Initiative Trockene Nacht - Guter Tag - Rat und Hilfe für Bettnässer und Enuresis-Patienten

Alarmtherapie - Wie wecken?

Klara79 06.10.14 [10:13]

Mein Sohn, 5,5 Jahre, hat vom Urologen - auch auf unseren Wunsch hin - ein Alarmtherapiegerät verschrieben bekommen (DRI Sleeper Eclipse). Er selbst ist hochmotiviert, weil er die Windel sehr hasst und von seiner Cousine weiß, dass so eine "Klingelhose" da helfen kann.

Jetzt haben wir die ersten zwei Nächte hinter uns. In der ersten Nacht ist er vom Klingeln recht schnell wach geworden und mit meiner Hilfe aufs Klo gegangen, wo dann tatsächlich noch ein bisschen was kam. Danach haben wir eine Windel angezogen. Am nächsten Morgen habe ich ihn gelobt und er war sehr stolz, dass er wach geworden ist. Auch Abends hat er einen Freudentanz aufgeführt, dass er keine Windel mehr anzuziehen braucht.

Letzte Nacht dann hat das Ding gepiepst, dass mir fast die Ohren abfielen, aber das Kind hat seelenruhig weitergeschlafen. Dank Ihrer Seite weiß ich, dass es essentiell ist, das Kind richtig wach zu bekommen. Ich habe also mit ihm gesprochen, an ihm gerüttelt, ihn schließlich aus dem Bett gehoben und hingestellt. Unter Protest ist er ins Bad gewatschelt, wo mein Mann und ich dann verzweifelt durch Ansprechen und mit Hilfe eines kalten Waschlappens versucht haben, ihn wachzukriegen. Auf dem Klo kam nichts mehr. Die ganze Prozedur haben wir noch einmal wiederholt, weil er partout keine Windel anziehen wollte - mit demselben "Erfolg" wie beim ersten Mal. Danach kam dann doch eine Windel an.

Am nächsten Morgen wusste er von alledem nichts mehr.

Nun meine Frage: Besteht die Chance, dass er das Aufwachen nach und nach "lernt"? Oder müssen wir gleich von Anfang an etwas an unserem Vorgehen ändern, damit er richtig wach wird? Und wie könnten wir das anstellen?

Vielleicht hat irgendjemand einen Rat oder hilfreiche Erfahrungen zu dem Theme. Ich möchte nämlich unbedingt vermeiden, dass wir diese anstrengende Prozedur völlig umsonst machen.

Klara79 14.10.14 [11:20]

Ich berichte mal weiter von unserer Alarmtherapie, die mich immer noch ein wenig ratlos zurücklässt. Wir haben jetzt die ersten 10 Nächte hinter uns, und das Aufwachen, Aufstehen und auf die Toilette Gehen ist inzwischen für meinen Sohn leichter geworden. Nur wenn der Alarm schon um 23 Uhr losgeht - das kommt des öfteren vor - ist er durch nichts auf der Welt wach zu bekommen. Egal, was ich mit ihm mache, er weiß am nächsten Morgen nichts mehr davon.

Wenn der Alarm losgegangen ist, ziehen wir eine Windel an, damit das Kind den Rest der Nacht schlafen kann. Alles andere wäre eine Quälerei.

Allerdings hat er es erst einmal geschafft, so schnell wach zu werden, dass noch nicht das ganze Bett nass war - das war gleich in einer der ersten Nächte, wohl eine Art Zufallstreffer, denn seitdem war die Blase schon immer komplett entleert, wenn der Alarm ihn geweckt hat.

Jemand eine Idee, was man da tun kann? Und kann es sein, dass es einfach Zeit braucht, bis er lernt, es rechtzeitig zu spüren? Oder liegts vielleicht am Sensor, und es dauert zu lange, bis es piept? Ich wüsste allerdings nicht, wie ich das Ding noch besser platzieren könnte.

