Initiative Trockene Nacht - Guter Tag - Rat und Hilfe für Bettnässer und Enuresis-Patienten
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"Das geht irgendwann von selber weg" - kann doch keine Lösung sein...(Sorry für den langen Eintrag)

Mathilda2012 04.12.11 [22:46]

Hallo ihr,

ich hab schon einiges hier im Forum gelesen und die Tipps usw. Bei uns sieht die Situation wie folgt aus: Mein Mann hat eine Tochter (8J.) und sie nässt noch nachts ein. Sie ist nur aller 14 Tage bei uns und wir haben wenig Einfluss auf alles. Bei uns machen wir's so: wir bringen sie nochmal auf die Toilette, bevor wir schlafen gehen und das Bett ist trocken - wir wollen ihr die Windelhose ersparen, gern mag sie die nämlich nicht - bei der Mutter hat sie ne Windelhose. Sie war kurz vor der Einschulung etwa zwei bis drei Monate trocken nachts einfach so, dann war sie bei den Großeltern (die sie wegen der Entfernung nicht so oft sieht) und dort ging das wieder los.

Die Mutter musste man richtig nerven, endlich mal zum Urologen zu gehen mit ihrer Tochter, sonst wäre sie wahrscheinlich jetzt noch nicht dort gewesen. Klingelhose hat nichts geholfen, organisch ist alles in Ordnung.
Der Kinderarzt hatte ihr wohl mal Desmopressin (oder ein ähnliches Produkt) verschrieben und überängstlich wie sie ist, hat sie das einfach nicht gegeben wegen der Nebenwirkungen. Nachher meinte sie, der Arzt hätte ihr das nicht richtig erklärt - wir (mein Mann und ich) verstehen nur nicht, warum man da als Mutter nicht nochmals den Arzt fragen kann...

Ein anderer Arzt, wohl ein Urologe, hat ihr das dann erklärt, sie hat das Medikament dann endlich gegeben. Leider auch bei zwei Tabletten nicht der erwünschte Erfolg, ich fand, der Zeitraum war relativ kurz (wie lange das war, weiß ich nicht mehr, ich glaube, das war entweder Anfang des Jahres oder sogar letztes Jahr). Jedenfalls fand sie ihr Kind aufgequollen (ich habe nichts bemerkt) und da wurden sie wieder abgesetzt.

Dann war irgendwann wieder für zwei Wochen die Klingelhose dran (weil irgendwie nen Tag das Bett trocken war, als die Windelhose vergessen wurde anzuziehen - merkwürdig...), jedenfalls auch kein Erfolg. Nur zwei Wochen ist auch bisschen kurz würd ich sagen.

Im Moment macht sie nichts. Der Arzt meinte wohl, das geht von allein wieder weg. Die Mutter zieht ihr die Windelhose an und lässt es so.
Mein Mann hat mit dem Urologen gesprochen, weil wir nicht immer alles von der Mutter erfahren. Angeblich hat der Urologe der Mutter von einem Psychologen dringend abgeraten. Meinem Mann hat er gesagt, er würde das nur empfehlen, wenn sich beide Elternteile einig sind, was soll man da glauben? Zur Mutter soll er gesagt haben, man soll über das Thema gar nicht sprechen, nur wir sind nicht von der Art Mensch, dass wir Probleme totschwiegen, die Mutter macht das schon, getreu dem Motto..."man redet nicht über Negatives, dann existiert es auch nicht..." Man muss dem Kind ja keinen Stress machen, aber wenn sie öfter auf die Toilette soll, muss man vielleicht doch mal drüber reden.

Die Eltern sind getrennt (zum Thema Psychologe) und wer weiß, ob das Kind das nicht doch noch verarbeiten muss: sie ist sehr schüchtern, sehr gut in der Schule, aber kann mit anderen Kindern schwer in Kontakt treten, dreht sich sogar von ganz kleinen Kindern weg, hat nachts Angst alleine, kann ohne ihre Mutter nicht einschlafen, auch nicht, wenn sie nachts wach wird, darf bei der Mutter öfter mit im Bett schlafen oder sie geht dann nachts zur Mutter und die Mutter bleibt leider nicht konsequent. Allerdings ging es schonmal ne Zeit lang gut, so dass sie super bei uns schlief, seit nem halben Jahr wird es immer schlimmer, dabei haben wir Rituale und alles, aber bringt alles nichts. Die Mutter lehnt den Psychologen und jegliche Beratungsstellen (sogar Entspannungsübungen) total ab, verstehen wir nicht.

