Initiative Trockene Nacht - Guter Tag - Rat und Hilfe für Bettnässer und Enuresis-Patienten

Phillipp, 9 Jahre

Phillipp ist ein ganz normal entwickelter Junge. Als er mit seiner Mutter in die Arztpraxis kommt, fühlt er sich unwohl und will nicht über das Thema Bettnässen sprechen. Die Mutter erzählt von der Bettnässproblematik. Auf Fragen des Arztes antwortet Phillipp nicht richtig. Seine Mutter berichtet, das Phillipp schon immer eingenässt hat. Manchmal nächtlich und manchmal nur zweimal pro Woche. Darauf angesprochen wird Phillipp unwirsch und sagt immer wieder, dass er nichts dafür kann. Manchmal weint er auch, wenn er wieder im nassen Bett aufwacht, sonst aber tut er zumindest so, als sei es ihm egal. An zwei Klassenausflügen mit Übernachtung hat er nicht teilgenommen. Er hatte darauf bestanden, dass die Mutter irgendeine Ausrede benutzt, weil er keinesfalls wollte, dass die Lehrerin oder gar andere Kinder über sein Problem Bescheid wissen. Phillipp hat eine kleinere Schwester, die jetzt 4 Jahre alt ist. Die kleine Schwester ist schon seit mehr als einem Jahr trocken. Seitdem die Schwester keine Windeln mehr trägt, findet Phillipp das Tragen von Windeln demütigend.

Bettnässen ist peinlich
Es gibt Tage, an denen der Mutter ein unangenehmer Geruch in Phillipps Zimmer auffällt. Dann findet sie häufig, dass er, weil ihm das Einnässen peinlich war, die Bettdecke über die nassen Laken gelegt hat und versucht hat, das nasse Bett zu verheimlichen. Häufig gibt es auch Streit darüber, dass Phillipp sich nicht jeden Morgen duscht. Besonders, wenn er eingenässt hatte, ist eine reinigende Dusche vor dem Frühstück fest verabredet. Phillipp ist schon ein paar mal zu spät zur Schule gekommen, weil er unangenehm riechend am Frühstückstisch saß und dann noch mal duschen gehen musste. Beide Eltern haben im Prinzip viel Verständnis für das Problem Bettnässen.

Familiäre Disposition?
Der Vater ist selbst erst mit etwa 12 Jahren endgültig trocken gewesen und der Bruder der Mutter hatte auch noch lange eingenässt. Die Eltern waren erst anlässlich eines Artikels in der Zeitung auf die Idee gekommen, dass ihnen der Arzt möglicherweise helfen kann.

Untersuchung
Nachdem der Arzt die Familien- und Krankheitsgeschichte erfahren hat untersucht er Phillipp. Die körperliche Untersuchung, wie auch die Ultraschall- und Urinuntersuchung zeigen keine weiteren Auffälligkeiten.

Medikamentöse Therapie mit Desmopressin
Aufgrund der Untersuchungen, der familiären Vorgeschichte und der Tatsache, dass Phillipp immer wenn er einnässt, sehr viel einnässt, empfiehlt der Arzt eine Desmopressin-Therapie. Die Eltern erhalten eine Rezept und besorgen sich das Medikament in der Apotheke. Am nächsten Abend beginnen sie mit der Therapie, und Pillipp erhält abends vor dem zu Bett gehen eine Tablette. Schon in der Nacht nach der zweiten Tablette, bleibt Phillipp trocken und auch die nächsten beiden Nächten bleiben trocken. Ganz beflügelt von seinem Erfolg ist er sehr motiviert und nimmt die weiteren Tabletten gern ein. Im ersten Einnahmemonat wird das Bett noch insgesamt zweimal nass, aber Phillipp wertet dies nur als ärgerliche Ausrutscher. Nach 8 trockenen Wochen besprechen sie mit dem Arzt, wie das Desmopressin ab besten abgesetzt wird. Hierfür gibt der Arzt Phillipp und seinen Eltern einen entsprechenden Plan mit, an dem sich die Familie hält. Nach weiteren 8 Wochen ist die Therapie beendet und Phillipp zuverlässig trocken