Initiative Trockene Nacht - Guter Tag - Rat und Hilfe für Bettnässer und Enuresis-Patienten

Historische Rezepturen zur Heilung des Bettnässers

Hier listen wir einige historische Rezepturen auf, die im Laufe der vergangenen 3.500 Jahre gegen das Bettnässen erfunden und auch angewendet worden sind ... nicht unbedingt zur Nachahmung empfohlen.

Bier und Wacholderbeeren
[Ägyptischer Papyrus von Eber aus dem Jahr 1552 v.Chr.]

  • Getränk aus in warmem Bier aufgelösten Wacholderbeeren

Mäuse, Wildschweinblase und Hasenhirn
[Römischer Gelehrter Gaius Plinius Secundus Maior, kurz Plinius der Ältere genannt, 1. Jahrhundert nach Chr.]

  • Lebendig gekochte Mäuse
  • Gebackene Blase vom Wildschwein
  • Gebackenes Hasenhirn

Hahnenkopf, Chrysanthemen, Hasenhoden und Weinraute
[Wanderarzt Paul von Ägina (Paulos von Aigina) im 7. Jahrhundert]

  • Äschere den Kopf eines Hahnes ein, streue die Asche in lauwarmes Wasser und gebe dies dem Patienten während einer Fastenperiode zu trinken.
  • Verbrenne die Blüten der weißen Chrysantheme zu Asche, vermische diese mit Wasser und gebe dies zu trinken.
  • Trinke den Süßwein, in dem ein Hasenhoden eingelegt war.
  • Man nehme Galmei (Zinkspat) und Myrrhe (das Harz des Myrrha-Baumes) als Schlaftrunk vor dem Abendmahl.
  • Braue aus dem gerösteten Samen der wilden Weinraute ein Getränk und verabreiche dieses alle drei Tage.

Hahnenkamm und Hühnermagen
[Abu Bakr Mohammad Ibn Zakariya al-Razi, geboren 864 im heutigen Persien]

  • Getrockneter Kamm eines Hahnes pulverisieren und das Pulver anschließend, über die Schlafstatt des Bettnässers verstreuen, aber nur dann, wenn dieser dies nicht weiß.
  • Die innere Haut und die Drüsen eines Hühnermagens getrocknet und pulverisieret als Pulver morgens und abends verabreicht.

Hühnertrachten, Igel und Geißklau
[Of Pyssing in the Bed, Thomas Phaer, 1544]

  • Fettes Fleisch vermeiden.
  • Pulverisierten Hühnertracheen gemischt mit getrockneten pulverisierten Igeln und gemahlenem Geißklau als Getränk zubereiten.

Igel zu Asche
[N.N. 17. Jahrhundert]

  • So man den Igel tut zur puren Aschen brennen,
    sie hilfet denen, die den Harn nicht halten können.

Penisjoch
nur für das männliche Geschlecht anzuwenden.
[Hufeland et all. , 18. Jahrhundert]

  • Den Penis mit Hilfe eines kleinen eisernen Jochs, welches mit Samt bezogen ist, abklemmen. Die Klemme nur öffnen, wenn ein Harndrang besteht.
  • Reduzierung der Trinkmenge vor dem Schlafengehen
  • Mehrmaliges Wecken während der Nacht
  • Anbinden einer biegsamen Flasche in der Nacht

Ausbrennen, Verbrennen, Verstopfen
[Empfehlungen für die Heilberufen, Mitte 19. Jahrhundert]

  • Cauterisieen (Ausbrennen) der Prostata [Thompson]
  • Verplomben der Urethra(Harnröhre) [Corrigan]
  • Ballontamponade in der Vagina
  • Epidurale (ins Rückenmark) Injektion von Salzlösungen

Elektroschock
[„Incontinence of Urine“, J.Nyle, 1830]

  • Der Pol einer Batterie mit einem feuchten Schwamm zwischen die Schultern das Patienten anbringen. Den anderen Pol mit einem trockenen Schwamm an den Ausgang der Harnröhre deponieren. Sobald der Patient eingeschlafen ist und nachts unwillentlich die Blase entleert, wird der zweite Schwamm nass und stellte so eine elektrische Verbindung zur Batterie her. Der elektrische Schock weckt den Patienten, unterbricht das Urinieren, und das Bett bleibt trocken.

Beschneidung
[A.Lewis, 1887; G.F.Shrady, 1896; W.G.Steele, 1902]

  • Beschneidung der Penisvorhaut

Königliche und Kaiserliche Hausmittel
[in England unter Königin Victorias (1819-1901), wie auch im deutschen Kaiserreich]

  • Erziehungskorrekturen
  • Bestrafung
  • Stahlnägel in das Bett legen
  • Das Kind kalt und heiß baden
  • Auf dem Bauch schlafen

Auf den Kopf pinkeln
[Aus dem Buch „Im Westen nichts Neues“, Erich Maria Remarque, 1929]

  • Konditionierung durch gegenseitige „Belästigung“.
  • Probanden schlafen in Etagenbetten, wobei mal der eine und mal der andere oben schlafen muss.
  • Einen Totenkopf unters Bett legen.