Initiative Trockene Nacht - Guter Tag - Rat und Hilfe für Bettnässer und Enuresis-Patienten

Die häufigsten Fragen zum Thema Bettnässen

Fragen zur Alarmtherapie

Was ist das Dry-Bed-Training (DBT) nach Azrin?

Der amerikanische Psychologe Nathan H. Azrin veröffentlichte 1973 erstmals eine eigene Methode zur Therapie von Bettnässern. Entwickelt hat er sein Dry-Bed-Training (DBT) ursprünglich für Erwachsene mit einer Lernbehinderung. Das DBT ist eine Zeitlang in den USA und später auch in Deutschland auch für enuretische Kinder sehr populär gewesen. Heute wird es sehr kontrovers diskutiert und nicht wenige Ärzte lehnen dieses Training gänzlich ab. Für das Training braucht man ein Alarmgerät - egal ob Alarmhose oder Klingelmatratze. Das Training besteht aus drei Phasen

  • der Intensivnacht.
  • der Überwachungsphase,
  • der Routinephase.
In den ersten beiden Phasen wird das Alarmgerät benutzt. Die Intensivnacht ist der Auftakt der Therapie und ist, wie der Name schon sagt, sehr intensiv. Sie wird von Eltern und Kind als extrem anstrengend empfunden. Das Kind wird in dieser Nacht stündlich (!) geweckt und soll verschiedene Anweisungen befolgen, u.a. wieder und wieder auf die Toilette gehen und besonders viel trinken. Für jede trockene Stunde gibt es ein Lob, während das Kind, wenn es in Bett uriniert hat, einen negativen Kommentar erhält und allein die Wäsche wechseln muss.
In der darauf folgenden Überwachungsphase, die mindestens 7 Nächte dauert, wird das Kind zu Beginn regelmässig nach dem Einschlafen geweckt und zur Toilette geschickt. Wieder wird das Kind gelobt, wenn es trocken geblieben ist, und es wird negativ kommentiert, wenn es eingenässt hat. Nach jeder trockenen Nacht ändern sich die Intervalle, nach denen das Kind geweckt wird.
Nach 7 aufeinanderfolgenden trockenen Nächten beginnt die Routinephase, während der kein Alarmgerät benutzt wird. Wieder wird jede trockene Nacht belobigt. Nach jeder nassen Nacht muss das Kind die Wäsche selbst wechseln, erhält negative Kommentare und wird häufig zur Toilette geschickt.

Sollen wir das Kind auch zwischen den Alarmen wecken?

Sinn der Alarmtherapie ist es, dass das bettnässende Kind durch den Alarm und erst beim Einnässen geweckt wird. So soll es lernen zu spüren, wann die Blase so voll ist, dass es auf die Toilette muss. Sie sollten das Kind keinesfalls zusätzlich wecken, um es zum Toilettengang aufzufordern.

Was tun, wenn der Alarm losgeht, das Kind aber nicht aufwacht?

Zu Beginn der Alarmtherapie-Behandlung hört das bettnässende Kind den Alarm häufig nicht wenn es zu tief schläft. Um mit dieser Behandlung Erfolg zu haben muss das Kind bei Alarmbeginn eindeutig aufgeweckt werden, damit es rechtzeitig zur Toilette gehen kann, bevor es alles ins Bett gemacht hat. Sobald der Alarm ertönt, weil die ersten Tropfen Urin den Sensor aktiviert haben, ist es ist wichtig, das Kind, wenn es nicht von allein wach wird, richtig aufzuwecken, mit ihm zu sprechen und mit ihm zur Toilette zu gehen. Nur so kann der Lerneffekt, den die Alarmtherapie bezweckt, auch Auswirkungen auf das Verhalten des Kindes haben, und nur so kann das Kind lernen, in Zukunft rechtzeitig von selbst aufzuwachen.

Mein Kind erinnert sich morgens nicht mehr an das nächtliche Wecken und den Toilettengang. Ist das in Ordnung?

Falls Sie sich für eine Alarmtherapie als Therapie der Enuresis entschieden haben, ist es wichtig, dass das Kind beim Toilettengang richtig wach ist. Wecken Sie das Kind ganz auf und stellen Sie ihm eine Rechenaufgabe, wenn Sie mit ihm zur Toilette gehen. Waschen Sie zur Not das Gesicht mit kaltem Wasser ab und reden Sie mit dem Kind, damit es den Moment bewusst erlebt.

Unser Kind macht mehrmals pro Nacht ins Bett. Soll das Alarmgerät auch nach dem ersten Wecken eingeschaltet bleiben?

Es gibt verschiedene Ansätze für die Alarmtherapie bei der primären Enuresis. Die Entscheidung, welche der Vorgehensweisen für Sie und Ihr Kind die richtige ist, müssen Sie im Gespräch mit dem Kind und dem behandelnden Arzt selbst entscheiden. Bedenken Sie aber immer, dass ein ungestörter Schlaf für einen guten Tag sehr wichtig ist.

  • Einmal pro Nacht kann ausreichen
    Falls das Kind mehrmals pro Nacht einnässt und durch das Gerät vor dem ersten Einnässen gut geweckt wird, falls dieses Erfolgserlebnis sehr motivierend ist und wenn es durch weitere Alarme erheblich in der Nachtruhe gestört werden würde, kann man das Alarmgerät für den Rest der Nacht ausstellen. Einmaliges Wecken pro Nacht kann ausreichen, um den Reflex zu entwickeln, damit das Kind den Urin zurückhalten kann.
  • Alarmgerät soll immer eingeschaltet sein
    Falls es immer noch Probleme beim Wachwerden gibt, oder falls das Kind sich durch die mehrmaligen Alarme nicht wesentlich gestört fühlt und die Hauptmotivation darin besteht, in jedem Fall eine ganze Nacht trocken zu bleiben, so macht es Sinn das Alarmgerät an zu lassen, auch wenn dies bedeutet, dass der Alarm das Kind (und gegebenenfalls auch die Eltern) mehrfach pro Nacht aus dem Schlaf reisst.

Für welches Alter sind die Alarmmatten oder Alarmhosen gedacht?

Der Einsatz der Alarmgeräte, also einer Alarmhose oder Alarmmatte bei einer primären Enuresis, ist unter anderem vom Reifegrad des Kindes abhängig. Es gibt einen Konsens bei den Ärzten, dass derartige Hilfsmittel zur Therapie des Bettnässens nicht vor Vollendung des 5. Lebensjahres eingesetzt werden sollten. Nach oben sind beim Alter allerdings keine Grenzen gesetzt.

Ist eine Alarmtherapie auch sinnvoll, wenn das Kind nachts mehrmals einnässt?

Je nach Diagnose kann eine Alarmtherapie bei einer primären Enuresis auch dann sinnvoll sein, wenn das Kind mehrfach pro Nacht einnässt. Bedenken Sie aber, dass ein ungestörter Schlaf für einen gesunden Tag sehr wichtig ist.


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