Initiative Trockene Nacht - Guter Tag - Rat und Hilfe für Bettnässer und Enuresis-Patienten
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Jan, 9 Jahre

Jan, 9 Jahre alt, kommt gegen seinen Willen mit der Mutter in die Kinderarztpraxis. Laut Auskunft der Mutter, nässt Jan, seit er ein Baby war, fast jede Nacht ein. Er hat mehrmals versucht, ohne Windeln zu schlafen, war aber jeden Morgen so enttäuscht über das nasse Bett, dass er es vorzog, Windeln zu tragen. Bislang hatte kein Kind bei Jan übernachtet und auch Jan hat noch nie bei Freunden geschlafen. Die einzigen Menschen außer den Eltern, die wissen, dass Jan Bettnässer ist, sind die Großeltern, bei denen er schon mal in den Ferien und an Wochenenden geschlafen hatte.

Tabuthema Bettnässen
Als der Arzt den Raum betritt, sitzt Jan wütend da und starrt auf den Boden. Erst nachdem der Arzt Jan zur Schule und zu seinen Hobbies und zum Fußballspielen befragt, entspannt sich die Situation ein wenig. Auf alle Fragen rund um das Bettnässen allerdings, antwortet Jan nicht selbst, sondern sieht verzweifelt und wütend seine Mutter an.

Jan ist nicht der Einzige
Schließlich erzählt der Arzt Jan, dass sehr viele Kinder in seinem Alter noch ins Bett pinkeln und dass es sehr wahrscheinlich ist, dass es in seiner Schulklasse noch zwei oder drei und in seinem Jahrgang in der Schule etwa 10 weitere betroffene Kinder gibt. Dies verblüfft Jan sehr. Das kann er gar nicht glauben, war er doch all die Zeit davon ausgegangen, dass er weit und breit das einzige Kind ist, das dieses Problem hat. In den nächsten Minuten hebt Jan den Kopf und beteiligt sich an dem weiteren Gespräch auch über das Thema Bettnässen.

Sonne/Wolken-Kalender
Jan soll zunächst einmal einen Sonne/Wolken-Kalender führen und dann mit seiner Mutter in 4 Wochen noch einmal zum Arzt kommen, um gegebenenfalls eine weitere gezielte Therapie zu besprechen. Mit dem Kalender unter dem Arm verlassen Mutter und Sohn die Praxis. Das Kind ist wie ausgewechselt und hat einen sehr beschwingten Gang.

Weniger nasse Nächte
Den nächsten Besprechungstermin sagt die Mutter ab: Nachdem Jan mit dem Kalender begonnen habe, habe in der ersten Woche schon zwei trockene Nächte gehabt, in der 2. Woche habe er nur zweimal ins Bett gemacht, und nach der 3. Woche sei Jan nachhaltig trocken geblieben.

Trocken!
Bei der nächsten Vorsorgeuntersuchung, der U11, zu der Jan mit seiner Mutter etwa ein dreiviertel Jahr später in die Kinderarztpraxis kommt, findet er die Frage nach dem Bettnässen sehr merkwürdig und tut so, als liege die Zeit, da er noch ins Bett gemacht hat, sehr lange zurück und als könne er sich daran kaum noch erinnern.