber ich weis nicht, wie ich es besser ausdücken soll. Anfangs dachte ich auch, dass es vielleicht doch an mir liegen könnte. Dass mein Sohn, wenn auch unbewußt, aus Protest einpieselt. Wenn er z.b. was angestellt hat und ich mit ihm etwas schimpfe und in der Stimme etwas deutlicher werde.
Dann wiederum dachte ich, mein Sohn sei zu Bequem, auf Toilette zu gehen. Er könnte ja etwas verpassen, wenn er kurz auf Toilette geht! Auch ich habe schon vieles mit meinem Sohn hinter mir; Behandlung mit Tabletten, Untersuchung der Blase, ob org. alles in Ordnung ist,....!
Mittlerweile bin ich der Meinung, dass es wie eine "Krankheit" anzusehen ist. Auch wieder nihct der richtige Ausdruck. Was ich damit meine, so, wie Kinder Asthma haben und dieses Behandelt wird, andere haben Diabetes, wieder andere müssen wegen irged etwas anderem Tabletten einnehmen. So ist es bei unseren Kindern eben die Schwierigkeit, ihren Körper richtig wahrzunehmen. Sie können ihre Blase nicht richtig steuern.
Bei meinem Sohn haben Tabletten einen guten Erfolg gehabt. Wenn er auch noch tagsüber leicht einnässt. Aber längst nicht mehr so sehr, als er noch im Kindergarten war, wo er richtig gehend, bis zu 8 mal am Tag, nasse Hosen hatte und sich umziehen mußte! Kurzweilig kam bei meinem Sohn auch noch das Einkoten, als er 8 1/2 J. alt war, hinzu. Dies ist inzw. auch nicht mehr so arg, wie noch vor einem viertel Jahr! Und du darfst mir glauben, auch die anderen, die dies hier jetzt lesen. Mir fällt es nicht leicht, so offen darüber zu schreiben. Dass alle mitbekommen, wie es um meiunen Sohn steht. Aber auch hier habe ich eingesehen und akzeptiert, dass man so ein Thema, so unangenehm es auch sein mag, darüber reden soll. Dass man es nicht vertuscht. Dass andere Eltern, deren Kindern es auch so ergeht, Erfahrungen sammeln können, sich austauschen können, dass auch diese Eltern darüber reden können und man sich untereinander helfen kann. Blödes Beisp.: aber es gibt auch Eltern, deren Kinder Glasknochenkrankheit haben und diese Eltern sicherlich auch froh wären, ihr Kind hätte es nicht. So wären auch wir Eltern froh, wenn unsre Kinder nicht dieses "Prblem" mit dem Einnässen hätten. Verstehst du?

Mein Sohn hat in den Sommerferien ( Ende August) einen Termin im Kinderkrankenhaus. Dort soll er, laut Kinderarzt, der auf der Station selbst lange Zeit gelernt hat, lernen, seinen Körper neu wahrzunehmen. Lernen, seine Blase zu steuer und zu kontrollieren. Mein Sohn sei, man sagt glaube ich, in der motorischen Entwicklung für sein Alter weit vorraus und in der Körperlichen Entwicklung noch etwas zurück. Sprich, für sein Alter ist er in vielen Dingen weiter, als seine Altersgenossen. Aber das körperl., die Steuerung der Blasenentleerung, steht leider hinten an.
Ach, übrigens, mein Sohn wird im Sept. 9 Jahre alt.

Bei meinem Sohn ist es von Tag zu Tag verschieden. Mal hat er ein bis zwei Tage am Stück, an denen alles in Ordnung ist. Da ist er trocken. Und an einem anderen Tag kann es sein, dass nur ein paar Tropfen in die Hose gehen. Am nächsten Tag kann es sein. dass er sich auch schon mal umziehen muß, da etwas mehr in die Hose ging, als nur ein paar Tropfen (mal nur einmal am Tag. Manches mal aber auch bis zu 3 mal am Tag). Und dann hat er wieder in bis zwei Tage, an denen alles in Ordnung ist und er trocken bleibt. Auch die Nächte sind überwiegend trocken. Aber er ist leicht rückfällig geworden und peiselt wieder öfters nachts ein.

Ich erhoffe mir durch den Klinikaufenthalt jetzt keine Wunder oder die absolute Besserung. Sondern ich gehe mit der Hoffnung dort hin, dass es besser werden kann und nicht nur mein Sohn Unterstützung in dieser Sache bekommt, sondern, dass auch mir geholfen wird. Sprich, dass auch ich dort sozusagen geschult werde, wie man mit so etwas umgeht, was man tun kann, dass es besser wird, woran man erste Anzeichen erkennen kann, bevor es in die Hose geht und wie man reagiert, dass das Kind auf Toilette geht, ohne, dass es wieder "bockig" reagiert,.....!

Dass dein Sohn augegergenzt wird, tut mir echt leid!
Geht er denn in einen Sportverein? Dort könnte sein Selbstwertgefühl wieder aufgebaut werden. Wenn er merkt, akzeptiert zu werden, so, wie er ist?!
Mein Sohn ist für sein Alter auch noch recht kindlich/kindisch! Er geht, seit er fast 6 Jahre alt war, ins Taekwondo. Dort lernt man neben Diziplien, auch Ausdauer, Verständis, Zusammenhalt, Selbstverteidigung, Gegenseitig helfen und vieles mehr. Dort, wo mein Sohn trainiert, sind auch zwei Jungs: der eine 15 Jahre, hat ADH. Der andere, glaub 13 oder 14 Jahre, hat ADHS. Und auch sie werden, wie alle anderen, normal behandelt und mit ihnen Umgegangen. Und der eine Junge, mit AdHs, nimmt, bzw. soll nicht, wie vorgeschrieben, auch vor dem Training (zum Abend hin) seine Tabl. nehmen und benimmt sich dementsprechend auch noch leicht kindisch/kindlich! Nicht, wie man es bei einem 13 oder 14 jährigen erwartet und ich habe auch schon öfters mitbekommen, wie nervenaufreibend so was sein kann, wenn man, auf gut deutsch, von dem Jungen zugetextet werden kann.

Ich hoffe, ich konnte dir mit meiner Antwort etwas weiterhelfen.

Gute Besserung für dienen Sohn und dir starke NErven,

pacal

pacal 14.07.11 [14:18]

Wollte noch hinzu fügen, dass der Kinderarzt lange Zeit auf der Station gelernt und gearbeitet hat, bevor er jetzt eine eigene Praxis führt/leitet.

Mondenkind 17.07.11 [22:27]

Ihr Lieben,

vielen Dank für Eure hilfreichen Worte. Es tut tatsächlich gut, sich mit Menschen auszutauschen, Du Ähnliches erleben.

Was das "Einfach Abstand gewinnen und garnichts tun" betrifft: Das liegt schon hinter uns. Hat nciht funktioniert.
Was "psychologische Hilfe" angeht: Das bin ich ebenfalls angegangen und kann es allen auch immer empfehlen. Leider hat das meinem Sohn auch nciht geholfen. Die Mutter-Kind-Kur werde ich aber tatsächlich einmal ins Auge fassen. Darüber hatte ich schon einmal nachgedacht.

Auf jeden Fall werde ich mir die zeit nehmen, um all diese beiträge einmal in Ruhe zu lesen. Vielleicht finde ich noch weitere hilfreiche Tipps.

Ich danke Euch.
Liebe Grüße!
Mondenkind