Initiative Trockene Nacht - Guter Tag - Rat und Hilfe für Bettnässer und Enuresis-Patienten
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Erfahrungen mit Minirin?

Alexandra S. 09.07.11 [11:10]

Halllo, meine Tochter, 12 Jahre leidet an einer primären Enuresis. Wir haben über Alarmtherapie und Untersuchungen zur Blasenkapazität, Rückfluß zu den Nieren schon einiges hinter uns gebracht. Bisher kam es jedoch noch nie vor,dass sie länger als 4 Wochen nachts trocken war. Der Kinderarzt meinte, dass es sich mit der Pupertät geben würde, nun wollen wir es nicht noch länger anstehen lassen und haben einen Urologen aufgesucht. Dieser hat uns das Medikament Mictonetten verschrieben (Erhöhen der Blasenkapazität, das ist bei uns jedoch nicht das Problem, sondern dass nachts zu viel Urin produziert wird. Jetzt bin ich mir unsicher, ob die Therapie mit Desmopressin die Bessere Behandlung ist, da die Mictonetten einen ganz anderen Wirkstoff als Minirin haben. Minirin haben wir bisher nur kurzfristig eingesetzt bei Klassenfahrten oder Übernachten bei einer Freundin. Dies hat bisher gut gewirkt. Wer hat Erfahrungen mit dem Therapieschema von Frau Dr. Marschall-Kehrel?

Gabriele Grünebaum 09.07.11 [11:22]

Hallo Alexandra, wenn Minirin schon bei Klassenfahrten usw. gut gewirkt hat, macht es keinen Sinn, das Medikament nur kurzfristig zu geben. Wenn es in der richtigen Dosierung gut wirkt, gibt man es normalerweise für etwa 3 Monate und beginnt dann mit dem Ausschleichen nach dem Schema von Dr. Marschall-Kehrel.
Es gibt eine multizentrische Studie, die mit 487 Kindern an 181 Zentren in Deutschland durchgeführt wurde und wo das Ausschleichschema getestet wurde. Die Kinder wurden dann nach einem Jahr noch mal nachuntersucht.
Demnach waren nach einem Jahr nach dem Ausschleichen 85% der nach dem Ausschleichschema behandelten Kinder trocken.
Besprechen Sie Ihre Bedenken doch noch mal mit dem Arzt. Je später eine Desmopressin-Therapie begonnen wird, umso schwieriger ist die Therapie - eine Behandlung in oder nach der Pubertät ist immer deutlich weniger erfolgreich.
Ich wünsche Ihnen alles Gute
G.Grünebaum

tea 14.07.11 [22:18]

Ich habe Minirin selbst genommen. Zum ersten mal mit ca 8 Jahren. Damals hat es gar nicht gewirkt. Dann mit 16 noch einmal und es hat gewirkt, aber das auschleichen ist kompletter schwachsinn meiner meinung nach. Nach ner zeit hab ich einfach gewusst das ich es nicht mehr brauche. Mit ausschleichen hab ich es davor ja versucht, aber es hat einfach nicht geklappt! Nun ist es wieder da aber alles was ich dazu sagen kann ist: enuresis ist meiner meinung nach eine zum teil physisch ja aber zum großteil psychisch. Geben sie ihrem Kind ein gutes Umfeld und die Möglichkeit die Innere Mitte zu finden, ausgeglichen zu sein und entspannt und ich garantiere das es klappen wird.

Gabriele Grünebaum 17.07.11 [22:55]

Hallo tea, Patienten empfinden oftmals ihre Therapie und Therapieerfolge subjektiv sehr unterschiedlich.
Wissenschaftliche Studien helfen dabei, die Therapien und deren Erfolge zu objektivieren.
Die Studie, die zeigt, dass das Ausschleichen von Minirin deutlich erfolgreicher ist, als das plötzliche Absetzen - besagt nicht, dass das IMMER so ist, es heisst aber - wie in dieser multizentrischen Studie, die an mehr als 180 Zentren in Deutschland durchgeführt wurde, zu sehen ist, dass mehr als 84% der Kinder, bei denen eine Miniritherapie ausgeschlichen worden ist, langfristig trocken blieben.
Wenn Sie zu den 16% gehören, wo dies nicht optimal funktioniert, so ist das traurig - hat aber für den statistischen Erfolg der Methode keine Bedeutung.
Auch wenn Sie meinen, dass Enuresis zum Größtenteil psychische Ursachen hat, so mag das Ihre Meinung sein - wissenschaftlich erwiesen ist es jedoch, dass die primäre Enuresis in den seltensten Fällen seelische Gründe hat.
Ein gutes Umfeld für ein Kind, entspannt und ausgeflichen sein, ist immer gut - nicht nur für enuretische Kinder icon_wink.gif
Alles Liebe
G.Grünebaum