Initiative Trockene Nacht - Guter Tag - Rat und Hilfe für Bettnässer und Enuresis-Patienten

MINICLUB: Aus Wasser wird Urin

Die meisten Kinder wissen schon, dass es einen Zusammenhang gibt zwischen dem, was sie trinken und dem, was sie pinkeln. Wie wird aus dem Glas Wasser, das wir trinken, der Urin, den wir ausscheiden?

Unser Blut holt sich das Wasser
Zunächst einmal trinken wir z.B. ein Glas Wasser. Dieses Wasser gelangt über die Speiseröhre in den Magen und von dort in den Darm. Die Darmwand ist stark durchblutet. Das Blut, das durch die Darmwand fließt, holt sich aus dem Darm soviel Flüssigkeit, wie der Körper braucht. Nun ist das Wasser im Blut und wird unablässig vom Herzen durch den ganzen Körper gepumpt. Das Blut verteilt hierbei im ganzen Körper zum einen frische Nährstoffe und was der Körper so zum Leben braucht, nimmt aber auch Abfallstoffe mit.

Das Blut wird gereinigt
Bei seiner Reise durch den Körper kommt das Blut auch durch die Nieren. Die Nieren sind unsere Abfallentsorgungsstation. Sie filtern und reinigen das Blut und sammeln allen Abfall, den das Blut zuvor eingesammelt hat. Die Nieren entziehen dem Blut auch die Flüssigkeit, die der Blutkreislauf nicht mehr braucht. Zusammen mit dem "Abfall" wird dann die Flüssigkeit, die man nun Harn oder Urin nennt, durch zwei kleine Röhrchen, die Harnleiter, in die Blase gebracht.

Die Blase als Sammelstation
Von den Harnleitern gelangt der Urin in die Blase, die ähnlich wie ein Luftballon aussieht und sich auch ähnlich gut ausdehnen kann. In der Blase sammelt sich der Urin eine Zeit lang. In der Wand der Blase gibt es Nerven, die zwar nicht merken, wenn sich die Blase langsam füllt, die aber registrieren, ob und wann die Blase voll ist. Bei Babys ist das egal, weil Babys ganz häufig auch kleine Mengen pinkeln, egal, ob die Blase gefüllt war oder nicht. Bei größeren Kindern aber, meist ab dem Alter von 2-3 Jahren, senden die Nerven in der Blasenwand ein Signal an das Gehirn, wenn die Blase reichlich gefüllt ist.

Das Gehirn empfängt die Signale
Im Gehirn führt das Signal der Blase "Ich bin jetzt voll" dazu, dass wir spüren, dass die Blase voll ist. Wenn wir alt genug sind und das Signal richtig verstehen, suchen wir daraufhin eine Toilette auf und entspannen den Muskel, der die Blase daran hindert, auszulaufen. So leeren wir die Blase, indem wir auf der Toilette pinkeln.

Tag- und Nachtproduktion
Unser Körper ist schlau eingerichtet. Tagsüber müssen wir etwa 3-5 mal auf die Toilette gehen. Wenn unsere Nieren nachts genauso viel Urin produzieren würden, müssten wir auch nachts so häufig pinkeln. Damit wir aber normalerweise trocken durchschlafen können, produziert der Körper etwa ab dem Alter von 3 Jahren nachts deutlich weniger Urin, und zwar nur soviel, wie eine normal entwickelte Blase gut während des Schlafes halten kann.

Mögliche Probleme
Bei einigen Kindern gibt es in dem oben beschriebenen Ablauf den ein oder anderen Fehler oder die ein oder andere Entwicklungsverzögerung, die zur Folge haben, dass diese Kinder Bettnässer sind.
Dass ein Kind nachts ins Bett macht, kann z.B. daran liegen, dass der Körper tags und nachts noch dieselbe Menge Urin produziert, wie beim Baby. Das ist aber für die Blase zuviel, so viel Urin kann sie nicht bis zum Morgen sammeln. Zusätzlich merken die Kinder, bei denen dies geschieht, auch nachts nicht, wenn die Blase voll wird. Sie schlafen einfach weiter und entleeren die Blase unabsichtlich im Schlaf. Meist dauert es, wenn man nichts unternimmt, dann noch einige Monate oder Jahre, bis sich der Tag/Nacht-Rhytmus eingependelt hat und das Kind gelernt hat, zu spüren, wann es nachts pinkeln muss.

Ausser abzuwarten kann man kann aber auch zum Arzt gehen, der einem dann, je nachdem, wie alt man ist und wie sehr das Bettnässen stört, helfen kann, schneller trocken zu werden.

Übrigens ...
... haben die meisten Kinder, die Bettnässer sind, mindestens einen Elternteil, der auch schon Bettnässer war. Das Bettnässen vererbt sich nämlich ähnlich wie braunes Haar oder blaue Augen.