Initiative Trockene Nacht - Guter Tag - Rat und Hilfe für Bettnässer und Enuresis-Patienten

Diagnose Bettnässen: Das Blasentagebuch

Um das Problem der Enuresis richtig einzuordnen und optimal zu therapieren, muss der Arzt wissen, um welche Art der Blasenentleerungsstörung es sich handelt. Entscheidende Hinweise ergeben sich für den Arzt, wenn ein sogenanntes Blasentagebuch (auch Miktionskalender, Miktionstagebuch, Pipikalender, Trink- und Pipiprotokoll) vorgelegt wird. Für ein Blasentagebuch gibt es zahlreiche Vordrucke, die Sie leicht gemeinsam mit Ihrem Kind ausfüllen können.

Hier können Sie sich ein Blasentagebuch als pfd zum Ausdrucken aufrufen.

Wie wird ein Blasentagebuch geführt?
Damit das Blasentagebuch auch aussagekräftig ist, sollten Sie sich entsprechend einrichten, wenn Sie beginnen, die Blasenentleerungsgewohnheiten Ihres Kindes aufzuzeichnen.

  • 2-3 Tage
    Ein Blasentagebuch (Miktionskalender) sollte über mindestens 48 Stunden, besser noch für drei Tage das Trink- und Toilettenverhalten ihres Kindes detailliert beschreiben.
    Solch ein Blasentagebuch oder Pipiprotokoll können Sie am besten stressfrei an einem Wochenende führen, weil es sinnvoll ist, dass Sie dann das Kind optimalerweise mehr oder weniger rund um die Uhr beobachten können.
  • 14 Nächte
    Zusätzlich zu den Tagesprotokollen ist es sinnvoll etwa 14 Nächte zu protokollieren. Nässt das Kind nachts ein? Wieviel nässt es ein? Für den Zeitraum, den Sie protokollieren wollen, sollten Sie dem Kind nachts eine Windel anziehen. Um die nächtliche Urinmenge zu messen, wird die Windel im trockenen und im feuchten Zustand gewogen und die Differenz notiert - hierbei entspricht 1 Gramm etwa 1ml. Der erste Morgenurin zählt noch zum Nachturin, dem der in der Windel ist, mit hinzu.

Was steht im Blasentagebuch?
In einem solchen Protokoll sollte vermerkt werden

  • Wann steht das Kind morgens auf?
  • Wann geht das Kind zu Bett?
  • Wann geht das Kind zur Toilette?
  • Wann nässt das Kind ein?
  • Wieviel Urin lässt es?
    Optimal ist es, relativ genau die Urinmengen zu ermitteln.
  • Wann, wieviel und was trinkt das Kind?
  • Besonderheiten wie Drangsymptome, Haltemanöver, Pressen oder stotternder Harnstrahl
  • Alle Informationen über die Darmentleerung
    Wann hat das Kind Stuhlgang, ist dieser weich, hart, viel, wenig...

Wie ermitteln Sie die Urinmenge?
Tagsüber kann das Kind ggf. in einen Messbecher urinieren. Ist das nicht möglich, können Sie dem Kind auch eine Windel anziehen und diese vorher und nachher wiegen. Hierbei gehen Sie davon aus, dass bei der Differenz des Gewichtes zwischen der trockenen und der nassen Windel 1 Gramm = etwa 1ml entspricht. Damit Sie auch nachts die Urinmenge messen können, ist es sinnvoll, dem Kind während der Erstellung des Blasentagebuches eine Windel anzuziehen, denn die Urinmenge, die ansonsten ins Bettzeug geht, kann schlecht gemessen werden.

Blasenkapazität
Anhand eines guten Blasentagebuchs kann der Arzt die Blasenkapazität bestimmen. Der altersgerechte Normwert beträgt: Alter x 30 + 30 = Blasenkapazität in ml

Blasenkapazität-Rechner (Beispiel)
8 Jahre * 30 + 30 = 270 ml
11 Jahre * 30 + 30 = 360 ml

Falls der Wert der täglichen Blasenkapazität weniger als 65% des Normwertes beträgt, geht der Arzt meist davon aus, dass das Kind eine kleinere Blasenkapazität hat als normal.

-> Hier gehts zum Blasentagebuch