Initiative Trockene Nacht - Guter Tag - Rat und Hilfe für Bettnässer und Enuresis-Patienten

Die häufigsten Fragen zum Thema Bettnässen

Fragen zum Verhalten

Wenn meine Tochter ausser Hause übernachtet, ist sie trocken. Sie nässt nur zu Hause ein. Tut sie das extra?

Es gibt Kinder, die zu Hause Bettnässer sind. Wenn sie aber bei den Großeltern oder bei Freunden übernachten, bleiben sie die Nacht über trocken.
Das scheint verwunderlich zu sein, aber es liegt meist nicht daran, dass sie zu Hause extra einnässen, sondern könnte damit zusammenhängen, dass sie, wenn sie nicht im eigenen Bett und in der gewohnten Umgebung übernachten, möglicherweise nicht so gut und so tief schlafen wie zu Hause. In einem fremden Bett wachen sie häufiger auf und können so eher und leichter auf die Toilette gehen.

Was können wir als Eltern tun, wenn unser Kind Bettnässer ist?

Ganz wichtig: Die Ruhe bewahren. Viele Eltern machen sich unnötig Sorgen. Hierzu gehört die Angst, dass das Kind seelische Probleme oder organische Krankheiten hat. Das nächtliche Einnässen, die Enuresis, wird meistens nicht durch seelische Probleme hervorgerufen und hat auch nichts mit falscher Erziehung zu tun!
Und: Schimpfen und Bestrafen nützen nichts, sondern schaden nur! Es gibt kaum ein Kind, das sein Bett absichtlich nass macht. Drohungen und Strafen können das Bettnässen daher noch verschlimmern und zu großen seelischen Belastungen führen. Geben Sie Ihrem Kind das Gefühl, dass es an seinem Problem keine Schuld hat und alles nur halb so schlimm ist.
Ist Ihr Kind mindestens 5 Jahre und älter und belastet Sie oder das Kind die Situation, sollten Sie allerdings nicht zögern, zum Arzt zu gehen, ihn um Rat fragen und ggf. eine Therapie beginnen.

Besteht die Möglichkeit, dass das Bettnässen nicht aufhört?

Jedes Jahr werden rund 15% der Kinder ab dem 5. Lebensjahr ganz ohne medizinische Hilfe trocken. Die Wahrscheinlichkeit, dass das Einnässen von alleine aufhört, besteht und ist recht hoch. Von Fall zu Fall dauert es aber unterschiedlich lange und der Zeitpunkt des Trockenseins ist nicht vorhersehbar. Immerhin sind noch etwa 2,5% der Jugendlichen und Erwachsenen betroffen. Je früher eine Behandlung gegen die primäre Enuresis nocturna erfolgt, desto besser sind die Chancen für einen schnellen und nachhaltigen Therapieerfolg und umso geringer werden die Folgeschäden für das Kind sein, wie z.B. ein vermindertes Selbstgefühl.

Wir haben zwei bettnässende Kinder? Wie gehen wir da vor?

Haben Sie zwei Kinder, die 5 Jahre oder älter sind und nachts das Bett einnässen, sollten die Kinder einzeln behandelt werden, vorzugsweise ein Kind nach dem anderen. Dies gilt besonders dann, wenn Sie eine Alarmtherapie beginnen, die viel Zeit und Aufmerksamkeit von Seiten der Eltern erfordert. Indem Sie Ihre Energie und Aufsicht nur auf ein Kind konzentrieren steigen die Aussichten auf Erfolg. Das Kind wird sich unterstützt und aufgewertet fühlen. Falls ein Kind mit einem Alarmgerät therapiert wird sollte vermieden werden, dass das zweite Kind den Alarm zu einem Zeitpunkt hört, an dem es selbst nicht einnässt.
Wenn das eine Kind zuverlässig trocken ist, können Sie Ihre ungeteilte Aufmerksamkeit dem zweiten Kind widmen und es bei seiner Therapie gegen das Bettnässen begleiten.

Sollen wir den Bettnässer bestrafen?

Nein. Keinesfalls sollten Sie das Kind bestrafen, wenn es das Bett eingenässt hat. Es gibt kaum ein Kind, welches extra einnässt. Den meisten Kindern ist das Einnässen eher lästig und peinlich.
Kinder, die einnässen, müssen motiviert und ermutigt werden aktiv an der Behandlung teilzunehmen. Eine Strafe erhöht meist den Druck und die psychische Problematik zusätzlich.

Soll unser Kind ab nachmittags nichts mehr trinken?

Es gibt eine Reihe von Kindern, deren Trinkgewohnheiten für das nächtliche Trockenwerden ungünstig sind. Achten Sie darauf, dass Ihr bettnässendes Kind den Hauptanteil der Flüssigkeit vor 17 Uhr zu sich nimmt. Vermeiden Sie Tee, Kaffee, Kakao und Cola-haltige Getränke kurz vor dem Zubettgehen.
Wichtig: Sollte Ihr Kind mit Desmopressin therapiert werden, sollte es nach dem Zubettgehen nichts mehr trinken.


Allgemeine Fragen zum Bettnässen (9 Fragen)

Fragen zur Statistik (3 Fragen)

Fragen zur Ursache des Bettnässens (3 Fragen)

Bettnässen und ältere Kinder bzw. Jugendliche (2 Fragen)

Fragen zur Diagnose (4 Fragen)

Fragen zum Verhalten (6 Fragen)

Fragen zu verschiedenen Therapieformen (4 Fragen)

Fragen, die sich Lehrer stellen (1 Fragen)

Fragen zur Alarmtherapie (7 Fragen)

Fragen zu Desmopressin (11 Fragen)

Fragen zum Thema Windeln (6 Fragen)