Initiative Trockene Nacht - Guter Tag - Rat und Hilfe für Bettnässer und Enuresis-Patienten

Einnässen nach Missbrauch

Donaldi 19.12.17 [07:47]

Hallo Forum,

ich weiß gar nicht so recht, ob ich eine Frage habe, oder es einfach mal etwas von der Seele schreiben möchte.

Wir haben vorletztes Jahr Maria, ein 9 jähriges Pflegekind, zu uns genommen, dass leider einen schweren Missbrauch durchmachen musste. Schon diese Tatsache macht es sehr schwer, eine Behandlung ihrer Harn-Inkontinenz durchzuführen. Sie hat verständlicherweise sehr große Ängste vor Männern und befindet sich natürlich in entsprechender psychologischer Behandlung. Immerhin sind es 2 Termine in der Woche, wenn auch jeweils nur etwa eine Stunde. Ihre Harn-Inkontinenz ist nicht körperlich bedingt, das ist alles abgeklärt.

Vom Kinderarzt bekommt sie die Schutzhosen verschrieben, die sie aber - aus welchen Gründen auch immer - nicht selber anlegen kann (oder will?). So müssen wir es übernehmen und wir machen dies auch gerne und sehr fürsorglich. Das Problem ist hier aber die Schule. Obwohl den Lehrern durchaus bekannt ist, warum und wieso Maria diese Probleme hat, wird sie von den Lehrern abwertend behandelt. Und das nun schon an der 2. Schule, da sie ähnliche Probleme an der vorigen hatte. Dies liegt sicherlich daran, dass es mehrere Leher gibt, die an beiden Schulen unterrichten. Gespräche mit den Lehrern, Vertrauenslehrern und Direktoren haben da leider auch keine Abhilfe gebracht. Ein weiterer Schulwechsel ist auch nicht so einfach, da wir auf dem Lande wohnen halten sich die Anzahl der Schulen leider in Grenzen.

Maria wird in der Schule von den Mitschülern gehänselt und gemobbt, was ich auch mit als Folge der abwertenden Behandlung der Lehrer sehe. Sie verhält sich aber auch sehr kindisch und sie soll wohl in der Schule auch mal am Daumen genuckelt haben. Einerseits ist sie also etwas zurückgeblieben, anderseits hat sie trotzdem gute Noten und ist nicht gerade dumm.

Wir fragen uns, ob es nicht das beste für das Kind wäre, wenn sie in eine andere Pflegefamilie kommen würde. Lt. Jugendamt wäre dies aber wohl noch schädlicher, da sie sich in den Gesprächen mit Betreuern äußerte, dass sie sich sicher, geborgen und gut aufgehoben bei uns fühlt (natürlich hat sie es nicht wortwörtlich so gesagt nehme ich mal an).

Wir sind also ein klein wenig am Ende mit unserem Latein.

Donaldi

Josi 27.12.17 [16:05]

Hallo Donaldi,

wirklich weiter helfen kann ich euch leider nicht... icon_frown.gif

>Obwohl den Lehrern durchaus bekannt ist, warum und wieso
>Maria diese Probleme hat,
>wird sie von den Lehrern abwertend behandelt.

In der Grundschule ist besonders wichtig, das man nicht nur fachliche Inhalte beherrscht, sondern vor allem geht es darum, dass man pädagogisch besonders gut drauf ist...

Wenn ich aber so was lese, zweifel ich an der persönlichen Eignung dieser Personen für diesen Beruf.

Bei uns in der Christlichen Kinder und Jugendarbeit (Pfadfinderschaft RR), ist das A und O bei jeder der vielen Aus- und Fortbildungen:

Leiten durch Vorbildfunktion!!!

Belehrende Worte kann man sich eigentlich sparen, denn die Kids machen sowieso trotzdem das was man vormacht / vorlebt icon_smile.gif
(deckt sich sehr gut mit meiner langjährigen Erfahrung)
Wenn ich dann lese dass die Lehrkraft mit schlechtem Beispiel vorangeht, mache ich den Mitschülern eigentlich keine Vorwürfe. Da sehe ich auch keinen Erfolg mit einzelnen Schülern ein klärendes Gespräch zu suchen...

Mein erster Ansatz wäre jetzt die mit den Lehrkräften geführten Gespräche in Ruhe (vielleicht mit einem Unbeteiligten - gibt es da vielleicht eine geeignete Person vom Jugendamt?) zu reflektieren, ob ein weiteres Gespräch mit einem anderen Ansatz doch noch irgendwie ziehlführend sein könnte...


>und sie soll wohl in der Schule auch mal am Daumen genuckelt haben.

...sollte das der einzige Grund sein, zweifel ich noch mehr an der Eignung der Lehrkräfte...

Bei uns kam es bis jetzt nicht nur einmal vor z.B. dass ein Kind eine nasse Hose hatte, der Schlafsack nass war, oder sonst was... und?
Gehänselt wird hier keiner! Allerdings denke ich, dass hier auch die Leiter eine entscheidente Rolle spielen wie diese mit der ganzen Sache umgehen.

Am besten kann man sich in so was hineinversetzen, wenn man selber mal davon betroffen war...

Wünsche euch viel Kraft und Weisheit für euere Gespräche und Entscheidungen !

Gabriele Grünebaum 21.01.18 [14:48]

Hallo Donaldi, Harninkontinenz kann durchaus die Folge von Traumata sein. Weil das Thema extrem tabuisiert ist, ist es schwer, damit umzugehen. Wenn Ihr Pflegekind in psychologischer Behandlung ist, ist doch schon ein wesentlicher Schritt getan.
Ob ein weiterer Schulwechsel das Problem mit dem Mobbing und dem in der Schule Nicht-verstanden-sein löst, ist fraglich.
Mit 9 Jahren sollte das Kind aber auch durchaus in der Lage sein, die Schutzhosen selbst anzuziehen. Vielleicht versuchen Sie, das Kind zu stärken, damit es dies selbstständig tun kann und somit selbst auch beitragen kann, die Folgen des Problems zu beseitigen.
Möglicherweise ist es es auch sinnvoll, erneut auf alle Lehrer einzuwirken, damit diese das Problem verstehen und das Kind schützen. Hier ist leider, leider in vielen Schulen noch viel Überzeugungsarbeit notwendig.
Ich wünsche alles Gute.
G.Grünebaum