Initiative Trockene Nacht - Guter Tag - Rat und Hilfe für Bettnässer und Enuresis-Patienten
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Bettnässen: Welche Therapien gibt es bei der Enuresis?

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) klassifiziert das Bettnässen (Enuresis Nocturna) als behandlungswürdige Krankheit, für die es verschiedene therapeutische Ansätze gibt.

Es stehen verschiedene Therapien zur Verfügung
Für die Entscheidung, ob und welche Therapie empfohlen wird, ist eine sorgfältige Diagnostik unabdingbar. Nur nach einer medizinischen Abklärung sollte der Arzt individuell entsprechend dem Alter des Kindes, der Symptomatik, dem Leidensdruck sowie vor allem ursachenorientiert den Eltern und dem Kind eine geeignete Therapie vorschlagen. In Frage kommen:

Internationale Therapierichtlinien
Zwei internationale Gesellschaften, die European Association of Urology [EAU] und die European Society for Paediatric Urology [ESPU] haben einen Therapiealgorithmus für die Diagnose und Behandlung der monosysmptomatischen Enuresis entwickelt. Nachdem der Arzt eine ausführliche Diagnose gestellt hat, sollten diese Therapierichtlinien, die die Fachleute internationaler Gremien entwickelt haben, die Grundlage einer sinnvollen und guten Therapie sein.

Und hier können Sie den Therapiealgorithmus als PDF downloaden.

Was ist die richtige Therapie?
Zu Beginn einer Behandlung muss eine gründliche Diagnose stehen. Nur wenn der Arzt Informationen über die Ursache und die Ausprägung der Enuresis hat, kann er entsprechend der Therapierichtlinien einen sinnvollen Therapievorschlag machen. Betroffene Eltern sollten sich die vom Arzt empfohlenen Therapiemöglichkeiten mit all ihren Vor- und Nachteilen erläutern lassen und gemeinsam mit ihm eine sinnvolle und für die Familie tragbare Therapie auswählen. Einige der o.g. Therapien verlangen notwendig einen hohen zeitlichen und hohen kräftemässigen Einsatz wie z.B. die Alarmtherapie, andere Therapien erzielen erst dann ihre besten Ergebnisse, wenn das vom Arzt vorgeschlagene Therapieschema korrekt eingehalten wird, wie z.B. die Therapie mit Desmopressin.

Voraussetzung für eine sinnvolle Therapie der Enuresis
Für eine erfolgreiche Therapie ist es notwendig, dass das Kind den Wunsch hat, trocken zu werden. Der nächste Schritt bei einer Enuresisbehandlung liegt im Verstehen, Erlernen und vor allem im Einhalten grundsätzlicher Verhaltensmaßnahmen - und zwar unabhängig von der zusätzlichen Therapiestrategie.

  • Richtig trinken!
    Die Haupttrinkmenge sollte auf die erste Tageshälfte verlagert werden. Nachmittags und abends sollte das Kind eher weniger trinken.
  • Vor dem Zubettgehen: immer auf die Toilette!
    Kurz vor dem Zubettgehen sollte das Kind immer auf die Toilette gehen.

Motivationsförderung
Lob und positive Rückmeldung von den Eltern und dem Arzt sind während des gesamten Therapieverlaufes sehr wichtig.

Was ist ein Therapieerfolg?
Zählen Sie während der Therapie zunächst einmal nicht die trockene Nacht als Erfolg, sondern das Einhalten der zuvor aufgestellten und mit dem Kind abgesprochenen Verhaltensregeln. Ein Lob dafür, dass das Kind nun regelmäßig vor dem Einschlafen noch auf die Toilette geht oder einen Kalender führt, fördert die Motivation und Mitarbeit des Kindes und steigert den Therapieerfolg. Keinesfalls darf eine nasse Nacht bestraft werden.

Behandlungsziel
Laut der DGU, der Deutschen Gesellschaft für Urologie, ist das Ziel einer Behandlung der Enuresis wenn das Kind weniger als zwei nasse Nächte pro Monat hat, aber auch schon die Reduzierung der Einnässfrequenz kann zu einer großen Entlastung in der Familie führen. Für eine erfolgreiche Therapie werden international die folgenden Definitionen verwendet [laut ICCS = International Children's Continence Society - Internationale Gesellschaft für kindliche Inkontinenz und dem Terminologiepapier der Enuresis-Akademie, Frankfurt]

Initialer Erfolg
Ein initialer Erfolg lässt sich beschreiben, indem prozentual die Reduktion der Symptome darstellt - beispielsweise die Reduktion der nassen Nächte pro Woche..

  • Nicht Ansprechen (0-49% Reduktion)
  • Partielles Ansprechen (50-89% Reduktion)
  • Ansprechen (90% Reduktion oder mehr)
  • Vollständiges Ansprechen (100% Reduktion oder das Auftreten eines Symptoms pro Monat

So bezeichnet man es beispielsweise als Vollständiges Ansprechen, wenn ein enuretisches Kind gar nicht mehr oder maximal einmal pro Monat einnässt. 

Langzeiterfolg
Wie lauten die Beschreibungen, wenn die Therapie über einen längeren Zeitraum hinweg durchgeführt wird?

  • Rückfall
    Als Rückfall wird gewertet, wenn mehr als ein Symptom pro Monat (hier ist gemeint einer nassen Nacht) auftritt.
  • Anhaltender Erfolg
    Als anhaltender Erfolg wird bezeichnet, wenn es innerhalb von 6 Monaten nach Ende der Therapie keinen Rückfall gibt.
  • Kompletter Erfolg
    Ein kompletten Erfolg ist erreicht, wenn innerhalb von 2 Jahren nach beendigung der Therapie kein Rückfall eingetreten ist.

Keine Therapie-Empfehlung im Internet
Die vor- und nachstehenden Informationen verstehen sich nicht als allgemeine Therapieempfehlung, sondern lediglich als ergänzende Informationen zum Arztbesuch!