Initiative Trockene Nacht - Guter Tag - Rat und Hilfe für Bettnässer und Enuresis-Patienten
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Brauche Rat

Nutzer 1241 01.06.10 [13:38]

Mein Sohn (8,5 Jahre) war noch nie nachts trocken - lange Zeit hat er auch noch tagsüber maldie Hose eingenässt...er sagte dann immer: kommt so schnell und dann bin ich nicht rechtzeitig auf die Toilette gekommen. Seit längerer Zeit sind wir nun in ärztlicher Behandlung. Es wurde am Anfang ein Tagebuch geführt (also das ist jetzt bestimmt 1 1/2 her). Auf das Trinkverhalten kann ich aber meinen Sohn nur aufmerksam machen, jeden Tag es nachhalten oder beeinflussen kann ich nicht da er sich in einere offenen Ganztagsschule befindet und ich ihn erst um 4 Uhr von der Betreuung abhole. Der Arz hat versucht, die Blase zu untersuchen bzw. zu fotografieren, um daraus Rückschlüsse zu ziehen. Das tat erst einmal für meinen Sohn total weh, weil nicht genügend Betäubungsmitel verwandt wurde...und ein richtiges Ergebnis bekamen wir auch nciht, da zuschnell das Pipi kam und er kein Foto machen konnte. Letztlich meint der Arzt es sich wirklich alles nach einer überkativen Blase aus. Er bekam erschrieben die Migtonetten (so heißen die glaube ich) für tagsüber und nachts.....es stellte sich eine Verbesserung ein - allerdings nur tagsüber. Nachts war das Bett täglich nass. Er versuchte die "Klingelhose" - ging gar nicht. Dann bekam er das Hormon Desmopressin. Schlägt auch nicht an. Ich bins jetzt echt leid. Mittlerweile bin ich bei einer Heilpraktikerin. Seit zwei Monaten zieht er jetzt auch die Schlumpfwindeln an, dass machts wesentlich entspannter! für ihn und für mich. Manchmal hab ich so ein Gefühl, als wenn meinem Sohn das gar nicht so wichtig ist, trocken zu werden. Frag mich dann, warum soll ich weiterhin Experimente machen, wie er trocken wird. Wieso kann ich das nicht "einfach so laufen lassen" - er nimmt jetzt einfach diese Schlupfwindeln bis er selber sagt ich will nicht mehr, wenn von ihm die Initiative kommt? Oder soll ich doch Druck machen, ihm zeigen, dass man ja eigentlich in dem Alter schon trocken sein sollte, weil ja so viele Kinder schon trocken sind - gleichzeitig hab ich hier gelesen, dass unendlich viele Kinder noch nicht trocken sind. Ja wieseo läßt man ihnen dann nicht die Zeit die sie brauchen um trocken zu werden?

Ich wünsch mir Tipps oder Anregungen oder Meinungen. Vielen Dank

Gabriele Grünebaum 02.06.10 [14:19]

Hallo Farbenfeeheike, wenn das Blasentagebuch zeigt, dass das Trinkverhalten nicht OK ist - entweder weil das Kind zuwenig trinkt oder nicht regelmässig genug, gibt es einige Möglichkeit hierauf Einfluß zu nehmen, auch wenn das Kind tagsüber im Kindergarten oder in der Schule ist.
Z.B. kann man die Erzieherinnen und die Lehrerinnen einbinden und darum bitten, das Kind in allen Pausen zum Trinken aufzufordern. Man kann dem Kind aber auch eine Uhr geben, bei der man mehrere Alarmzeiten einstellen kann. Dann piept oder vibriert die Uhr entsprechend (alle etwa 2.5 Stunden) und erinnert das Kind daran zu trinken und aufs Klo zu gehen. Beides ist wichtig! Das klappt bei vielen Kindern gut.
Man muss aber zuvor mit dem Kind eine Verabredung treffen und einfordern, dass es sich an die Verabredung hält. Kinder, die eine solche Uhr haben, sollten auch immer eine Trinkflasche bei sich führen, damit das Trinken dann auch problemlos erledigt werden kann.
Das Kind selbst muss aktiv mitmachen wollen.
Rein statistisch werden jedes Jahr etwa 15% der Kinder (ab 5 Jahre) von allen trocken. Das heißt aber auch: 85% nässen noch mindestens ein weiteres Jahr ein.
2-3% aller Kinder werden NIE trocken! Je älter ein Kinder ist, wenn eine Therapie begonnen wird umso schwieriger ist die Therapie und umso größer ist das Risiko, dass das Problem ein Leben lang bleibt.
Daher ist es wichtig und richtig, so früh wie möglich zu behandeln (aber nicht vor dem 5. Lebensjahr).
Viel Glück
G.Grünebaum

Bea 15.06.10 [23:41]

Hallo Farbenfeeheike, "den Kindern die Zeit geben, die sie brauchen" genau das habe ich witzigerweise vor 2 Minuten hier in einem Beitrag geschrieben (ich habe hier einen Beitrag mit dem Titel "endlich vorbei", schau doch mal rein). Wir haben alles, wirklich alles erdenkliche ausprobiert, und ich hatte auch manchmal oder sogar oft den Eindruck, dass mein Sohn die ganzen Maßnahmen gar nicht wollte. Schließlich haben wir ihn in Ruhe gelassen und mit der Pubertät verschwand das Einnässen (mit dem 15. Geburtstag). Das ist meine Erfahrung dazu
Alles Gute
Bea