Unsere Beobachtung: das Kind geht immer lange Zeit nicht auf die Toilette und wenn man ihr sagt, sie soll gehen, ist das immer ein Riesentheater. Noch mit 7 Jahren ist es passiert, dass sie sogar tagsüber die Hose nassgemacht hat, zwar sehr selten, aber sie hat nicht gemerkt, wenn sie musste. Dieser Urologe meinte was von ner Reizblase und dass es von Stress käme (er hat meinem Mann quasi bestätigt, dass es auch psychologisch bedingt sein könnte). Das passiert seit langem nicht mehr, ein Glück.

Komischerweise erzählt die Tochter, dass das Bett daheim bei der Mutter gerade dann trocken blieb, wenn sie die Windelhose vergessen hat (das war so zweimal bisher), wieso versucht man da nicht, weiterzumachen? Oder das Kind auch nachts auf die Toilette zu bringen, dann wäre das zumindest für das Kind ein Erfolg, die Mutter könnte das viel öfter machen.

Wir würden gern was unternehmen, aber wir können nichts unternehmen, wenn das Kind ja nur am Wochenende aller zwei Wochen hier ist. Die Mutter will nichts machen, meint, sie hat alles gemacht, ok - das arme Kind und die Spätfolgen sind noch nicht abzusehen.

Was können wir denn tun? Wir würden ihr so gern helfen und sind quasi machtlos. Alles nicht so einfach. Aber man kann es doch nicht einfach laufen lassen.




Gabriele Grünebaum 04.12.11 [23:52]

Hallo Mathilda, abwarten ist sicherlich nicht die beste Lösung für das Problem des Kindes. Warum die Therapien, die bislang versucht worden sind, nicht erfolgreich waren, ist so nicht zu sagen. Ist denn vor der Verordnung der Alarmtherapie und des Desmopressins ein Blasentagebuch geführt worden, um überhaupt mal herauszufinden, was die Ursache sein könnte?
Hier würde beispielsweise ein Trinkfehlverhalten auffallen oder die von Ihnen beschriebenen Tagesprobleme ausgewertet werden können.
So wie es es beschreiben, wäre es sicherlich sinnvoll einen Kinderarzt zu finden oder einen Kinderurologen, der sich mit dem Problem auskennt und sich ggf. sogar gemeinsam mit dem Kind und beiden Elternteilen hinsetzt und nach einer ausführlichen Diagnose bespricht, was sinnvoll helfen kann.
Eine geeignete Therapie zu finden ist das eine Problem, dass beide Eltern an einem Strang ziehen, um dem Kind zu helfen, scheint das andere Problem zu sein.
Einfach nur abwarten scheint nicht hilfreich zu sein.
In welcher Stadt wohnt das Kind denn - ggf. können wir einen Tipp für einen geeigneten Arzt geben.
Alles Gute
G.Grünebaum

pacal 09.12.11 [14:27]

Hallo Mathilda,

das ist eine etwas schwierige Situation, dass das Kind nur alle zwei Wo. bei euch ist und ihr da nicht wirklich viel ausrichten könnt.
Du schreibst, dass das Kind nach dem Großelternbesuch wieder einnässt? Dann muß dort was vorgefallen sein. Denn einfach so, wenn ein Kind bereits längere Zeit trocken war (in dem Fall 2 bis 3 Mon., wie du schreibst), nässt ein Kind dann nicht plötzlich wieder ein.
Und dass die Mutter nicht wirklich was dagegen tut, ist nicht sehr förderlkich und auch schade, dass sie ihrem Kind nicht hilft und es anscheinend totschweigt.
Dein Mann soll sich mit seiner Ex zusammensetzten und darüber reden, was sie tun können und es dann auch umsetzten. Und auch wenn dein Mann regelm. zu seiner Ex hin muß, um dabei zu sein, damit er weis, dass es umgesetzt wird. Aber das wäre es mir wert, zu wissen, es wird von der anderen Person durchgeführt.
Es muß was geschehen. Denn wenn das Kind auch noch einstuhlt, dann ist etwas nicht in Ordnung und dem Kind muß geholfen werden. Mein Sohn (9 J.) ist z.Zt. auch in psycholog. Behandlung, auf Grund des Einstuhlens. Was plötzl. mit 8 1/2 Jahren anfing. In der Schule glücklicherweise passiert es ihm nicht. Aber sonst immer einmal am Tag. Und hier gilt es auch, zu handeln. sonst bekommt er in der weiterf. Schule massiv Probleme!!!!

