Initiative Trockene Nacht - Guter Tag - Rat und Hilfe für Bettnässer und Enuresis-Patienten
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Leben mit einem Bettnässer

 

Bettnässen kommt in den besten Familien vor
Obgleich rein statistisch

  • in jeder Kindergartengruppe etwa 15% Kinder,
  • in jeder 1. Grundschulklasse etwa vier (11,8%) und
  • in jeder 4. Schulklasse immerhin noch zwei bis drei Kinder (7,2%)
    [Fergusson et al. Behav Psychother 1986; Foxman et al. Pediatrics 1986; Hellstrom et al. Eur J Pediatr 1990; Watanabe & Kawauchi. Scan J Urol Nephrol Suppl 1994; de Jonge, Kovin et al (eds). Bladder control and enuresis 1973]

mehr oder weniger regelmäßig nachts noch das Bett einnässen, glauben die meisten Betroffenen, dass sie allein mit diesem Problem sind. Die Zahlen, die wir im Kapitel "Statistiken" zusammengestellt haben, belegen anderes.

Bettnässen kommt in allen Gesellschaftsschichten gleichermaßen vor.

Der Schweregrad der Erkrankung steigt mit zunehmendem Alter
Je älter die betroffenen Kinder oder Jugendlichen sind, die noch einnässen, umso häufiger nässen Sie nächst ein. Bei den 5 Jährigen nässen etwa 14 % jeden Tag in der Woche ein - bei den 19 Jährigen sind es 49 %. Bei den 5 Jährigen haben etwa 56 % weniger als drei nasse Nächte  während dies bei den 19 Jährigen nur 10% sind [Differences in characteristic of nocturnal enuresis between children and adolescents: a critical appraisal from a large epidemiological study. Yeung et al. BJU Int 97:1069–1073]. Auch aus diesem Grund ist eine frühzeitige Behandlung der Enuresis absolut sinnvoll.

        

Scham & Tabu
Die meisten Eltern glauben, dass sie Schuld am Bettnässen ihrer Kinder haben, fühlen sich schuldig und halten das Problem geheim.
Das Krankheitssymptom Enuresis ist in fast jeder Gesellschaft mit Scham besetzt und tabuisiert. Die meisten betroffenen Kinder und auch Eltern schämen sich, über das Bettnässen zu sprechen. Selbst Familienmitglieder und Freunde wissen oftmals nichts von dem Familiengeheimnis Bettnässen.

Kinder und Eltern schämen sich auch, professionelle Hilfe zu suchen und mit dem Arzt über dieses Thema zu sprechen. Das Bettnässen ist gesellschaftlich nicht akzeptiert, weil man immer noch davon ausgeht, dass es mit Schuld verknüpft ist. Viele denken bei diesem Thema zunächst an Erziehungsfehler: "da haben die Eltern wohl was falsch gemacht", oder "das Kind ist zurückgeblieben, verhaltensauffällig und verwahrlost".

Offen drüber reden - neue Erkenntnisse gewinnen
Diese Mythen hat die Wissenschaft glücklicherweise in den letzten Jahrzehnten eindeutig widerlegt. Über das Thema offen zu reden, sich zu informieren kann vielen Kindern einen Zugang zu einer zeitnahen Therapie ermöglichen. Wenn die tatsächlichen Zusammenhänge und Ursachen des Bettnässens bekannter werden, kann es zu einer gesellschaftlich Akzeptanz kommen, damit man bald über das Bettnässen genauso reden kann wie über Diabetes oder Asthma.

Psychische Folgen sind eher Folgen der Enuresis
Die psychosoziale Belastung, die häufig die Folge einer langen Bettnässgeschichte in der Familie ist, führt oftmals auch zu Belastungen innerhalb des Sozialgefüges der Familie mit manchmal deutlichen Auswirkungen und Folgen auf die Erziehung und die weitere seelische Entwicklung des Kindes. Immer wieder sollten sich die Betroffenen ins Gedächtnis rufen, dass wissenschaftliche Untersuchungen eindeutig bestätigt haben, dass sich psychische Veränderungen eines Kindes, die im Zusammenhang mit der Enuresis auftreten, häufiger eine Folge des Bettnässens und nicht die Ursache sind.

Aber so lange es dauert ...
So lange das Kind ins Bett nässt, muss die Familie einen Weg finden, damit umzugehen, ohne dass ein Familienmitglied unter der Situation mehr als notwendig leidet. Alltägliche Fragen müssen geklärt werden

Bevor der Druck zu groß wird
Eltern sollten mit ihren Kindern, die bis zum vollendeten 5. Lebensjahr noch nicht trocken sind, daher frühzeitig einen Arzt aufsuchen. Der Arzt wird anhand einer umfassenden Diagnose feststellen, ob er eine Ursache für das Einnässen finden kann, und wahrscheinlich eine geeignete Therapie vorschlagen. Kinder sollten zum Schulanfang trocken sein, ein längeres Abwarten ist nicht anzuraten.