Initiative Trockene Nacht - Guter Tag - Rat und Hilfe für Bettnässer und Enuresis-Patienten

Arztbesuch -Wie lange warten

Malu 05.11.17 [21:58]

Guten Abend Frau Grünebaum,
Erst einmal herzlichen Dank für diese tolle Seite. Gerne möchte ich Sie um Ihre Einschätzung bzgl des nächtlichen Einnässens meines Sohnes bitten.
Er ist 7,5 Jahre alt und war bisher noch nie nachts trocken. Er trägt nachts eine Pantys, die ab und an Auf Grund der großen Menge an Urin auch mal ausläuft.
Für ihn ist es noch kein wirkliches Problem, da wir dieses auch nicht als solches thematisieren. Jedoch habe ich schon gemerkt, dass es ihm zum nachdenken gebracht hat als seine kleine Schwester (5J.) ein paar Tage hintereinander trocken war nachts.
Vielleicht wichtig zu wissen, er war mit 2 3/4 Jahren von heute auf morgen tagsüber trocken und hat bis heute auch nie tagsüber eingenässt. Im Alter von 2- 4 Jahren wurde er aufgrund chronischer Verstopfung medikamentös mit 'Movicol' behandelt. Sein Papa war bis ca 7 Jahre auch nächtlicher Bettnässer. Unser Kinderarzt sieht eine Behandlung noch nicht für notwendig an, er meint das sich vieles je älter er wird von selber regeln würde. Einerseits beruhigend, andererseits frage ich mich nun doch, wie lange man eine entsprechende Untersuchung noch abwarten soll da mein Sohn bzw wir ja keinen "Leidensdruck" haben.
Ich würde mich sehr über eine Einschätzung ihrerseits freuen. Ggf auch mit einer Empfehlung für einen (Kinder)Facharzt in Köln.
Bräuchte ich für diesen eine Überweisung vom Kinderarzt?
Herzlichen Dank im voraus
Malu

Gabriele Grünebaum 16.11.17 [21:58]

Hallo Malu, wir empfehlen (wie es auch die interationalen Therapieleitlinien tun), dass Kinder, die das fünfte Lebensjahr vollendet haben und nachts noch regelmässig einnässen, einmal zur Diagnostik dem Arzt vorgestellt werden. Das kann der Kinderarz, der Hausarzt oder ein Kinderurologe sein.
Hierbei werden in der Regel folgende 5 Untersuchungen gemacht:
1. Anamnese (Krankengeschichte - auch der Eltern zu dem Thema)
2. Körperliche Untersuchung
3. Urinuntersuchung
4. Ultraschall
5. Auswertung eines Blasentagebuches (welches zuvor über 2-3 Tage und Nächte geführt worden ist.
Ob man dann mit einer Therapie beginnen sollte/will, ist abhängig von den Ergebnissen der Diagnostik, vom Alter des Kindes und dem Leidensdruck.
In Köln können wir als Kinderurologen Dr. Thomas Harms (in Köln-Weiden) sehr empfehlen.
Alles Gute
G.Grünebaum