Initiative Trockene Nacht - Guter Tag - Rat und Hilfe für Bettnässer und Enuresis-Patienten
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Kevin, 6 Jahre

Kevin ist ein aufgeweckter, quirliger, intelligenter und lustiger 6jähriger Junge. Er ist vor 4 Wochen 6 Jahre alt geworden und kommt in einem halben Jahr in die Schule.

An drei bis vier Nächten ist das Bett nass
Kevin nässt etwa 3-4 mal pro Woche ein und war noch nie mehr als 3-4 Tage lang trocken. Kevins Mutter ist alleinerziehend und berufstätig. Der Alltag für die junge Mutter ist anstrengend, und alles ist optimal organisiert. Kevin geht zur Zeit noch vor und nach dem Kindergarten, wenn die Mutter arbeiten geht, zu einer Tagesmutter.
Ausser dem besten Freund von Kevin, der Tagesmutter und der Großmutter weiß niemand von Kevins Problem.

Der Kinderarzt kümmerte sich nicht um das Problem
Der Kinderarzt ist über Kevins Problem im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen informiert worden, hat aber gar nicht reagiert. Er meinte nur, dass einige Kinder länger brauchen um trocken zu werden als andere Kinder.

Windeln oder nicht?
Kevin trägt in Absprache mit seiner Mutter jede Nacht Windeln. Der Aufwand, nachts oder jeden morgen das Bett frisch zu beziehen und die viele Wäsche zu waschen, wäre von der berufstätigen alleinerziehenden Mutter nicht zu leisten. Manchmal besteht Kevin darauf, ohne Windel zu schlafen, aber fast immer geht das schief und dann ist er den ganzen Tag deprimiert und sehr schlecht gelaunt.
Bei Reisen und Übernachtungsbesuchen, die er nur mit der Mutter akzeptiert, werden die Windeln neutral verpackt und diskret entsorgt.

Auch tagsüber geht manchmal etwas daneben
Kevin hat auch manchmal das Problem, dass er so versunken spielt, dass er nicht ganz rechtzeitig merkt, wenn er tagsüber auf die Toilette gehen muss. Es geht mittlerweile zwar nicht mehr viel daneben, aber manchmal ist die Unterhose dennoch ein wenig feucht - und zwar immer dann, wenn das Spielen besonders viel Spaß gemacht hat.

Zur Einschulung will Kevin trocken sein
In Anbetracht der Tatsache, dass er in einem halben Jahr eingeschult wird, möchte Kevin nun endlich trocken werden. Immer wieder möchte er es ohne Windel versuchen, jedesmal geht es schief. Mutter und Sohn verabreden daher einen Termin beim Kinderarzt. Die Mutter hat einige Tage lang notiert, wann Kevin einnässt und wie häufig er auf die Toilette geht.

Es werden feste Verabredungen getroffen
Nachdem der Arzt mit beiden geredet hat und bei Kevin keine körperlichen Auffälligkeiten erkennbar sind, schlägt er folgendes vor:

  1. Kevin soll ohne zu widersprechen immer sofort auf die Toilette gehen, wenn die Mutter, die Tagesmutter oder die Kindergärtnerin ihm dies sagt. Es gibt dann keinerlei Diskussionen oder Ausflüchte. Auch wenn er meint, er müsse nicht, soll er dann direkt auf die Toilette gehen.
  2. Kevin soll morgens und mittags im Kindergarten mehr trinken und am nachmittag und abend eher weniger.
  3. Kevin soll lernen, das Bett allein frisch zu beziehen und sich nachts auch allein umzukleiden. Er soll einen Sonnen/Wolken-Kalender führen. Hierfür erhält er Sonnen und Wolken als Sticker, die er in den Kalender einkleben soll.

Wenn die Verabredungen eingehalten werden, klappt es Tags ganz gut
Die ersten Tage mussten die Mutter und die Tagesmutter Kevin immer wieder an die Verabredung erinnern. Wenn er immer dann aufs Klo geht, wenn ein Erwachsener ihm dies sagt, bleibt er tagsüber schon nach einer Woche zuverlässig trocken. Das freut ihn dann doch sehr, weil ihm zuvor die Erwachsenen manchmal gesagt hatten, dass er nach Pipi riecht.

Nach etwa vier Wochen
Die Windeln bleiben nun fort und Kevin hat gelernt, sein Bett allein zu beziehen. Gemeinsam mit seiner Mutter bereitet er jeden Abend alles hierfür vor.

Sonne-Mond-Kalender
Er führt nun auch mit Hilfe der Mutter zuverlässig seinen Kalender, aber während die feuchten und nassen Tage sicher vorüber sind, hat sich an den nassen Nächten wenig geändert. Er nässt nach wie vor extrem viel ein.

Desmopressin
Beim nächsten Arztbesuch schlägt der Arzt vor, es mit Desmopressin-Tabletten zu versuchen. Kevin soll jeden Abend kurz vor dem Zubettgehen eine kleine Tablette schlucken. Danach darf er aber nichts mehr trinken. Kevin ist einverstanden, der Schulbeginn rückt näher und er will endlich trocken werden.

Er ist verunsichert, als er in der ersten Nacht, nach Einnahme der Tablette, noch ins Bett macht. Aber in der zweiten Nacht ist er trocken, auch die weiteren Nächte bleibt er trocken. Die Situation zu Hause entspannt sich und Kevin ist glücklich. Während der ersten 4 Wochen der Tabletteneinnahme, macht er nur noch zwei Mal ins Bett. Nach 6 Wochen beginnt die Mutter, entsprechend dem Therapieplan, den der Arzt mitgegeben hat, das Ausschleichen. Das heisst, die Tabletten werden nun immer seltener eingenommen. Kevin bleibt trocken. Nach insgesamt 3 Monaten ist Kevin zuverlässig trocken und freut sich schon auf die Schule.