Initiative Trockene Nacht - Guter Tag - Rat und Hilfe für Bettnässer und Enuresis-Patienten

Bitte um Rat: Nach anfänglichem Erfolg mit Desmopressin (Sohn, 7Jahre) wieder nasse Nächte

knevina 09.09.14 [21:43]

Hallo,
ich hatte im Mai schonmal um Rat gebeten, da unser Sohn, mittlerweile 7, nachts einnässt.
Da eine Kindergartenabschlussfahrt anstand, haben wir uns nach Urologiebesuch entschieden, die Desmopressintherapie zu beginnen.( Mai)
Gleichzeitig verschrieb uns der Arzt Mictonetten, weil seine Blasenwand etwas verdickt sei. Aufgrund der häufig berichteten Nebenwirkungen und weil Desmopressin allein auch erfolgreich war, habe ich die Mictonetten bisher nicht gegeben.

Nun waren die ersten 12 Wochen MINIRINtherapie nahzu um und wir wollten gerade das Ausschleichen beginnen. Unser Protokoll zeigte vereinzelte nasse Nächte, aber ca. 90 % Erfolg. Nach den ersten Wochen des Einschleichens, brauchten wir eigentlich keine Windeln mehr.(Ohne Mictonetten, mit der einfachen 120Mügrammdosis MINIRIN). Dann plötzlich, seit unserem Urlaub, Sommerferien(anderer Trink bzw. Schlaf/Wachrhythmus) und dem nahenden Schulanfang, fing Konstantin wieder an einzunässen. Im Schnitt jede 2-3. Nacht, trocken, nass immer im Wechsel, obwohl wir an der Dosis ect. nichts verändert haben.
Nun macht seine neue Klasse ausgerechnet am Schuljahresanfang zum besseren Kennenlernen gleich eine Klassenfahrt und wir stehen -trotz MINIRIN- wieder vor dem gleichen Problem, wie im Mai, als die Kindergartenfahrt anstand...Da er seine Klasse und die Lehrer noch nicht so gut kennt, hat er natürlich große Panik. Will eigentlich nicht mitfahren. Ich soll ihm versprechen, niemandem etwas zu sagen, auch keinem Lehrer. Das ist natürlich schwierig, da ich ihm ja die Tabletten und Einnahmehinweise mitgeben muss ect.
Heute war ich mit ihm nochmals beim Urologen. Der meinte, ich müsse die Mictonetten zusätzlich geben, die Blasenwand sei nach wie vor verdickt- Zeichen von Überaktivität. Ich habe aber tagsüber gar nicht das Gefühl, dass er Harn zurückhält, auch die Hosen sind nicht mehr nass gewesen. Nun bin ich ratlos.
In einem anderen Beitrag las ich dass man auch MIctonetten nach Plan ausschleichen muss. Kann man die also nicht einfach mal "ausprobieren" und gegebenenfalls bei starken Nebenwirkungen wieder absetzen? Wenn die Mundtrockenheit ein großes Problem ist und er dann aber wegen des MINIRIN nicht mehr trinken darf, stelle ich mir regelmäßig abends Drama vor, weil ich mein Kind dursten lassen muss.( das hatten wir jetzt schon manchmal unter MINIRIN, als es im Sommer so heiß war und er abends noch mehr durst hatte und ich es ihm verbieten musste).

Ich würde mich über Rat freuen, wie wir weitermachen sollten. Mit Mictonetten und MINIRIN? Der Arzt meinte, wenn das nichts bringt, darf ich auch die höhere Dosis Desmopressin probieren.
Für mich ist aber eben auch fraglich, ob die psychische Aufregung mit Ferien/ Urlaub und Schulanfang nicht auch alles durcheinandergebracht haben könnte und wir vielleicht nur Geduld haben müssen? Schließlich hat es ja wochenlang gut mit der Dosis geklappt.

Vielleicht kann mir auch jemand Erfahrungen zur Wirkung/ Nebenwirkung von den Mictonetten schreiben, denn mit deren Gabe fühle ich mich noch ziemlich unsicher.
Vielen Dank & liebe Grüße
Eva Wolf

Gabriele Grünebaum 29.09.14 [09:59]

Hallo knevina, bitte verändern Sie keines falls die Dosierung des Medikamentes, ohne Absprache mit dem behandelnden Arzt. Wie sieht denn ein aktuelles Blasentagebuch aus? Häufig kann man durch Korrekturen beim Trinkverhalten viel bewirken. Auch können
Änderungen im Tagesablauf Therapierückschläge bewirken.
Falls Ihr Arzt nicht bereit ist, mit Ihnen gemeinsam auszuprobieren, wie sich ggf. Dosierungsänderungen auswirken und Sie nicht zufrieden sind mit seinen Begründungen und seinem Engagement, sollten Sie einen anderen Arzt aussuchen.
Alles Gute
G.Grünebaum

knevina 29.09.14 [22:32]

Hallo Frau Grünebaum,
vielen Dank für Ihre Antwort!
Wir sind eigentlich nicht unzufrieden mit dem Urologen, er hat ja auch vorerst nicht zugestimmt das Desmopressin zu erhöhen, sondern lieber erst einmal( die eh schon im Mai) verordneten Mictonetten zu probieren. Die geben wir jetzt seit ca. 2 Wochen bisher ohne deutliche Nebenwirkungen. Damit und mit der langsam einkehrenden Schulroutine und der emotionalen Entlastung, dass er nicht mit zur Klassenfahrt fahren muss- haben wir wieder eine deutliche Zunahme trockener Nächte, aber noch nicht wieder wie am Beginn der Therapie.
Beide Lehrerinnen haben uns ermutigt, ihm diesen großen Druck zu ersparen, da sie nicht gewährleisten können, dass es doch ein anderes Kind mitbekommen würde und er dann die ganze Fahrt unter Druck steht und im schlimmsten Fall ausgelacht wird. Er fährt nun nur einen Tag mit hin, um nicht komplett auasgeschlossen zu sein und wir holen ihn abends ab.

Bzgl. Ihres Hinweises mit dem Blasentagebuch. Wir hatten ja im Mail sehr sorgfältig alles dokumentiert und dementsprechend die Trinkmenge bewusst erhöt, ihn erinnert ect. Natürlich hatte uns der Ferienrhythmus diesbezüglich aus der Bahn geworfen. Dies scheint nun langsam mit dem wieder normalisierten Schlaf/Wachrhythmus besser zu werden.
Ich habe das Gefühl, dass sich hier mehrere Faktoren summieren und gerade die psychische Komponente in Zeiten von Stress, Aufregung, Erwartungsdruck an sich selbst( schaffe ich das bis zur Klassenfahrt?) nicht zu unterschätzen sind.

Fraglich bleibt für mich, wie lange wir nun wieder in täglicher Dosis mit beiden Medikamenten durchhalten müssen( wir waren wie gesagt im August eigentlich gerade am Ende der 12 Wochen angekommen und wollten das Ausschleichen beginnen.) Meine Hoffnung bei der Medikamentengabe war doch sehr auf die prognostizierte hohe Erfolgsrate laut der Studien mit Desmopressin gegründet.

Können Sie mir sagen, ob sich die Blasenwandverdickung unter der Gabe von Mictonetten wieder zurückbildet und wie lang so etwas ca. dauert?

Herzlichen Dank und viele Grüße
Eva Wolf