Initiative Trockene Nacht - Guter Tag - Rat und Hilfe für Bettnässer und Enuresis-Patienten

Psychosoziale Probleme als Ursache von Bettnässen

Psychische Ursachen spielen bei einer primären Enuresis fast ausschließlich nur als mögliche Folge einer unbehandelten Enuresis eine Rolle und nur ganz selten als die Ursache.

Bettnässen ist kein ErziehungsfehlerBettnässen wird häufig assoziiert mit einem Erziehungsfehler der Eltern oder anderen psychischen Problemen in der Familie. Ursache des Bettnässens ist aber tatsächlich nur sehr, sehr selten ein Erziehungsfehler, und auch Faktoren wie gestörte Vater- oder Mutter-Kind-Beziehung oder Geschwisterrivalität sind in den meisten Fällen nicht die Ursache des Bettnässens.

Kinder sind meist unauffällig
Die Statistik zeigt, dass sich die meisten bettnässenden Kinder normal verhalten. Und falls Verhaltensauffälligkeiten auftreten, könnten diese sich wahrscheinlich eher als Folge einer Enuresis entwickelt haben und nicht umgekehrt.

Seelische Probleme eher die Folge einer Enuresis
Untersuchungen haben gezeigt, dass Kinder, die längere Zeit an Bettnässen leiden, sich häufig traurig, unglücklich und als Versager fühlen und ein deutlich geringeres Selbstwertgefühl haben als andere Kinder gleichen Alters. Die Palette möglicher Konsequenzen reicht bis hin zu schweren Entwicklungsdefiziten und sogar Persönlichkeitsstörungen. Sie sind zwar selten, tauchen aber umso häufiger und heftiger auf, je länger sich ein Kind mit dem Problem Bettnässen herumschlägt und je älter es ist. Die meisten bettnässenden Kinder schämen sich, weil sie ins Bett machen.

Emotionale Belastung der Eltern und Familie
Auch die Eltern schämen sich für ihr bettnässendes Kind und nicht selten empfinden Familienmitglieder Ekel und Wut dem Kind gegenüber. Das bleibt nicht ohne Folgen.

Psychische Ursachen eher bei der sekundären Enuresis
Eine psychische Erkrankung oder psychische Störung im Zusammenhang mit einer Enuresis tritt häufiger bei der sekundären Enuresis auf, also wenn ein Kind schon einmal über einen längeren Zeitraum hinweg trocken gewesen ist. Das Risiko für eine sekundäre Enuresis steigt deutlich an, wenn sich stark belastende Ereignisse, wie z.B. Trennung der Eltern, Verlust eines nahen Angehörigen oder auch die Ankündigung eines Geschwisterkindes häufen.

Frühzeitig behandeln, um Schäden zu vermeiden
Sofern sich die oben beschrieben seelischen Belastungen des Kindes nicht im Sinne einer Depression verfestigt haben, können sie sich nach einer erfolgten Behandlung zurückbilden. Deshalb ist es angeraten, das Kind möglichst früh von diesem Problem zu entlasten und das Bettnässen frühzeitig zu behandeln. (Therapie des Bettnässen)