Viel Erfolg und alles Gute für die Tochter deines Mannes,

pacal

pacal 09.12.11 [16:20]

Sorry! Habe gedacht, gelesen zu haben, dass das Mädel auch einstuhlt. Aber dem ist nicht so.

Mathilda2012 09.12.11 [18:10]

Hallo Frau Grünebaum,

es wurde noch kein Blasentagebuch geführt - ich finde das ja wirklich eine tolle Idee, wissen Sie? Wir hätten das der Mutter des Kindes schon längst vorgeschlagen, es ist nur so, dass sie das nie im Leben annehmen würde - sogar das Jugendamt hat aufgegebenicon_frown.gif die schreiben uns, dass sie uns weiterhin Mut machen möchten, das so zu machen, wie wir alles machen und dass wir zu einer Beratugn gehen könnten, damit wir wissen, wie wir mit der Situation (also das Hin- und Her, die Uneinigkeit usw.) umgehen können. Nur: WIR wissen, wie wir damit umgehen sollen soweit, nur wir sind machtlos und die Mutter ist resistent gegen jegliche Vorschläge, eigentlich müsste mal einer zu ihr hingehen und sie zur einer Beratungsstelle zwingen oder sagen, dass es so nicht weitergehen kann.
Das Kind wohnt mit der Mutter in Leonberg und sie waren bei einem Urologen in Heilbronn, bei dem mein Mann dann auch nochmals war um zu erfahren, was bei der Untersuchung herausgekommen war und dort haben die sich angestellt wie sonstwas, nur weil mein Mann da auch was erfahren möchte und einen TErmin dafür wollte (am Telefon wollte auch niemand was sagen, unverschämt, er ist der Papa und hat auch das Sorgerecht).
Wenn es um ein gemeinsames Gespräch geht (und da hat mein Mann einige Male versucht, eines zu arrangieren beim Jugendamt mit der Exfrau), dann sagt sie ab und beim JA heißt es, man könne die Frau nicht zwingen zu einem Termin zu kommen - das ist doch ein Armutszeugnis, oder nicht?
Ein GEMEINSAM zwischen den Elternteilen gibt es nicht, die Mutter blockiert alles (man erfährt noch nichtmals Termine, die sie bei Ärzten macht, immer kurzfristig, so dass mein Mann da kaum noch Chancen hat, im Dienstplan was zu ändern, er arbeitet Schichten und so einen Termin könnte man gemeinsam machen, aber sowas lehnt sie direkt ab...).
Es ist eigentlich fast zwecklos, aber wir wollen nicht gern zusehen, wie das so weitergeht (alles insgesamt, auch das mit dem Einnässen).
Vielen Dank noch für die so schnelle Antwort!! Es tut gut, dass es Leute gibt, die mit uns kommunizieren wollen (auch an pacal).

Iris 13.12.11 [09:05]

Hallo Mathilda,
nein, von selbst wird "das" nicht weggehen. Die Frage ist, ob Ihr (Dein Mann und Du) dem Kind helfen könnt. Damit man ihm wirklich helfen kann, muß das Mädchen erstens ein großes Vertrauen in eine Person haben (also z.B. zu dir als Freundin) und das Kind muß sein Problem lösen WOLLEN.
Wenn sie sich von Euch helfen lassen will, könntet Ihr sie ja vielleicht mal in den Ferien längere Zeit bei Euch haben und dann z.B. eine Klingelmatte testen (nicht Hose!). Aber es geht wohl nur, wenn sie das von sich aus will und auch ihrer Mutter gegenüber vertritt. Egal welche "Therapie" (im weitesten Sinne): das geht nicht an einem Wochenende, da müssen das Kind und eine Vertrauensperson (egal welche) über einige Wochen eng zusammenarbeiten. Leider.... Was Ihr tun könnt, ist, dem Mädchen alle Liebe dieser Welt zu schenken und ihm bei euch ein zweites Zuhause zu bieten, wo man vom ersten Zuhause auch mal durchschnaufen kann. Das Mädchen stärken, ihr Selbstbewußtsein und ihre Fröhlichkeit fördern und ihr vermitteln, daß sie wertvoll ist. Daß sie eine eigenständige Person mit Rechten und Pflichten ist (auch Rechten ihrer Mutter gegenüber) und ihr helfen, sich von dieser extremen Abhängigkeit von ihrer Mutter zu befreien und zu einem starken Menschen zu werden. Wenn sie dies annimmt, könnt Ihr ihr Eure Hilfe dabei anbieten, daß Einnäss-Problem zu lösen. Eventuell ist es dann sogar schon weg.
Wünsche Euch alles Gute, Iris