Initiative Trockene Nacht - Guter Tag - Rat und Hilfe für Bettnässer und Enuresis-Patienten

Ein möglicher Grund fürs Bettnässen: ADH-Mangel

Die Rolle des Antidiuretischen Hormons
Das Antidiuretische Hormon (ADH), früher auch Vasopressin genannt, spielt bei der primären Enuresis eine wichtige Rolle. Dieses antidiuretische Hormon ist daran beteiligt, den Wasserhaushalt im Körper zu steuern.

Der Rhythmus muss sich entwickeln
Neugeborene und Babys produzieren tags und nachts etwa gleich viel Urin, das heißt sie scheiden auch tags und nachts etwa gleich viel Urin aus. Der Tag und Nacht Rhythmus, der zirkadiane Rhythmus, funktioniert bei ihnen noch nicht. 
Etwa ab dem Alter von 2-3 Jahren spielt sich bei der ADH-Produktion im Körper normalerweise ein Tag/Nacht-Rhythmus ein. Mit der Zunahme der nächtlichen ADH Produktion reduziert sich auch die nächtliche Urinmenge.

Zirkadiane Rhythmik
Bei gesunden Erwachsenen wird dieses Hormon von der Hirnanhangdrüse dann zuverlässig in einem tageszeitlich abhängigen Rhythmus (zirkadiane Rhythmik) ausgeschieden. Wenn nachts mehr ADH ausgeschüttet wird, ist die Produktion der Urinmenge verringert. Nachts produzieren wir daher normalerweise etwa halb so viel Urin wie am Tage.

Störung des ADH-Rhythmus
In zahlreichen Untersuchungen konnte festgestellt werden, dass bei vielen Bettnässer eine Störung der ADH-Rhythmik vorliegt. Nachts produzieren sie sehr viel Urin, meist Mengen, die die Blasenkapazität für die Nacht überschreitet.
Untersuchungen haben ergeben, dass bei sieben von zehn bettnässenden Kindern nachts nicht genügend ADH von der Hirnanhangdrüse ausgeschüttet wird und es so zum "Überlaufen" der Blase kommt.
Wird dies festgestellt, so kann es sinnvoll sein, eine entsprechende Terapie mit Desmopressin einzuleiten.

ADH-Mangel tritt nicht immer isoliert auf
Das allein wäre noch kein Grund im Schlaf das Bett einzunässen. Man hat beobachtet, dass bei vielen dieser Kinder, deren ADH-Rhythmus gestört ist, eine Aufwachstörung voliegt.

Die Kinder schlafen gar nicht besonders tief. Sie wachen nur schlecht auf
Eltern berichten häufig, dass ihre Kinder einen extrem tiefen Schlaf haben und schlecht aufwachen. Neuste Untersuchungem im Schlaflabor haben gezeigt, dass diese Kinder tatsächlich aber gar nicht so besonders tief schlafen, auffällig ist aber, dass sie schlecht aufwachen. Hier wird derzeit weitergeforscht um weitere Erklärungen für diese Phänomen zu finden.
Sicher ist aber, dass bei einem nächtlichen ADH Mangel auch häufig das Zusammenspiel zwischen der Blasenkontrolle, der Schlaftiefe und der Aufwachschwelle unterentwickelt ist.