Initiative Trockene Nacht - Guter Tag - Rat und Hilfe für Bettnässer und Enuresis-Patienten

Diagnose Bettnässen: Die Krankengeschichte

Wenn Sie wegen der Enuresis mit Ihrem Kind erstmalig zum Arzt gehen, wird er eine Reihe diagnostischer Maßnahmen empfehlen. Bevor der Arzt mit seinen Untersuchungen beginnt, wird er in einem ausführlichen Gespräch die Krankengeschichte (Anamnese) wissen wollen. Er wird viele Fragen stellen wie z.B. die folgenden:

  • Primäre oder sekundäre Enuresis?
    War das Kind schon einmal mindestens für 6 Monate lang (Tag und Nacht) trocken?
  • Enuresis  mit oder ohne Tagessymptomatik?
    Nässt das Kind nur nachts ein oder auch am Tage?
  • Drangsymptomatik?
    Wenn das Kind auch am Tag einnässt, kommen Situationen vor, in denen das Kind ein plötzliches unerwartetes Gefühl hat Wasser lassen zu müssen?
  • Häufigkeit und Menge des Einnässens?
    An wievielen Tagen in der Woche nässt Ihr Kind ein?
  • Wie uriniert das Kind?
    Hier möchte der Arzt wissen, wie häufig das Kind zur Toilette geht und wie es Pipi macht? (hier einige typische Beschreibungen)?
  • Auffälligkeiten
    Tröpfelt das Kind in die Unterhose? Haben Sie schon Haltemanöver gesehen?
  • Wacht das Kind nachts auf, um auf die Toilette zu gehen?
    Liegt eine so genannte Nykturie vor? Das heisst, wacht das Kind mehrmals pro Nacht wegen Harndrang auf?
  • Stuhlanamnese?
    Wie häufig hat das Kind Stuhlgang?
    Kotet das Kind ein (= Enkopresis)?
    Ist der Stuhl sehr hart oder/und liegt (auch hin und wieder) eine Verstopfung vor (= Obstipation)?
  • Familienanamnese
    Der Arzt interessiert sich auch für die Familienkrankengeschichte. Für ihn ist es hilfreich zu wissen, ob es in der Familie andere gibt, die an Enuresis leiden, wie Geschwisterkinder, Vater, Mutter, Onkel, Tante, Großeltern u.a. Er wird auch wissen wollen, wie die Familie mit dem Problem Bettnässen umgeht, ob das Kind Verhaltensauffälligkeiten zeigt, unter eine Angststörung leidet oder ob eine besondere Belastungssituation (Scheidung der Eltern, Tod eines Familienangehörigen o.ä.) vorliegt.

Optional schließt der Arzt das Kind in das Gespräch über die Krankengeschichte ein. Viele der Fragen kann das Kind auch selbst beantworten, bei anderen helfen dann die Eltern mit.