Initiative Trockene Nacht - Guter Tag - Rat und Hilfe für Bettnässer und Enuresis-Patienten
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Annika, 5½ Jahre

Annika ist 5½ Jahre alt. Sie ist ein ruhiges, blasses Mädchen, das mit ihrer Mutter in die Sprechstunde zur U9, der 9. Kindervorsorgeuntersuchung kommt. Die Mutter berichtet, dass alles eigentlich in Ordnung ist und Annika mit ihren drei Geschwistern (9 Jahre, 8 Jahre und 3 Jahre) gut zurecht kommt.

Untersuchung beim Arzt
Der Arzt untersucht Annika und testet ihre sozialen und sprachlichen Fähigkeiten. Dies ist vor allem im Hinblick auf den bevorstehenden Schulalltag notwendig. Der Arzt lässt sich von Annika eine Bildergeschichte erzählen und ist mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Alle Seh- und Hörtests verlaufen unauffällig. Schon gegen Ende der Arztvisite fragt der Kinderarzt noch routinemäßig, wann Annika das letzte Mal tags oder nachts eingenässt hat.

Auch tagsüber ist manchmal die Hose feucht
Jetzt entsteht ein peinliches Schweigen im Raum. Annika antwortet nicht. Die Mutter berichtet bedrückt, dass Annika hin und wieder nachts ein wenig einnässt, aber auch manchmal tagsüber die Hose feucht hat. Sie ist sich nicht sicher, ob Annika extra einnässt, ob sie zu spät zur Toilette geht oder woran es liegt. Annika ist meist im Spiel so vertieft, dass sie gar nicht dran denkt, auf die Toilette zu gehen. Und wenn sie dann doch geht, ist es manchmal schon zu spät.
Annika ist das Thema sichtlich unangenehm und peinlich.

Das Blasentagebuch
Um sich ein besseres Bild von den Symptomen zu machen, bittet der Arzt die Mutter für fünf Tage ein Blasentagebuch zu führen Sie vereinbaren einen nächsten Termin für in 14 Tagen.

Bei zweiten Arztbesuch bringt die Mutter ihre „Hausaufgaben“ mit. Der Arzt schaut sich den Blasenkalender an, spricht mit Mutter und Kind und führt einige Untersuchungen durch. Bei diesen Untersuchungen kommt heraus, dass Annika außer dem Einnässen keine weiteren auffälligen Symptome zeigt.

Die Diagnose und der Rat, richtig zu trinken
Der Arzt kann aber anhand des Blasentagebuches erkennen, dass Annika tagsüber zweimal zu spät zur Toilette gegangen ist und dass sie bis zum Mittagessen kaum etwas trinkt. Erst zum Abendessen trinkt Annika zwei große Gläser Limonade. Er bitten Annika und ihre Mutter darum, ab sofort darauf zu achten, dass Annika morgens und mittags mehr trinkt und schlägt vor, leckeren Früchtetee zum Frühstück und eine Saftschorle zum Mittagessen anzubieten. Außerdem verabredet er, dass Annika nun immer sofort zur Toilette gehen soll, wenn sie einen Drang spürt oder ein Erwachsener ihr das sagt, auch wenn sie möglicherweise der Meinung ist, sie müsse doch gar nicht und wolle noch weiterspielen. Vor dem zu Bett gehen soll sie nun auch immer regelmäßig noch auf die Toilette gehen. Die neuen Regeln werden erklärt und fest verabredet.

Nach drei Wochen klappt es tagsüber besser
Drei Wochen später kommen Annika und ihre Mutter wieder in Praxis. Tagsüber bleibt die Unterhose nun zuverlässig trocken, weil Annika (manchmal zwar mit murren) immer sofort zur Toilette geht, wenn sie einen Drang spürt, oder wenn ein Erwachsener ihr das sagt. Auch Abends geht sie nun immer nach dem Zähneputzen noch auf die Toilette. In den letzten drei Wochen ist das Bett nur einmal leicht feucht geworden – Annika ist fast rechzeitig von allein aufgewacht.

Es wird immer besser
Der Arzt ist beim nächsten Besuch sehr zufrieden und bittet darum, diese Verhaltensregeln weiterhin durchzuhalten. Annika soll nun langsam auch lernen, selbst zu merken, wann die Blase drückt und dann sofort und ohne Aufschub zur Toilette gehen.

Sechs Wochen später gibt es nachhaltige Erfolge
6 Wochen nach dem ersten Arztbesuch bleiben Unterhose und Bett trocken.
Zur Belohnung, weil Annika immer seltener zum Pinkeln aufgefordert werden muss, ist ein ganzer Tag mit Freundinnen im Schwimmbad angesagt.