Lieben Gruß!
Klara79

Gabriele Grünebaum 14.10.14 [23:15]

Hallo Klara, das hört sich ja recht anstrengend an, was Sie gemeinsam mit Ihrem Sohn durchmachen. Auch wenn Ihr Sohn sehr motiviert ist, Sie sollten Ihn nicht "quälen" damit er wach wird. Die Tatsache, dass er so früh schon einnässt könnte ein Hinweis darauf sein, dass etwas mit seinem Trinkverhalten nicht optimal ist. Haben Sie mal ein Blasentagebuch geführt?
Alles Gute
G.Grünebaum

Klara79 14.10.14 [23:27]

Hallo Frau Grünebaum,
keine Angst, ich quäle ihn nicht. Inzwischen habe ich schon gemerkt: Entweder, er wacht gleich auf, oder es hat ohnehin keinen Sinn. Dann wechseln wir nur kurz die Wäsche und ab zurück ins Bett.

Blasentagebuch haben wir geführt, dabei kam unter anderem heraus, dass er zu wenig trinkt. Seitdem versuche ich ihn zum Trinken zu motivieren, gerade im Kindergarten klappt das halt schlecht. Über eine "Erinnerungs-Uhr" habe ich schon nachgedacht, bin aber noch unschlüssig, ob das jetzt zeitgleich mit der Alarmtherapie Sinn macht. Auch tagsüber gehen täglich kleine Urinmengen (mehr als Tropfen, weniger als ein sichtbarer Fleck) in die Hose. Wenn wir am Wochenende einen Wecker alle 2,5 Stunden stellen, lässt sich das verhindern, dann trinkt er auch ausreichend.

Was meinen Sie dazu, dass er erst aufwacht, wenn die Blase schon komplett leer ist? Sollen wir das mit der Klingelhose überhaupt weitermachen?

Haben Sie vielen Dank für Ihre Antwort!
Klara79

Gabriele Grünebaum 14.10.14 [23:44]

Hallo Klara, die so genannte Urotherapie, also das richtige Trinken und auf-die-Toilette gehen, ist eigentlich der allererste Therapieschritt. Wenn Ihr Sohn motiviert ist, kann er lernen richtig (genug) zu trinken. Möglicherweise ist er ja auch bereit, sich daran erinnern zu lassen, dass er trinken und auf die Toilette gehen sollte. Da kann eine so genannte Alarmuhr sehr gute Dienste leisten.
Die feuchten Flecken tagsüber kann er vermeiden, wenn er regelmäßig auf die Toilette geht (so alle 2,5 Stunden). Sie können ggf. auch mit den Erzieherinnen darüber sprechen und sie bitten, dass sie Ihren Sohn regelmäßig aufs Klo schicken.
Wenn Ihr Sohn dann richtig trinkt und die Tagesprobleme beseitigt sind, dann kann es gut sein, dass das Problem in der Nacht sich deutlich bessert - bis weg geht.
Ich drücke die Daumen.
Alles Gute
G.Grünebaum

Klara79 22.10.14 [12:12]

Liebe Frau Grünebaum,
wir waren jetzt bei einem zweiten Urologen, der meinen Sohn richtig untersucht und unser Miktionsprotokoll in Ruhe ausgewertet hat. Dabei hat sich herausgestellt, dass er eine verdickte Blasenwand und Restharn hat, verursacht durch chronischen Miktionsaufschub. Mit Alarmtherapie haben wir aufgehört, stattdessen kümmern wir uns erst mal um die Tag-Symptomatik.

Vielen Dank für Ihre Einschätzung und für die Internetseite, die mir viele wichtige Informationen geliefert hat. Allerdings würde mich interessieren, was die Ärzte auf Ihrer Liste für eine Qualifikation haben. Der, bei dem wir zuerst waren, kannte sich entweder nicht aus oder hat sich schlichtweg nicht die Zeit für eine strukturierte Diagnostik genommen.

Viele Grüße!